»Der Gesamtweltcup ist schon ein wertvoller Titel«

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Er kann mit dem bisherigen Verlauf der Saison zufrieden sein: Schwedens Biathlon-Cheftrainer Johannes Lukas. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Eine positive Bilanz kann der schwedische Cheftrainer der Biathleten, Johannes Lukas, nach dem ersten Drittel der Weltcups in Hochfilzen und Kontiolahti ziehen.


Neben den Norwegern sind die Skijäger aus Schweden die dominierenden Sportler in den bisherigen Wettkämpfen. »Wir sind wirklich gut in den Winter gekommen«, freut sich Lukas, der in seiner Kindheit einige Zeit auch in Traunstein verbracht hat. Ab dem morgigen Freitag steht der 27-jährige mit seinem Team bei den beiden Weltcups in Oberhof im Fokus.

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Niveau »bis zum Saisonende hochhalten«

Mittlerweile sorgt der Münchner für einiges an Furore, seit er vor knapp zwei Jahren das Zepter vom Ruhpoldinger Wolfgang Pichler übernommen hat. »Wir haben die Pause über Weihnachten und den Jahreswechsel gut genutzt und ein großes Trainingspensum absolviert«, berichtet Lukas, der als Assistenztrainer bei Pichler begonnen hatte. »Das kann sich auf die ersten Rennen im neuen Jahr aber auch so auswirken, dass wir noch keine Topform haben. Wir wollen unser Niveau schließlich bis zum Saisonende hochhalten«, verrät er.

Die Weihnachtstage haben er und seine Sportler bei ihren Familien zuhause verbracht. »In dieser Zeit habe ich meinen Athleten auch einige Freiheiten gelassen, schließlich war der Dezember ziemlich anstrengend.« Bei den nun folgenden Weltcups in Oberhof und Antholz erwartet Lukas auch einen Formanstieg von anderen Nationen. Schließlich hatte in Hochfilzen Arnd Peiffer den ersten Sieg für die deutschen Skijäger errungen.

Sportlich geht es für die schwedische Mannschaft darum, bei der Weltmeisterschaft im Februar in Pokljuka gute Ergebnisse zu erzielen. Aber auch der Gesamtweltcup ist für den ehrgeizigen Trainer ein lukratives Ziel. »Der Gesamtweltcup ist schon ein wertvoller Titel«, gibt er zu. Mit Hanna Öberg hat er auch ein heißes Eisen dafür im Rennen. Die 25-Jährige liegt aktuell auf dem zweiten Gesamtplatz hinter der Norwegerin Marte Olsbu Röiseland. »Wir haben da eine super Position. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass Röiseland im Verlauf der Saison immer stärker wird.«

Die Erfolge und die Stärke seines Teams führt Lukas auf das Training im Sommer zurück, das durch Corona-Pandemie ausschließlich in Schweden stattfand. »Wegen Corona mussten wir einige Entscheidungen treffen und haben zum Beispiel keine Reisen zu Trainingslagern ins Ausland unternommen. Dadurch mussten wir das Training teilweise umstellen. So waren wir sehr oft auf dem Laufband, weil wir in Schweden nicht diese Berge zum Laufen haben, wie etwa den Rauschberg.«

Damit wurde wohl aus der Not eine Tugend geboren, die sicher etwas mit den aktuellen Erfolgen zu tun hat. Durch die tollen Ergebnisse seiner schwedischen Sportler hat sich bei Johannes Lukas persönlich einiges verändert. »Ich bin in den vergangenen Wochen von Interview zu Interview geeilt. Das ist eine neue Situation für mich.«

Chancen auf die Wahl zum Trainer des Jahres

Auch in Schweden ist man auf die Erfolge von Lukas aufmerksam geworden. Er hat gute Chancen, dort zum Trainer des Jahres gewählt zu werden. »Da bleibe ich cool, freilich wäre das ein nettes Zuckerl«, zeigt er sich zurückhaltend.

Dazu gehört auch, dass er während der Wettkämpfe seine Position draußen an der Strecke sieht. »Ich will da hautnah dabei sein und meine taktischen Anweisungen geben.« Die Verständigung auf Schwedisch mit seinen Athleten funktioniert mittlerweile perfekt.

Johannes Lukas gilt im Biathlonzirkus als eher ruhiger Zeitgenosse und auch sein Alter von erst 27 Jahren macht ihm keine Probleme. »Ich habe keine Schwierigkeiten mit der Autorität. Ich arbeite diszipliniert und professionell, daher ist das Alter nicht ausschlaggebend.«

Weiter treu bleiben will er mit seinen sportlichen Ratschlägen auch den Seglerinnen Tina Lutz und Susann Beucke. Nach der Qualifikation des Duos für die Olympischen Spiele will er auch in diesem Bereich weiter erfolgreich sein. »Da habe ich zuletzt fleißig Trainingspläne dafür geschrieben«, verrät er und beweist, dass er wohl mit allen Wassern gewaschen ist. SHu

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