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Dem TuS steht eine Großbaustelle ins Haus

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Die schadhaften Stellen des Kunstrasenplatzes auf dem Gelände des TuS-Traunreut wurden mittlerweile ausgebessert. Der Platz soll im Frühjahr noch aufgebürstet werden. (Foto: Rasch)

Wie heißt es doch so schön: Neue Besen kehren gut. Dass an dem Spruch sinngemäß was dran ist, das kann man auf dem Sportgelände des TuS Traunreut mit bloßem Auge erkennen.


In den vergangenen sechs Monaten wurde das Gelände auf Vordermann gebracht. Das » Rama dama« war eine der ersten Aktionen von Hans Mayer in seiner Funktion als neuer Vorsitzender des TuS Traunreut.

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Gemeinsam an einem Strang zu ziehen und den Verein langfristig auf gesunde Beine zu stellen, lautete das Credo Mayers bei seinem Amtsantritt. Es läge ihm fern, über die Arbeit seiner Vorgänger zu urteilen, betonte der 56-Jährige in einem Gespräch mit der Sportredaktion des Traunsteiner Tagblatts. Er vertraue vielmehr auf seine Erfahrungen, die er als Vorsitzender des TSV Petting gesammelt habe, dem er nach wie vor vorsteht. Dabei möchte er keine »alten Zöpfe« rigoros abschneiden, sondern das Vereinsgefüge in geregelte Bahnen bringen.

In seinem Tun vertritt er eine klare Sichtweise: »Es gibt jetzt klare Vorgaben, keiner kann mehr wild werkeln, wie er es gern möchte.« Das sollte aber nicht den Eindruck vermitteln, dass seine Vorgänger alles falsch gemacht haben, betont er. Der TuS verfüge über gute Leute und über ein großes Potenzial an ausgebildeten Übungsleitern.

Ein erstes Versprechen, den im Sommer letzten Jahres für Pflichtspiele gesperrten Kunstrasenplatz wieder freizugeben, hat Mayer bereits eingelöst. »Der Kunstrasenplatz wurde überörtlich überprüft und die Sperre drei Wochen später wieder aufgehoben.« Drei schadhafte Stellen des Platzes seien mittlerweile ausgebessert worden und im Frühjahr werde man den Platz aufbürsten lassen.

»Bei uns ist jeder gerne gesehen«

Laut Mayer gebe es auch Beschwerden von Anwohnern, dass im Bereich des Fußballplatzes lautstark gefeiert werde. Diese »Selbstbedienungsmentalität« soll jetzt eingedämmt werden. Dies bedeute aber nicht, dass die Leute ausgeschlossen werden. »Bei uns ist jeder gerne gesehen und herzlich willkommen.« Gewisse Regeln müssten aber eingehalten werden.

Für Mayer ist es auch enorm wichtig, Leute an seiner Seite zu wissen, die vom Fach sind. So sei beispielsweise Hans Kaltenbacher als Baureferent für die Liegenschaften ein Segen für den Verein. »Kaltenbacher ist fast täglich auf den Anlagen und erledigt ohne viel Aufhebens schnell und unbürokratisch Reparaturmaßnahmen.« Ein besonderes Lob zollte er auch der Dame in der Geschäftsstelle, und seinen weiteren Mitstreitern. Die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut.

Auf Vordermann gebracht wurde auch bereits die Mitgliederverwaltung. Ein Langzeitziel und dringendes Thema ist auch eine Anpassung der Vereinssatzung. Über diese Dinge und den weiteren Fahrplan wird die Vorstandschaft in dieser Woche im Rahmen einer Klausur sprechen. »Wir haben das letzte halbe Jahr gesichtet und werden jetzt eine Reihenfolge festlegen. Es gibt viel zu tun«, so Mayer.

»Wir sind ganz normal handlungsfähig«

Dass dem Verein wirtschaftlich das Wasser bis zum Hals steht, will Mayer nicht unkommentiert stehen lassen. »Es ist nicht so, dass wir auf Rosen gebettet sind, aber wir sind ganz normal handlungsfähig. Es gibt nichts, was wir uns nicht leisten können.« Damit alle Abteilungen künftig einen Überblick in die Finanzen haben, sollen die Etatgespräche öffentlich gestaltet werden.

Aktuell steht mit der Sanierung der TuS-Halle eine Großbaustelle ins Haus. Neben dem Dach müssen die Belüftung und die Beleuchtung erneuert werden. Wie berichtet, wird die Stadt dem Verein dabei finanziell unter die Arme greifen. Für die Sanierungsmaßnahmen stehen Kosten in Höhe von 400 000 Euro im Raum. Diese Summe kann Mayer allerdings noch nicht nachvollziehen. Die Vorstandschaft sei jetzt gefordert, konkrete Angebote einzuholen und der Stadt im Frühjahr ein Konzept vorzulegen. Dass sich auch in der TuS-Sportplatzgaststätte in den letzten Jahren viel angestaut hat, ließ Mayer auch nicht unerwähnt. Vor allem die sanitären Anlagen müssten saniert werden.

Als gleichzeitiger Vorsitzender eines Dorfvereins vermisst Mayer in Traunreut auch gelebte Traditionen neben dem Sport. Er wünscht sich mehr Miteinander mit den Nachbarvereinen. Zum Beispiel durch die Teilnahme an Jubiläumsfesten. Aber auch in den eigenen Reihen will der Vorsitzende dafür sorgen, dass das gesellschaftliche Miteinander wieder mehr gelebt wird. Mayer blickt grundsätzlich optimistisch in die Zukunft und ist sich den Herausforderungen voll bewusst. »Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Heutzutage einen Verein zu führen, bedeutet ein kleines Unternehmen zu leiten.« ga