Das Warten geht weiter

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Eine ganz starke Leistung: Hanno Nüßlein vom TSV Chieming hat beim Ironman70.3 in Zell am See seineAltersklasse gewonnen. (Foto: Vordermayer)

Für beide wäre der Ironman70.3 in Zell am See die Generalprobe für ihr ganz großes Saisonziel, der Ironman-WM auf Hawaii im Oktober, gewesen. Doch Hanno Nüßlein vom TSV Chieming und Christian Vordermayer vom TV Traunstein müssen sich erneut um ein ganzes Jahr gedulden.


Denn das legendäre Rennen in Kona kann coronabedingt auch in diesem Jahr nicht stattfinden und soll 2022 in einer Doppelauflage im Februar und Oktober endlich wieder über die Bühne gehen. »Wir haben uns beide dazu entschieden, im Oktober 2022 auf Hawaii zu starten«, erzählt Nüßlein im Gespräch mit unserer Sportredaktion.

Nüßlein war vor 20 Jahren schon einmal auf Hawaii dabei – und er schwärmt heute noch von diesem Erlebnis, »auch wenn das Rennen klimatisch für mich nicht einfach ist«. Nüßlein löste sein zweites WM-Ticket im Oktober 2019 beim Ironman Barcelona und seitdem ist Hoffen und Bangen angesagt. »Die erneute Absage war schon irgendwie enttäuschend, schließlich ist damit erneut das ganz große Ziel weggebrochen«, erzählt er.

Dennoch war für ihn die erneute Verschiebung nicht ganz so schlimm wie für Christian Vordermayer, der auf seinen ersten Start in Kona über die 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen brennt. »Die erneute Absage für Hawaii hat mir ordentlich den Stecker gezogen«, gibt er unumwunden zu. Die Trainingsmotivation war dahin. »Ich hatte ein paar Wochen keinen Bock mehr.« Schließlich sei Hawaii sein Traum, für den er sich bereits 2019 beim Ironman Malaysia qualifiziert hatte. Vordermayer muss sich nun ein weiteres Jahr gedulden. »Mental ist das gerade nicht so einfach«, gesteht er.

Für ihn lief es beim Mitteldistanz-Rennen in Zell am See dann ganz ordentlich. »Dabei wollte ich eigentlich schon gar nicht hinfahren. Aber weil Hanno eben auch gestartet ist, haben wir uns zusammengetan«, sagt er.

Die Bedingungen beim Rennen in Österreich waren alles andere als leicht. »Grausiger geht's fast nicht«, sagt Nüßlein. »Und vor dem Start haben wir uns wirklich gefragt, was wir hier machen«, lacht der TSV-Athlet. »Das war schon unglaublich: Es hat in Strömen geregnet und oben an den Bergen hat man schon Schnee gesehen«, erzählt er. Dennoch entschieden sich die beiden, an den Start zu gehen. »Und der See war erstaunlich warm«, lacht Nüßlein. Die 1,9 km im See legte er in starken 31:04 Minuten zurück. Beim Radfahren – auf der 90-km-Schleife mussten rund 1000 Höhenmeter bewältigt werden – war der höchste Punkte der Filzsattel. Da hinauf sei es dann ganz schön warm geworden. »Aber bei der Abfahrt war's dann wieder saukalt«, sagt Nüßlein, der die Radstrecke in 2:30:44 Stunden bewältigte.

Er führte beim Wechsel in die Laufschuhe seine Altersklasse M 50-54 mit rund fünf Minuten an. Der Vorsprung schmolz beim 21-km-Lauf zwar dahin, aber Hanno Nüßlein gewann trotzdem seine Altersklasse in 4:43:43 Stunden. »Es hat Spaß gemacht«, zieht er Bilanz. »Und wir haben dem Wetter getrotzt.« Nüßlein hat mit diesem tollen Erfolg auch einen Slot für die Ironman-WM70.3 für nächstes Jahr gelöst. Doch wegen der ganzen Unsicherheiten und seinem Hawaii-Start 2022 nahm er ihn vorerst nicht an.

Christian Vordermayer erreichte das Ziel in Zell am See nach 5:13:48 Stunden. Mit dem Schwimmen sei er nicht zufrieden gewesen, bilanziert er. Das müsse schneller gehen als die 38:49 Minuten. Auch das Radfahren – Vordermayer benötigte 2:45:15 Stunden für die Strecke – kann er besser. »Mit meinem Lauf bin ich allerdings sehr zufrieden«, sagt er. »Man merkt, dass da mein Training gerade anschlägt.« Den Halbmarathon absolvierte er in starken 1:36:40 Stunden. Am Ende stand für ihn in seiner Altersklasse M 40-44 der 25. Platz zu Buche.

Vom TSV Chieming war übrigens noch ein weiterer Sportler dabei – und zwar Maximilian Frey. Er finishte das Rennen in 5:19:39 Stunden und belegte damit in seiner AK 25-29 den 43. Platz.

Für Christian Vordermayer geht es in wenigen Wochen jetzt übrigens dennoch auf eine Langdistanz. Er hat sich kurzfristig dazu entschieden, dass er nach der Hawaii-Absage nun am 19. September beim Ironman Klagenfurt starten wird. »Das ist jetzt quasi mein B-Rennen«, sagt er. »Ich werde dafür jetzt auch in den nächsten zwei Wochen im Training nochmals richtig Gas geben«, kündigt er an. »Denn ich habe mich ja eigentlich das ganze Jahr über auf eine Langdistanz vorbereitet und jetzt will ich so eine eben auch unbedingt noch machen.«

Hanno Nüßlein hingegen wird seine Triathlon-Saison voraussichtlich für dieses Jahr beenden – mit drei tollen Erfolgen in der Tasche. Er gewann ja nicht nur seine Altersklasse beim Mitteldistanz-Rennen in Zell am See, sondern auch beim Apfelland-Triathlon in Stubenberg am See (Österreich). Zudem gab er auch über die Kurzdistanz beim Trumer Triathlon (Österreich) in seiner Altersklasse den Ton an. »Aller guten Dinge sind drei«, lacht er. Und das gilt für Nüßlein und Christian Vordermayer wohl auch für ihren Start auf Hawaii. Nach den Absagen in den vergangenen beiden Jahren soll sich ihr Traum im dritten Anlauf im Oktober 2022 nun endlich erfüllen.

SB

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