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Heimische Piloten bei der Qualifikation zur Eisspeedway-Weltmeisterschaft vor schwerer Aufgabe

»Das wird eine ganz harte Sache«

Jetzt gilt es für die heimischen Eisspeedway-Piloten: Wer einen festen Startplatz in der Weltmeisterschaft (Grand Prix) will, muss bei seiner WM-Qualifikationsrunde unter die besten Sechs kommen. »Das wird eine ganz harte Sache. Aber wenn man es nicht schafft, würde man wohl auch in der WM meistens nur hinterherfahren«, so Deutschlands Top-Pilot Günther Bauer (Schleching). Nur wer sich direkt einen WM-Platz erkämpft, hat auch schon seinen Startplatz beim GP-Heimspiel am 17./18. März in der Inzeller Max-Aicher-Arena sicher.

Er will sich in Schweden einen direkten WM-Platz sichern: Günther Bauer. (Foto: Weitz)

Gefahren wird an diesem Samstag in Ylitornio (Finnland/Start 11.30 Uhr) und Örnsköldsvisk (Schweden/13 Uhr). Bei beiden Wettbewerben sind je drei Deutsche am Start. In Finnland sind dies Stefan Pletschacher (Ruhpolding), Max Niedermaier (Edling) und Tobias Busch (Stralsund), in Schweden neben Günther Bauer auch noch dessen Sohn Luca Bauer (Reit im Winkl) und Hans Weber (Schliersee).

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Dass sich in Schweden der WM-Dritte des Vorjahres, Dimitri Khomisewitsch, und der WM-Fünfte (und Ex-Weltmeister) Daniil Iwanow (beide Russland) ein Ticket holen werden, dürfte ähnlich klar sein wie eine Qualifikation von Franz Zorn. Der Saalfeldener war im Vorjahr als bester Westeuropäer WM-Sechster geworden.

Da auch Routinier Stefan Svensson (7. des Vorjahres) und dessen Sohn Niclas (11.) als Anwärter auf einen WM-Platz gelten, gilt für das deutsche Trio: »Das wird nicht ganz einfach«, so der WM-Achte Günther Bauer. Seine Vorbereitung verlief gemischt. Guten Trainingsbedingungen folgt ein Sturz nach einem Reifenschaden, und bei zwei Testrennen gab es am ersten Tag ein sehr gutes Ergebnis für ihn und seinen Sohn Luca, tags darauf »lief es gar nicht«, klagt er. Gerade bei schlechtem Eis habe man noch Schwierigkeiten, die jedoch noch durch einige Arbeit an den Motorrädern ausgemerzt werden sollen. Zudem sei er ausgerechnet vor dem Saisonhöhepunkt »wieder mal gscheit erkältet.«

»Verschnupft« im übertragenen Sinne war dagegen Luca Bauer: Der 19-Jährige ärgerte sich über den Deutschen Motor Sport Bund (DMSB), weil er 2017 nicht für die EM nominiert worden war – nicht einmal, als dem DMSB die Chance einer Nachmeldung geboten wurde. Dabei hatte Bauer 2016 als Neuling an der EM in Ufa (Russland) teilgenommen. Wegen der hohen Kosten und der weiten Fahrt hatte sich hierfür kein anderer deutscher Pilot zur Verfügung gestellt. Daher fährt Luca Bauer nun mit italienischer Lizenz. »Das war ganz einfach. In Italien muss man über den Verein die Lizenz beantragen, und das ging mit dem Speedwayclub Terenzano ganz unkompliziert«, berichtet Günther Bauer. Davon profitiert nicht nur sein Sohn: »Die Italiener waren ganz glücklich, weil von ihnen schon seit gut 20 Jahren keiner mehr beim Eisspeedway dabei war.«

Zwar wird das Eis hart sein und die Aufgabe auch, dennoch freut sich der 46-Jährige auf die Rennen. Denn in Schweden sei »die Bahn einfach bärig.«

In Finnland will sich Stefan Pletschacher einen Platz in der WM sichern. Das war ihm im Vorjahr gut gelungen, dann hatte ihn eine Verletzung in einem Vorbereitungsrennen gestoppt. Doch inzwischen ist seine körperliche Verfassung wieder gut, und daher will er ebenso angreifen wie der Edlinger Max Niedermaier. Schließlich hatte der Edlinger im Vorjahr gemeinsam mit Bauer und Hans Weber den hervorragenden dritten Platz bei der Team-WM in Inzell geholt.

Wer die Qualifikation nur knapp verpasst, darf jedoch noch ein wenig hoffen. Neben den zwölf qualifizierten Piloten und dem als Weltmeister gesetzten Dimitri Koltakow (Russland) sind ja noch drei Plätze frei. Zwei davon vergibt der Weltverband FIM als permanente Wildcard-Plätze, ein weiterer Platz steht bei jeder Veranstaltung dem jeweiligen Ausrichter zur Verfügung.

Sich darauf zu verlassen, ist aber nicht das Ziel der deutschen Piloten. Lieber wollen sie das direkte GP-Startrecht erkämpfen – und dann beim WM-Auftakt am 27./28. Januar in Astana (Kasachstan) mit von der Partie sein. who