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»Das war heute ganz großer Judosport«

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Er trug sich zweimal für Teisendorf in die Siegerliste ein: Christian Pichler (vorne). Die Teisendorfer zeigten eine geschlossen gute Mannschaftsleistung. (Foto: Wittenzellner)

»Ausgerechnet die schwersten Gegner bekommen wir im einzigen Regionalliga-Heimkampf in dieser Saison zugeteilt«, hatte sich Teisendorfs Erster Judo-Abteilungsleiter Konrad Gasser im Vorfeld nicht unbedingt begeistert über die Kämpfe gegen den TSB Ravensburg und die Reserve des Bundesligisten KSV Esslingen gezeigt.


Die etwas über 100 Zuschauer waren es schon, und auch Gasser zeigte sich nach den Begegnungen begeistert: »Das war heute ganz großer Judosport«, freute sich der Abteilungschef. Hatte doch seine hochmotivierte Truppe den gegenüber dem vergangenen Jahr deutlich verstärkten TSB Ravensburg mit 4:3 (Unterbewertung 37:30) und den KSV Esslingen II mit 6:1 (Unterbewertung 54:10) »abgefertigt« und damit auch in der Tabelle einen riesigen Satz nach vorne gemacht.

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Siegbringer waren sowohl die Teisendorfer Eigengewächse und Stammkämpfer wie beispielsweise Fritz Gasser oder Benedikt Schmid aber auch die bewährte »österreichische Fraktion« mit Christian Pichler und Christoph Kronberger, wohingegen Herbert Kirchmaier aufgrund der Beschränkung auf zwei ausländische Judoka zuschauen musste.

Gegen Ravensburg zeigte zu Beginn Benjamin Huber (bis 81 kg) eine starke Leistung und machte richtig »Dampf«. Ein grenzwertig anzusehender verdrehter Arm raubte ihm nach erneutem Kampfbeginn etwas die Konzentration. Die Folge war eine Ippon-Niederlage.

Vitali Zeleznjak (bis 100 kg) trieb seinen Gegner Matthias Müller vor sich her, musste sich jedoch immer wieder vor den Uchi-mata-Ansätzen (Schenkelwurf) des Ravensburgers hüten. Am Ende hatte Zeleznjak mit einem Tanio-toshi (Talfallzug) gewonnen. Christian Pichler (bis 90 kg) sah sich gleich zu Beginn des Kampfes heftigen Angriffen seines Gegners Julian Stiebeling ausgesetzt. Mit einer »Schweinerolle« (Soto-maki-komi) drehte er den Spieß um und siegte mit Ippon.

Christoph Kronberger (über 100 kg) zeigte sich wie gewohnt als »Chef« auf der Matte. Mit einem Trick, halb Beinfeger, halb den Gegner nach hinten zu schieben beendete er den letztlich doch ungleichen Kampf. Fritz Gasser (bis 66 kg) hatte die Fans auf seiner Seite. Der Lokalmatador machte wie üblich Druck und siegte mit einem zweihändigen Schulterwurf.

Weniger gut lief es für Raimund Gasser der unglücklich in einen Abtaucher lief und gegen Tetik Kürsad mit Ippon verlor. Auch Benedikt Schmid (bis 60 kg) stand gegen den starken Martin Schuhmacher vor einer unlösbaren Aufgabe und wurde entscheidend zum 4:3 aus Teisendorfer Sicht geworfen.

Gegen die Reserve des Bundesligisten Esslingen steigerte sich das Team der Teisendorfer dann in einen wahren Siegesrausch. Zwar verlor Wolfgang Kettenberger (bis 81 kg), der nach seiner langen Verletzung noch nicht ganz an alte Zeiten anknüpfen kann, gegen den Esslinger Julian Maier noch mit Ippon. Doch dies sollte der letzte Punkt der Gäste an diesem Tag in Teisendorf sein. Zeleznjak (bis 100 kg) holte gegen den hochgewachsenen Marco Meier mit einem Tani-otoshi einen Ippon-Sieg. Pichler (bis 90 kg) siegte mit einem Tai-otoshi. Kronberger (über 100 kg) steuerte gegen Andreas Kurz in gewohnt lässig wirkender Kampfweise mit dem gleichen Griff einen weiteren Sieg bei.

Verbissen kämpfte Gasser (bis 66 kg) gegen Christian Köpf in einem Duell zweier gleichwertiger Judoka, musste sich dabei immer wieder vor blitzschnellen Abtauchern des Esslingers schützen. Eine Waza-ari Wertung (mittlere Wertung) brachte ihm letztlich aber den Sieg. Max Speckbacher (bis 73 kg) sah gegen Tim Roser nicht unbedingt wie der sichere Sieger aus. Ein klug gezogener Uchi-mata (Schenkelwurf) setzte dem Kampf ein überraschendes Ende zu Gunsten des Kirchweidachers in Teisendorfs Diensten. Den Schlusspunkt setzte Schmid (bis 60 kg) gegen Lars Zauner. Zwar wurde ein vom Kampfrichter gegebener Ippon von den beiden weiteren Mattenleitern wieder zurückgenommen, mit einem Waza-ari war sein Erfolg jedoch gesichert.

»Natürlich sind wir begeistert. Diese Erfolge waren im Vorfeld so nicht zu erwarten. Jetzt können wir beruhigt in die weiteren Kämpfe gehen«, betonten die beiden Trainer Carsten Zillmer und Tom Scholz. Einziger Wermutstropfen: Das starke Team des TSV ist heuer nicht mehr auf eigener Matte zu sehen. awi