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Der Herr über die Medaillen

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Klaus Wagner freut sich schon sehr auf die Einzelstrecken-Weltmeisterschaft im Eisschnelllaufen: Der 71-jährige Inzeller ist für die Organisation der Eröffnungsfeier und der Siegerehrungen, die unmittelbar nach den Bewerben im Innenraum der Max-Aicher-Arena durchgeführt werden, zuständig. (Foto: Brenninger)

Heute Abend um 19 Uhr ist es endlich soweit! Mit der Eröffnungsfeier am Inzeller Rathausplatz fällt der Startschuss für die Einzelstrecken-Weltmeisterschaft im Eisschnelllaufen. Für Klaus Wagner hat die Veranstaltung am heutigen Mittwochabend in den vergangenen Wochen ganz viel Arbeit bedeutet, denn der 71-Jährige war unter anderem für die Organisation der Eröffnungsfeier zuständig.


Minutengenau hat der ehrenamtliche Helfer den Ablaufplan festgelegt. »Ich mache das schon sehr lange«, erzählt der Rentner. Und er hat dabei jedes Mal aufs Neue eine Menge Spaß. »Ich freue mich immer sehr auf die Wettkämpfe.«

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Doch bevor die Rennen in der Max-Aicher-Arena am morgigen Donnerstag starten, steht heute zunächst die Eröffnungsfeier auf dem Programm. Nervös sei er deswegen nicht, versichert Wagner. Es sei nur immer eine Zitterpartie, wie viele Sportler an der Eröffnungsfeier teilnehmen. »Das ist nämlich freiwillig.« Und natürlich hoffen er und sein Team auf eine rege Teilnahme der Athleten. Denn dann macht eben der Einmarsch der Nationen etwas her.

Geplant sind heute Abend Interviews mit den Stars und natürlich auch Begrüßungsreden von Inzells Bürgermeister Johann Egger sowie einem Repräsentanten der Internationalen Eislaufunion (ISU). Zum Abschluss der rund einstündigen Feier gibt es als krönenden Abschluss noch ein Feuerwerk und dann können die Fans im Partyzelt am Rathaus weiter feiern.

Nach der Eröffnungsfeier ist die Arbeit für Klaus Wagner aber längst noch nicht getan. Der gebürtige Ruhpoldinger, der seit vielen Jahren schon in Inzell lebt, ist nämlich auch noch für die Siegerehrungen in der Max-Aicher-Arena zuständig. »Das bedeutet immer Stress«, erzählt er. Denn man habe dabei ein genaues Zeitfenster einzuhalten. »Und das ist doch sehr knapp bemessen.«

Klaus Wagner stehen deshalb auch fünf Helfer zur Seite, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Übrigens ist diesmal auch der ehemalige Eisschnellauf-Profi Moritz Geisreiter in seinem Team dabei. »Das ist sicher ein Vorteil für uns, er kennt die Leute einfach auch sehr gut«, sagt Klaus Wagner.

Die beiden werden schon während der Wettkämpfe immer genau die Zeiten mitschreiben, »damit wir am Ende ganz schnell wissen, wer die drei Erstplatzierten sind«. Denn es gilt, die drei Gewinner – bei den Teambewerben sind es natürlich noch mehr – ganz schnell abzufangen und zur Siegerehrung zu bringen. Manchmal sei das aber eben gar nicht so einfach. »Die Sportler müssen etwa auch zur Dopingkontrolle oder müssen Interviews geben«, erzählt Wagner und ergänzt: »Gut, dass wir so ein eingespieltes Team sind.«

Doch trotz der ganzen Routine ist die WM für Klaus Wagner noch immer »etwas ganz Besonderes, da will man einfach glänzen und es dürfen keine Fehler passieren«. Auch deshalb ist der Helfer jeden Tag schon rund zwei Stunden vor den Wettkämpfen in der Arena und bereitet alles für den langen Tag vor.

Es müssen etwa die Medaillen und die Blumensträuße für die drei Erstplatzierten hergerichtet werden. Dafür haben Klaus Wagner und sein Team einen eigenen Raum in der Arena zugewiesen bekommen. Wenn es dann so weit ist, werden die Medaillen und die Blumen von den Trachtenmädchen in den Innenraum der Arena gebracht. Dort befindet sich dann das Podest für die Siegerehrung. Auch hier läuft alles streng nach Protokoll ab.

Klaus Wagner hofft natürlich, dass er eventuell auch den einen oder anderen deutschen Athleten zur Siegerehrung führen darf. »Und ich drücke unseren drei Inzeller Teilnehmern ganz besonders die Daumen«, betont er. In seinen aktiven Jahren war er übrigens Biathlet und Skirennfahrer. 1964 holte er bei den Deutschen Jugendmeisterschaften Bronze im Slalom.

Als er einige Jahre später dann nach Inzell gezogen ist, wurde er gleich als Langlauftrainer verpflichtet. Beim Inzeller Winter-Triathlon betreute er schließlich die Langlaufstrecke. »Seitdem bin ich immer im Stadion im Einsatz«, sagt Wagner, der hobbymäßig natürlich auch selbst die Schlittschuhe geschnürt hat.

Nach der Weltmeisterschaft ist Klaus Wagner übrigens auch wieder regelmäßig in der Max-Aicher-Arena anzutreffen. Jeden Donnerstag bietet er dort Führungen an. Er erzählt dabei allerhand Wissenswertes über die Arena und auch über die sportlichen Erfolge, die bisher in Inzell erzielt wurden. Das eine oder andere Erfolgskapitel kommt nach den vier WM-Tagen dann sicherlich auch neu hinzu. SB

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