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Den Schwung aus der Vorwoche nicht genutzt

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Er musste nach einem harten Foul seines Gegners verletzt vom Platz: Siegsdorfs Florian Mader. (Foto: Weitz)

In einer ruppigen, teilweise überharten Partie der Fußball-Kreisliga Gruppe II entführte der bis dato sieglose SC Anger glücklich, aber nicht unverdient drei Punkte aus Siegsdorf übergab damit dem TSV wieder die rote Laterne. Die Gastgeber konnten den Schwung aus der Vorwoche (4:1-Sieg beim FC Töging II) nicht nutzen und unterlagen mit 3:4.


Das Spiel begann mit einem Paukenschlag nach zehn Sekunden durch die Gäste, die umgehend nach dem Anstoß einen langen Ball in den 16er schlugen, Unglücksrabe Lexi Uebler verlängerte per Kopf ins eigene Tor zum 0:1. Nach dem frühen Schock verpuffte eine erste Offensivaktion des TSV durch Maxi Huber per Fernschuss.

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Die Schlagintweit-Truppe hatte sich wohl einiges vorgenommen, man agierte deutlich bissiger als die Hausherren. So parierte Fabian König einen 22-m-Schuss von Höglauer zur Ecke (14.). Siegsdorf steckte allerdings nicht auf und kam in der 17. Minute durch Florian Mader zur ersten richtigen Torchance, sein Schuss strich nur knapp am Gehäuse vorbei. Nur drei Minuten später zeigte erneut König im Kasten des TSV sein Können und wehrte einen Plößl-Kopfball aus 5 m per Glanzparade ab.

In der 34. Minute schlugen die Gäste aber erneut zu und erhöhten per sicher verwandelten Foulelfmeter durch Stefan Plößl auf 0:2. Bis zur Pause konnte die Heimelf nur noch durch einen Mader-Kopfball nach Freistoß (40.) bzw. einen direkten Doll-Freistoß aufwarten, beides jedoch sichere Beute von Torhüter Alexander Koch. Der SC Anger war jedoch insgesamt im ersten Durchgang wesentlich aggressiver und lag letztlich auch verdient in Führung.

Nach der Pause nutzte der eingewechselte Andres Nitzinger einen weiteren Abwehrschnitzer des TSV. Er schlenzte in aller Seelenruhe – nachdem er im Strafraum sträflich alleingelassen worden war – den Ball zum 0:3 (51.) ins lange Eck, ein weiterer Nackenschlag für die Felber-Elf. Doch diese kam in der 58. Minute etwas überraschend zum 1:3-Anschluss. Andi Frauendienst tankte sich endlich mal energisch in den Strafraum durch und konnte nur noch regelwidrig gebremst werden – den fälligen Strafstoß verwandelte Raphael Doll souverän. Jener Doll war es auch, der sein Team sogar auf 2:3 (64.) heranbrachte, er knallte einen 25-m-Freistoß direkt und unhaltbar ins recht untere Eck.

Nun wurde dieser hitzige Abstiegskampf immer ruppiger, dem jungen Schiedsrichter entglitt nach Ansicht der Hausherren die Begegnung zusehends – so musste nach Florian Mader auch Kevin Klauser wegen überharten Einsteigens des Gegners verletzungsbedingt vom Feld.

Der SC Anger verlegte sich ausschließlich aufs Kontern und zog mit dem 2:4 (71.) dem TSV wohl endgültig den Zahn: Stefan Plößl war nach seinem zweiten Treffer aus kürzester Distanz nach einem Getümmel heraus wohl ebenso überrascht wie alle Beteiligten, nachdem er aus klarer Abseitsstellung einschießen konnte.

Die Hausherren warfen in der Schlussphase auf dem engen Nebenplatz unter Flutlicht nun alles nach vorne. Sie konnten aber nur noch in der 89. Minute zum 3:4 verkürzen. Felix König jagte das Leder aus 10 m halbrechts flach ins Tor – dies war gleichzeitig der Endstand in einer turbulenten Partie, der TSV Siegsdorf konnte den Schwung aus der Vorwoche nicht mitnehmen. Anstatt sich ans hintere Mittelfeld heranzupirschen, findet man sich nun erneut am Tabellenende der Kreisliga wieder. MG