weather-image
26°

»Das war so nicht geplant«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Dem Gerangel hinter sich entgangen: Benedikt Huber (rechts), der sich mit 63 Hundertstelsekunden Vorsprung den Titel holte, während Sören Ludolph (2. von rechts) sich in einem engen Duell mit Marc Reuther (3. von rechts) um Rang 2 um zwei Hundertstelsekunden durchsetzte.

Das war ein hartes Stück Arbeit: Der Pallinger 800-Meter-Läufer Benedikt Huber (LG Telis Finanz Regensburg) holte sich den Titel bei der Deutschen Meisterschaft in Kassel (wir berichteten kurz). Doch die Art und Weise, wie er zu seinem Erfolg kam, »war so nicht geplant«, so der 26-Jährige.


Ursprünglich wollte er nämlich erst ab ungefähr der Hälfte des Rennens »Druck machen«. Doch schon nach 200 Metern lag er vorn, und nach 300 Metern »habe ich mir gedacht: Jetzt zieh' ich das durch«, berichtet er. Denn seine Sorge war groß, im Feld »eingesperrt« zu werden und dann in der entscheidenden Phase nicht mehr entsprechend angreifen zu können.

Anzeige

Nach 500 bis 600 Metern »hatte ich eine kleine Lücke geschafft, aber in der letzten Kurve waren die Konkurrenten wieder dran.« Doch auf den letzten 100 Metern gab er Vollgas, »und ich konnte eine kleine Lücke erreichen.« So gewann Huber in 1:47,17 Minuten vor Sören Ludolph (Braunschweig/1:47,80) und hofft nun auf die EM-Nominierung für die Titelkämpfe in Amsterdam (6. bis 10. Juli).

Zwar hat Huber mit seiner Saisonbestzeit (1:46,57) vor gut einer Woche in Regensburg hauchdünn die EM-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) von 1:46,50 verfehlt, doch der DM-Titel ist eine gute Empfehlung für den 26-Jährigen. Der DLV kann sogar bis zu drei Läufer nominieren. Der Einzige, der die Norm bisher knapp geschafft hat, ist der Braunschweiger Sören Ludolph. 1:46,43 Minuten lief dieser in Regensburg, »aber da habe ich ihn praktisch die ganze Zeit gezogen«, weiß Huber.

Unabhängig von der EM-Nominierung hofft er nun noch, in dieser Woche oder am Wochenende an einem schnellen Rennen teilnehmen zu können, »denn ich würde gern auch die Olympia-Norm schaffen.« Die steht bei 1:46,00 Minuten – angesichts von zwei Leistungen in den Tagen vor der DM mit Zeiten unter 1:47 Minuten scheint das durchaus realistisch zu sein.

Huber selbst muss nun die richtige Mischung zwischen Belastung und Regeneration finden. Schließlich ist er berufstätig – bei der Firma BSH in Traunreut – und muss sein Training gut einteilen. Er absolvierte vor der Saison zwei Trainingslager mit dem Regensburger Team und erhält in enger Absprache auch Trainingspläne aus Regensburg, nach denen er sich vorbereitet.

Nun hofft er: »Es wäre super, wenn mich der Deutsche Leichtathletik-Verband jetzt mit zur EM nehmen würde.« Möglicherweise gäbe es ja dann – trotz aller Taktiererei bei solchen Wettkämpfen – auch in Amsterdam ein Rennen für ihn, das für die Olympia-Norm schnell genug wäre. Vielleicht kann er sich dann während des Laufs auch wieder vornehmen: »Jetzt zieh' ich das durch.« who