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Der Knoten ist geplatzt: SB Chiemgau feiert ersten Saisonsieg

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Traunsteins Stefan Mauerkirchner (links) traf beim 4:2-Sieg des SBC gleich doppelt. Das konnte auch Kastls Philipp Grothe nicht verhindern. (Foto: Butzhammer)

Was für eine Erleichterung! Der SB Chiemgau Traunstein hat am 6. Spieltag der Fußball-Landesliga Südost beim TSV Kastl mit 4:2 endlich den ersten Saisonsieg gefeiert – und das auch völlig verdient! Der Knoten ist also geplatzt und die Freude darüber war den Spielern und dem Betreuerteam nach dem Schlusspfiff deutlich anzumerken. »Diesen Sieg haben wir so dringend gebraucht«, jubelte SBC-Trainer Miroslav Polak nach intensiven 90  Minuten. »Es war insgesamt eine gute Leistung von uns und das Team hat Charakter gezeigt.« Auch der SBC-Abteilungsleiter Rainer Hörgl war erleichtert: »Die Mannschaft hat jetzt gesehen, dass es geht. Der Sieg heute war auch verdient.«


Dabei reiste der Bayernliga-Absteiger »mit dem allerletzten Aufgebot hierher«, hob Polak hervor. Dass die Ausfallliste beim SB Chiemgau in der Tat momentan enorm lang ist, zeigt allein der Blick auf die Traunsteiner Ersatzbank in Kastl. Da nahmen neben Ersatztormann Marc Richter mit Kayden Miner und Kurt Weixler – beide standen beim 1:4 gegen Grünwald noch in der Startformation – nur noch zwei Feldspieler Platz. Polak änderte seine Stammformation zudem erneut – diesmal auf vier Positionen: Philipp Matz, Felix Maaßen, Waldemar Daniel und Moritz Seban rückten in die Startelf.

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Auch die Dreierabwehrkette sah diesmal wieder anders aus. Neben Alexander Köberich bildeten in Kastl Waldemar Daniel und Josef Wittmann, der erneut die Kapitänsbinde trug, das Außenverteidiger-Duo. Und die neuformierte Defensive wurde gleich zu Beginn mal wieder kalt erwischt: Ein Freistoß von Sebastian Spinner segelte an Freund und Feind vorbei und fand den Weg ins Tor – 1:0 (4. Minute). Der erneut frühe Gegentreffer ärgerte Polak: »Da gab's Unstimmigkeiten in unserer Hintermannschaft. Aber daraus müssen wir lernen.« Der erfahrene SBC-Coach schickte aber auch gleich noch ein Lob an seine junge Truppe hinterher: »Die Mannschaft hat sich von dem frühen Rückstand erneut gut erholt und hat Herz gezeigt«, freute er sich.

Denn schon vier Minuten später schlug der SB Chiemgau zurück. Mateusz Galanek wurde im Kastler Strafraum gelegt und Schiedsrichter Stefan Dorfner zeigte zum Unverständnis der Gastgeber auf den Punkt. Stefan Mauerkirchner trat an, an seinem Schuss war Kastls Tormann Jonas Reichl zwar noch dran, doch letztlich war der Versuch so platziert, dass er ins Gehäuse ging.

Danach kam die stärkste Phase der Gäste, die nun deutlich mehr Spielanteile hatten. Eine Ecke von Koby Greaves köpfte Galanek an die Latte und von dort sprang der Ball vor die Füße von Ethan Monaghan, der nicht lange fackelte und den Ball zum 2:1 über die Linie beförderte (18.).

Von diesem Schock erholten sich die Kastler jetzt schneller und spielten plötzlich wieder nach vorne. Philipp Grothe (20.) scheiterte am glänzend reagierenden Traunsteiner Schlussmann Maximilian Tanzer, der den Nachschuss von Spinner ebenfalls entschärfte. Letzterer traf fünf Minuten später nur den Außenpfosten. Sein Teamkollege Marcell Arnold drosch den Ball aus kurzer Entfernung über den Kasten (39.).

Nach dem Wechsel erwischte der SB Chiemgau einen optimalen Start. Greaves verlängerte den Ball geschickt in die Gasse und Moritz Seban lief seinem Gegenspieler auf und davon, stand plötzlich allein vor Reichl und schob den Ball überlegt zum 3:1 ein (49.). Drei Minuten später sah Tobias Urban nach einem übertriebenen Foulspiel an Wittmann die Rote Karte.

Kastl konnte in Unterzahl nun nicht mehr viele Akzente setzen. Auf der Gegenseite hämmerte der eingewechselte Kurt Weixler den Ball in die Maschen, doch Schiedsrichter Dorfner gab den Treffer wegen Abseits nicht (76.). Zehn Minuten später machte dann aber Mauerkirchner mit seinem zweiten Treffer in diesem Spiel alles klar.

Das zweite Kastler Tor an diesem Tag, das Michael Langenecker per Handelfmeter erzielte, war nur noch Ergebniskosmetik (88.). Der Kastler Abteilungsleiter Thomas Genz war nach dem Schlusspfiff jedenfalls bedient: »Wir haben in der zweiten Halbzeit keine Chance mehr gehabt. Traunstein hat den Ball gut laufen gelassen.« Er ließ dann auch kein gutes Haar am Unparteiischen. Genz zweifelte nämlich gleich zwei Traunsteiner Treffer an: »Richtungsweisend war der Schiedsrichter mit seinem Elfmeterpfiff und dem gegebenen Tor auf Zuruf.« Den Traunsteinern war das am Ende herzlich egal. »Dieser Sieg gibt uns hoffentlich Auftrieb für die kommenden Aufgaben«, betonte Miroslav Polak noch. Sein Team empfängt am Freitag um 19.30 Uhr den TuS Pfarrkirchen und da soll dann der erste Heimsieg der Saison folgen.

TSV Kastl: Reichl, Pietsch (54. Aigner), Goeppinger, Lahner, Straßer, Dominik Grothe (63. Langenecker), Spinner, Urban, Philipp Grothe, Arnold, Thiel (83. Pagler).

SB Chiemgau Traunstein: Tanzer, Greaves, Monaghan, Wittmann, Seban (68. Weixler), Köberich, Matz (72. Miner), Daniel, Galanek, Maaßen, Mauerkirchner.

Tore: 1:0 Spinner (4.), 1:1 Mauerkirchner (9./Foulelfmeter), 1:2 Monaghan (18.), 1:3 Seban (49.), 1:4 Mauerkirchner (86.), 2:4 Langenecker (88./Handelfmeter).

Rote Karte: Kastls Urban (52./übertriebenes Foulspiel)

Schiedsrichter: Stefan Dorfner (SV Falkenfels).

Zuschauer: 180. SB