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»Der Aufwand für die Abendrennen ist enorm«

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So sehen ihn die Zuschauer in Ruhpolding am liebsten: Lokalmatador Andi Birnbacher in Führung. Der Schlechinger hat mit seinem Sieg beim Sprint in Hochfilzen bereits Hoffnungen für den Weltcup in der Chiemgau-Arena geweckt. (Foto: Weitz)

Die Vorfreude ist schon jetzt groß: Am 8. Januar beginnen in Ruhpolding mit dem Weltcup wieder die jährlichen »Biathlon-Festspiele«.


Nach der Weltmeisterschaft im Jahr 2012 steht diesmal wieder ein »normaler« Weltcup auf dem Programm. Über 20 000 Zuschauer pro Wettkampftag werden am »Holmenkollen des Biathlons« wieder für prächtige Stimmung sorgen.

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Und dies nicht nur in der Chiemgau-Arena selbst, in der die hochkarätigen Wettkämpfe stattfinden, sondern auch im Ort Ruhpolding, der wieder entsprechend geschmückt sein wird.

Doch entscheidend ist natürlich das sportliche Geschehen – und da hat Lokalmatador Andi Birnbacher aus Schleching mit seinem Sieg beim Sprint in Hochfilzen die Erwartungen hochschnellen lassen. »Das war natürlich auch gut für den Kartenvorverkauf«, weiß der Ruhpoldinger Martin Haßlberger, noch bis Ende 2012 Tourismusdirektor in Ruhpolding und 2013 noch als Pressechef des Weltcups im Einsatz.

Hatte man bei der Weltmeisterschaft gut 14 Tage lang Hochbetrieb, so ist der Weltcup mit gut einer Woche Dauer – davon fünf Wettkampftage – eine Nummer kleiner.

Aber das ist immer noch groß genug. Viele organisatorische Dinge sind nämlich genauso aufwendig wie bei der WM. »Wir müssen den Transport der Zuschauer wieder so regeln wie bei der WM« verspricht Haßlberger. Das heißt, die Zuschauer können wieder mit zahlreichen Shuttle-Bussen aus der Umgebung und aus Ruhpolding in die Chiemgau-Arena anreisen, ebenso werden wieder zahlreiche Züge eingesetzt sein. »Immerhin müssen sich die Helfer diesmal nur gut eine Woche freinehmen, sonst waren es 14 Tage«, verweist der Weltcup-Pressechef auf einen Vorteil.

Einen großen Mehraufwand bedeuten dagegen die späten Anfangszeiten bei den Rennen: Denn die Damen-Staffel (Mittwoch, 9. Januar), Herren-Staffel (Donnerstag, 10. Januar), der Sprint der Damen (Freitag, 11. Januar) sowie der Sprint der Herren (Samstag, 12. Januar) beginnen jeweils erst um 18.15 Uhr. Lediglich die zwei Massenstart-Wettbewerbe am Sonntag, 13. Januar (13 Uhr Damen, 15.30 Uhr Herren) beginnen bei Tageslicht.

»Es reicht ja nicht, dass die Strecke gut beleuchtet ist. Ich brauche überall Licht. Es müssen ja auch die Parkplätze für Busse, Presse, Rettungsdienste etc. und die Wege für die Zuschauer gut ausgeleuchtet werden«, so der Ruhpoldinger, »das ist ein immenser organisatorischer Aufwand.« Und damit natürlich auch ein erheblicher finanzieller Aufwand. »Wenn die Rennen zu Ende sind, brauche ich ja nochmal eineinhalb bis zwei Stunden zum Entleeren des Stadions«, so Haßlberger – entsprechend lange muss genügend Licht vorhanden sein.

Die Flutlichtrennen wünscht sich vor allem das Fernsehen: Zum einen, weil man sich stimmungsvolle Bilder verspricht, zum anderen, weil Übertragungen in der Abendzeit deutlich bessere Einschaltquoten versprechen. Von diesen profitiert der Veranstalter zumindest mittelbar – denn die Werbewirkung für die Gemeinde ist umso größer, je mehr Zuschauer an den Fernsehern sitzen.

»Aber bei der WM hatten wir einen Etat von über sechs Millionen Euro, weil wir entsprechend viele Wettkampftage hatten. Jetzt müssen wir auf maximal zweieinhalb Millionen Euro reduzieren, weil uns sonst die Einnahmen nicht reichen«, verdeutlicht der Weltcup-Pressechef. Da tut jede Steigerung der Kosten weh.

Erfreulich ist dagegen der Stand der Vorbereitungen: »Wir haben jetzt schon die ganze Zeit auch Kunstschnee produziert, und die jetzige Menge reicht aus, um auch Wärmeeinbrüche zu überstehen«, freut sich Haßlberger.

Ebenso erfreut konnte er darüber sein, dass neben Stützpunkt-Athlet Simon Schempp (15.) auch der talentierte Tüßlinger Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl) jetzt beim Weltcup in Pokljuka mit einem 17. Platz im Sprint eine hervorragende Leistung geboten hatte – mit starken Vorstellungen im IBU-Cup hatte sich der gerade erst 21 Jahre alte Sportler für höhere Aufgaben empfohlen.

In Pokljuka wird auch Langlauf-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle (WSV Reit im Winkl) antreten. Auch sie könnte ein »Zuschauermagnet« für die Wettkämpfe in Ruhpolding werden.

Der Weltcup-Pressechef setzt auch auf die Staffeln – besonders bei den Damen. In Hochfilzen hatten Tina Bachmann, Miriam Gössner, Nadine Horchler und Andrea Henkel nur um knapp neun Sekunden einen Podestplatz verfehlt. »Es wäre natürlich schön, wenn sie in Oberhof unter den ersten Drei landen würden« hofft Haßlberger auf die Damen-Staffel am 3. Januar – und das Herren-Quartett am 4. Januar.

Noch besser wäre es, wenn beide Staffeln dann am 9. und 10. Januar in der Chiemgau-Arena einen Podestplatz erringen würden ... who

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