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»Der beste Test seit Beginn dieses Projekts«

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In Le Mans testete das BMW-Team – unter anderem mit Markus Reiterberger – für die Langstrecken-Weltmeisterschaft. Der für Mitte April geplante Saisonauftakt in Frankreich wurde aber inzwischen abgesagt. (Foto: BMW-Motorrad-Motorsport)

Enttäuschung statt Vorfreude: Mit den »24 Heures Motos« am 17./18. April in Le Mans (Frankreich) sollte eigentlich die Saison 2021 der Motorrad-Langstrecken-Weltmeisterschaft, offiziell FIM Endurance World Championship (FIM EWC) genannt, starten – doch daraus wird nichts: Das Eröffnungsrennen wurde abgesagt.


»Nach Gesprächen mit medizinischem Personal und im Einvernehmen mit der örtlichen Polizei« haben die Organisatoren beschlossen, die Veranstaltung abzusagen, berichtet BMW-Pilot Markus Reiterberger (Obing) in einer Mitteilung. »Aufgrund der Gesundheitskrise und der erheblichen Belastung der Krankenhäuser in Le Mans und Umgebung sind diese nicht in der Lage, den erforderlichen Service zu bieten, um die Sicherheit von Fahrern und Teams während des Rennens zu gewährleisten.«

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Dabei hatte sich das BMW-Motorrad-World-Endurance-Team bereits intensiv auf den Saisonauftakt vorbereitet. Mit dem zweitägigen Pré-Mans-Test gingen die Vorbereitungen gerade in ihre finale Phase. Dabei absolvierte das Team mit der BMW M 1000 RR und den Fahrern Markus Reiterberger, Xavi Forés (Spanien), Ilya Mikhalchik (Ukraine) und Kenny Foray (Frankreich) ein umfassendes Testprogramm.

Markus Reiterberger zeigte sich begeistert: »Es war ein sehr, sehr positiver Test für uns. Wir haben am ersten Tag einiges probiert, und das dann am folgenden Tag auf beide Testbikes übernommen. Wir konnten den guten Grip-Level bei kühleren Temperaturen am Morgen gleich ausnutzen und sind alle mit guten Renneinstellungen extrem schnelle Zeiten gefahren«, freute sich der 27-Jährige. Eine Zeit von 1:35,1 Minuten in Rennabstimmung »ist schon sportlich schnell. Uns sind einige geniale Runden gelungen, aber die Rundenzeiten allein sind nicht so wichtig. Wichtig ist die Pace – und zwar die von allen Fahrern – , und die ist sehr gut. Wir haben eine Abstimmung gefunden, mit der alle Fahrer eine konstant gute Pace fahren können. Ich möchte mich beim Team für all die harte Arbeit bedanken. Wir sind schon sehr gut aufgestellt, auch wenn wie immer bis zum Rennen noch etwas zu tun ist.«

Erfreut zeigte sich auch Teammanager Werner Daemen: »Der Test war wirklich gut. Für mich war es der beste Test, seit wir mit diesem Projekt begonnen haben. Das Projekt ist noch jung, und wir sind immer noch ein neues Team. Wir hatten ein paar kleinere Themen, aber das passiert immer und geht in Ordnung. Was wichtig war, war, dass wir eine sehr gute Reifenauswahl hatten. Dunlop hat einen hervorragenden Job gemacht. In Kombination mit der Aufhängung haben wir ein sehr gutes Set-up für alle vier Fahrer gefunden. Insgesamt denke ich, dass wir vor dem Rennen sehr schnell sind, aber wir haben noch etwas Arbeit vor uns, um all die kleinen Dinge vorzubereiten. Ich bin mit diesem Ergebnis sehr zufrieden, und es eröffnet natürlich eine Perspektive für das Rennen.«

Reiterbergers Teamkollege Ilya Mikhalchik gefiel besonders: »Unser Team hat für den neuen Rundenrekord gesorgt, und alle Fahrer sind dasselbe Tempo gefahren.« Daher denke er, »wir sind insgesamt gut gerüstet und freuen uns auf die Saison.«

Dem stimmt auch Xavi Forés zu: »Wir haben den Rundenrekord unterboten – vor allem am zweiten Tag in fast jeder Runde. Deshalb freue ich mich schon sehr auf das Rennen. Ich hoffe, dass das Wetter so bleibt, wie es an diesen beiden Tagen war. Aber unser Paket ist auch bei kalten Bedingungen stark.

Und Kenny Foray ergänzt: »Es waren zwei gute Tage. Es hat mir riesigen Spaß gemacht, das Bike zu fahren, und meine Teamkollegen waren da draußen auf der Strecke unglaublich. Am Ende der beiden Tage hatte ich ein sehr gutes Gefühl auf dem Bike. Ich denke, dass das Team gut vorbereitet ist.«

Die BMW M 1000 RR ist das neue Einsatzmotorrad des BMW-Motorrad-World-En-durance-Teams. In den vergangenen Wochen arbeitete das Team in der Werkstatt und auf der Strecke an der Entwicklung der Rennversion speziell für die Langstrecke.

Die Saison 2021 in der FIM EWC umfasst eigentlich fünf Veranstaltungen. Nach dem 24-Stunden-Rennen in Le Mans – ein Ersatztermin steht bisher noch nicht fest – sollte die Saison am 23. Mai mit dem 8-Stunden-Rennen in Oschersleben und dem BMW-Heimspiel fortgesetzt werden. Weiter geht es am 17. Juli mit dem 12-Stunden-Rennen im portugiesischen Estoril. Der 24-Stunden-Klassiker Bol d’Or wird am 18./19. September in Le Castellet (Frankreich) ausgetragen, ehe das japanische Suzuka mit dem 8-Stunden-Rennen am7. November Gastgeber für das Saisonfinale ist.

Der Motorradweltverband FIM hat bisher aber noch nicht bekannt gegeben, welche Auswirkungen die Absage des Auftakts auf den Rennkalender hat und ob es nun auch weitere Einschränkungen für die neue Saison gibt. fb

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