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Deisenhofen soll nicht zum Stolperstein werden

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SBC-Spieler Daniel Willberger (rechts, hier im Duell mit dem Kastler Tobias Urban) möchte heute mit seinem Team auch in Deisenhofen einen Sieg einfahren. (Foto: Weitz)

Was für eine tolle Frühjahrsrunde! Der SB Chiemgau Traunstein hat in den bisherigen zwölf Spielen in der Fußball-Landesliga Südost in diesem Jahr neun Siege und zwei Unentschieden bei nur einer Niederlage gefeiert. Der Lohn: Die Truppe von Trainer Jochen Reil steht am vorletzten Spieltag der Liga auf den zweiten Tabellenplatz hervorragend da – und könnte jetzt eine starke Saison sogar noch krönen.


Für die Traunsteiner, die am letzten Spieltag der Saison ja spielfrei sind, steht bereits am heutigen Samstag um 14 Uhr der letzte Auftritt beim FC Deisenhofen an. Gewinnt die Reil-Truppe auch diese Partie, dann hat sie noch die Chance, in die Aufstiegsrelegation zu kommen. Dafür wiederum kommt es aber auch darauf an, was der Tabellendritte ASV Dachau macht. Denn der könnte dem SBC im letzten Moment noch in die Suppe spucken.

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Mit einem positiven Abschluss in die Pause

Dachau liegt aktuell drei Zähler hinter Traunstein zurück, hat aber noch zwei Spiele vor der Brust – heute um 14 Uhr geht's zunächst gegen Absteiger TSV Vilsbiburg, ehe es beim Saisonfinale am Samstag, 20. Mai, um 14 Uhr zum ESV Freilassing geht. Gewinnt der ASV beide Partien, zieht er am Ende mit dem SB Chiemgau an Punkten gleich und würde dann zwecks des besseren direkten Vergleichs (0:0 in Dachau und 2:2 in Traunstein) an den Traunsteinern noch in der Tabelle vorbeigehen.

Jochen Reil kennt diese Rechenspiele natürlich, befassen mag er sich damit aber nicht. »Ich möchte in Deisenhofen auf jeden Fall gewinnen«, betont Reil, »denn ich möchte, falls wir schon in die Pause gehen, einen positiven Saisonabschluss haben.« Gegner Deisenhofen übrigens war bis vor wenigen Wochen auch noch dick im Rennen um Platz zwei dabei, ließ dann aber nach und hat mittlerweile keine Chancen mehr. Dennoch ist Reil fest davon überzeugt, dass der Rangfünfte das Spiel nicht kampflos abgeben wird. »Für Deisenhofen ist es das letzte Saisonspiel vor eigenem Publikum, die werden sicher nichts herschenken«, ist er überzeugt.

Zudem glaubt Reil, sollte es so kommen, übrigens nicht an eine Freilassinger Schützenhilfe am letzten Spieltag. »Sie werden auf sich schauen.« Dafür gibt's aber vielleicht eine andere Hilfe – und zwar vom SE Freising. Dort will sich Trainer Michael Schütz, der ja mit Reil befreundet ist, mit zwei Siegen verabschieden. Und Freising spielt unter anderem am heutigen Samstag um 14 Uhr noch beim TuS Holzkirchen.

Der Spitzenreiter braucht aus den letzten beiden Spielen allerdings nur noch einen Punkt, um Meister zu werden (denn die direkten Vergleiche gegen Dachau und Traunstein hat der TuS jeweils gewonnen). Die Chancen auf den Titelgewinn und damit den Direktaufstieg in die Bayernliga sind für den SB Chiemgau und Dachau also nur noch theoretischer Natur.

Personell schaut's beim SB Chiemgau heute übrigens nicht ganz so gut aus. Pascal Legat, Faruk Zeric, Torjäger Stefan Mauerkirchner, Alexander Köberich und Sebastian Mayer konnten allesamt unter der Woche nicht voll trainieren, hinter ihren Einsätzen stehen noch Fragezeichen. Immerhin hat Waldemar Daniel seine Verletzung auskuriert und steht heute zumindest wieder im Kader.

Wie auch immer die Saison für den SB Chiemgau nun enden wird, Reil ist schon jetzt vollends zufrieden. »Wir sind immer cleverer und stabiler geworden«, betont er. »Und wir haben eine gute Kombination aus Defensive und Offensive gefunden.« Reil ärgert auch nicht, dass seine Mannschaft etwa Spiele wie gegen den TSV Vilsbiburg (1:2) oder Eintracht Karlsfeld (1:3) verloren hat, auch wenn sich das in der Endabrechnung nun bitter rächen könnte. »Solche Spiele kannst du in einer so langen Saison einfach nicht vermeiden«, macht er klar.

Eher wurmt ihn, dass man einige der Topspiele – etwa beide Auftritte gegen Holzkirchen – ebenfalls verloren hat. »Eines dieser Highlight-Spiele hätten wir einfach noch für uns entscheiden müssen.« Nun muss der SBC einfach seine Aufgabe heute noch erfüllen und dann heißt es abwarten, so Reil: »Es bleibt wohl spannend bis zur letzten Minute.« SB

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