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Das Weltcup-Finale in St. Moritz als großes Ziel

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Er hofft auf einen weiteren Aufwärtstrend: Josef Ferstl.

Seine wichtigsten Ziele in der vergangenen Saison hatte er erreicht. Dennoch gilt für den Traunsteiner Skirennfahrer Josef »Pepi« Ferstl (SC Hammer) beim Rückblick auf den Winter 2014/15 ein ähnliches Fazit wie nach der Saison 2013/14: » Es ist noch Luft nach oben.«


Denn: Der Speed-Spezialist hatte sich zwar direkt für die alpine Ski-Weltmeisterschaft qualifiziert und im Weltcup mit mehreren guten Platzierungen – unter anderem ein 7. und ein 14. Platz – gezeigt, dass er mit der Weltelite mithalten kann. Doch eines störte ihn besonders: Um winzige fünf Punkte hatte er das Disziplin-Finale der besten 25 (Abfahrt und Super-G) im Weltcup verpasst. »Das will ich heuer unbedingt schaffen«, hat er sich vorgenommen.

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Er ist davon überzeugt, dass das Ziel zu erreichen ist. Er weiß aber auch: »Bei der brutalen Leistungsdichte im Weltcup ist es oft so, dass 30 Fahrer innerhalb einer Sekunde liegen – da gilt es, an Feinheiten zu feilen.« Damit will er die Sekundenbruchteile herausholen, die dann die nötigen Punkte mehr bringen.

Wichtig ist auch das Selbstvertrauen, das durch die verbesserten Ergebnisse des vorigen Winters schon gestiegen ist. Damals hatten Matthias Berthold und Christian Schwaiger die deutschen Speed-Herren übernommen und für einen deutlichen Aufschwung gesorgt. »Wir waren ja praktisch bei Null, jetzt haben wir zumindest mitgehalten«, freut sich der 26-Jährige.

Im Verlauf der Saison sei bereits die Erwartungshaltung gestiegen. Nun gehe es darum, noch mehr Konstanz in die Leistungen zu bringen. Das gilt nicht nur für die Rennergebnisse: »Im Training war ich ja oft ganz vorn dabei, im Rennen konnte ich das noch nicht so umsetzen.« Hier will sich Ferstl auf jeden Fall verbessern.

Gute Bedingungen beim Schneetraining

Nach der Saison gab es eine gut vierwöchige Pause. Auf Zypern wurde geradelt, aber zum Ausdauertraining kamen auch Zeiten, die am Strand verbracht wurden. Im Juni und Juli wurde in der Heimat in etwas geringerem Umfang geübt, dann ging es voll zur Sache. Fünf Wochen wurde in Nordamerika auf Schnee gefahren, hinzu kamen vier Wochen Schneetraining in Chile und viele Trainingseinheiten im Pitztal. »Wir hatten dort gute Bedingungen, und es ist alles verletzungsfrei gelaufen«, freut er sich.

Die Reisen nach Chile und Nordamerika sind auch wegen der großen Entfernungen und des Jetlags anstrengend. »Man versucht dann vor Ort, schon zur passenden Zeit zu schlagen, um die Zeitunterschiede in den Griff zu bekommen«, berichtet er. Gereist wird mit viel Gepäck, die Sportler haben rund 20 Paar Ski dabei, »und wir haben so viele offizielle Kleidung, dass man kaum private Sachen braucht. Da sind wir top ausgerüstet«, lobt er.

Training mit hoher Intensität

Gearbeitet wurde hart und mit hoher Intensität. »Da haben wir zum Teil sechs bis acht Läufe am Tag gemacht«, so Ferstl. Die Weltcup- und Europacup-Teilnehmer des Deutschen Skiverbandes (DSV) übten gemeinsam. »Das hat viele Vorteile: Wir sind mehr Sportler und pushen uns stärker gegenseitig, das macht auch mehr Spaß. Außerdem haben wir die Betreuer beider Teams dabei, das ist für alle Seiten ideal.« So waren es insgesamt acht Athleten, die trainierten, denn Tobias Stechert (SC Oberstdorf/fällt nach einer Operation ein Jahr aus) und ein weiterer Europacup-Fahrer (ebenfalls verletzt) konnten nicht mitmischen.

Nach kurzem Erholungsaufenthalt in der Heimat sind die Sportler nun wieder in Nordamerika unterwegs. Dort werden Ferstl, Klaus Brandner (WSV Königssee), Andreas Sander (Ennepetal) und Thomas Dreßen (TSV Gilching-Argelsried) dann Ende November in Lake Louise (Kanada) die ersten Weltcups in der Abfahrt und im Super-G bestreiten, eine Woche später geht es in Beaver Creek (USA) zur Sache. Schon hier wollen Ferstl und seine Teamkollegen gut mithalten.

Um sich weiter zu verbessern, ist Erfahrung immens wichtig. »Natürlich weiß man im Groben, welche Ski man bei welcher Schneebeschaffenheit braucht – aber die Feinheiten findet man erst allmählich heraus«, weiß der Traunsteiner. Auch die Ernährung hat der Sportler des SC Hammer etwas umgestellt.

Test der Olympia-Strecke für Februar 2016 geplant

So fühlt sich Ferstl gut vorbereitet. Ein wichtiger Termin steht Anfang Februar 2016 an: Da soll in Pyoengchang (Südkorea) – der Stadt der Olympischen Winterspiele 2018 – die neue Abfahrtsstrecke erstmals getestet werden. »Die Bestätigung, dass die Strecke fertig ist, steht aber noch aus«, bedauert er.

Da in dieser Saison keine WM ansteht, ist das Weltcup-Finale Mitte März 2016 in St. Moritz das höchste Saisonziel. Dieses zu erreichen, wäre ein weiterer Fortschritt, »denn das hat schon seit einigen Jahren kein deutscher Speedfahrer mehr geschafft.« Doch auch dann wäre in seiner Karriere noch weitere »Luft nach oben« – schließlich stehen ja 2018 die Olympischen Winterspiele auf dem Programm ... who