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Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte: SBC steigt in die Landesliga auf

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SBC-Spieler Maxi Probst (am Ball) musste sich in dieser Szene gegen die Baldhamer Mario Sieger (links) und Felix Bormann durchsetzen. (Fotos: Wirth)

SC Baldham-Vaterstetten: Leuverink, Jakob, Oliver Held (63. Mundle), Borrmann, Patrick Held (46. Alassani), Sieger, Kapellas, Bruckmoser, Lechner, Krumpholz, Hödl (46. Hardalau).


SB Chiemgau Traunstein: Rott, Kaltenhauser, Petzka, Bauer, Berz, Schön (83. Teetz), Mauerkirchner, Probst (26. Schneider), Willberger (67. Buchner), Daniel, Marchl.

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Schiedsrichter: Ellmann (SV Vagen).

Zuschauer: 120.

Tore: 0:1 (7.) Bauer, 1:1 (56.) Krumpholz, 1:2 (85.) Bauer.

Wie der FC Bayern München, so hat auch der SB Chiemgau Traunstein den Moment des eigenen Meistertitels auf der Couch beziehungsweise in einem »neutralen« Stadion erlebt: Als der SB/DJK Rosenheim II am Freitagabend den SV/DJK Kolbermoor mit 2:0 besiegt hatte, stand die Mannschaft von Trainer Adam Gawron als Titelträger der Fußball-Bezirksliga Ost und Aufsteiger in die Landesliga fest. Der eigene 2:1-Sieg tags darauf beim SC Baldham-Vaterstetten war zwar eine feine Sache, doch nötig war er nicht mehr.

»Wir feiern aber ganz genauso, als ob wir alles ohne Rosenheimer Schützenhilfe geschafft hätten – die Mannschaft hat sich das verdient nach diesem 20. Spiel in Serie ohne Niederlage«, strahlte Gawron unmittelbar nach einer Weißbierdusche, die ihm Waldemar Daniel auf dem nach einem Gewitterschauer ohnehin schon patschnassen Rasen des Vaterstettener Sportzentrums verpasst hatte. »Es war die erste Dusche dieser Art, die ich abbekommen habe«, schmunzelte der Trainer, »ich kann aber schon jetzt sagen, dass ich nichts dagegen hätte, wenn es irgendwann eine Wiederholung gibt.«

Aufstiegsfeier auf dem Traunsteiner Frühlingsfest

Die erfolgreiche SBC-Mannschaft posierte vor zahlreichen Fans, die per Bus angereist waren und ihrer Elf immer wieder Sonderbeifall spendeten – für den Auftritt auf dem Platz ebenso wie für den Enthusiasmus beim Tanzen und Feiern. Gesänge wie »Landesliga, Landesliga – hey, hey!« hallten durch die weitläufige Tribüne, anschließend ging’s aufs Traunsteiner Frühlingsfest, wo die Truppe so richtig die Sau raus ließ.

»Obwohl der Titel ja schon feststand, war das kein Stand- oder Sommerfußball«, freute sich SBC-Abteilungsleiter Rainer Hörgl über eine neuerlich engagierte Vorstellung seiner Kicker, »auch wenn natürlich die letzte Konzentration gefehlt hat.« Auch den Gastgebern attestierte er »eine gute Leistung«, sodass sich die Reise in den Münchner Vorort auch ohne sportlichen Wert der Begegnung absolut gelohnt hat.

Vor allem für einen: Max Bauer. Der 28-jährige Defensiv-Routinier erzielte nämlich beide Gäste-Treffer und avancierte zum Matchwinner. In der siebten Minute beförderte er die Kugel aus 20 Meter hoch ins leere Tor, nachdem unmittelbar zuvor Maxi Probst knapp innerhalb des Strafraums an Torwart Daniel Leuverink gescheitert war. Und in der 85. Minute tütete er den 19. Saisonsieg ein, als er den Ball nach Idealpass von Tobias Berz flach im langen Eck versenkte. Zwischenzeitlich hatte die Mannschaft von SCBV-Trainer Mike Probst durch einen abseitsverdächtigen Treffer von Roman Krumpholz (56./Kopfball nach Flanke von Florian Lechner) zum 1:1 ausgeglichen.

Der Sieg der Traunsteiner war auf alle Fälle hochverdient, obwohl die Hausherren durch Patrick Held (Fußabwehr von Simon Rott) und Robert Hardalau gute Chancen besaßen und unmittelbar vor Bauers 2:1 nach einer vermeintlichen Attacke an Thomas Bruckmoser einen Elfmeter forderten. Doch die modernere Spielanlage und die klar besseren Tormöglichkeiten lagen aufseiten der Gäste. So forderte Maxi Probst nach einer halben Stunde Leuverink zu einer Glanztat heraus, auch Tony Schneider scheiterte nach einer Art Pressball am Torwart. Zwei Chancen ließen Stefan Mauerkirchner und Waldemar Daniel aus, und in der Schlussphase hätte Schneider auch noch den einen oder anderen Treffer nachlegen können.

Ersatz für Sebastian Mayer dringend gesucht

»Wir haben unser Ziel erreicht«, freute sich Hörgl, »sind sogar relativ souverän aufgestiegen.« Ein Sonderlob hatte er für Gawron parat: »Er ist ein junger Trainer, der alles richtig gemacht hat – auch wenn es nicht immer einfach war.« Die Beziehung Trainer/Abteilungsleiter sei von »gegenseitigem Respekt« geprägt, »wir haben uns oft ausgetauscht und ich hatte immer das Gefühl, der Adam ist froh, dass er gewisse Dinge mit mir besprechen kann.« Nun warte mit der Landesliga »eine neue Herausforderung für uns alle«, sagte Hörgl, »die wir mit dem einen oder anderen Neuzugang gut meistern wollen«.

Eines stehe für ihn dabei fest: »Die Neuzugänge müssen dann aber auch echte Verstärkungen sein.« Vor allem im Defensivbereich werde man nach dem Rückzug von Sebastian Mayer (aus persönlichen Gründen und auf unbestimmte Zeit) reagieren und möglichst einen erfahrenen Mann verpflichten, kündigte Hörgl an. cs