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»Das war eine sehr erfolgreiche Sache«

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Neun Medaillen haben die deutschen Nachwuchsbiathleten bei den Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft in Presque Isle im amerikanischen Bundesstaat Maine gewonnen. Fünf davon gehen an die Sportler am Stützpunkt Ruhpolding. Mit dieser Bilanz kann Nachwuchstrainer Tobias Reiter aufwarten.


»Das war eine sehr erfolgreiche Sache. Wir sehen, dass wir auf Augenhöhe mit dem internationalen Nachwuchs sind«, nennt Reiter als eine der wichtigsten Erkenntnisse der Weltmeisterschaft.

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So holten Matthias Dorfer (SV Marzoll) zusammen mit seinen Stützpunkt-Kollegen Philipp Nawrath (SK Nesselwang) und Roman Rees (SV Schauinsland) Gold in der Junioren-Staffel. Für Anna Weidel (WSV Kiefersfelden) und Marco Groß (SC Ruhpolding) gab es bei der Jugend je zwei Silbermedaillen.

Die Grundlage zu diesen Erfolgen stellte Tobias Reiter bereits im Trainingslager in Ridnaun. Dort wurde bereits die Zeitumstellung (minus sechs Stunden) in den USA Schritt für Schritt vollzogen. »Da hatten wir auch keine Probleme drüben, dafür haben uns die Temperaturen zu schaffen gemacht«, erklärte Reiter angesichts von minus 15 bis minus 22 Grad bei den Wettkämpfen.

Sehr zufrieden war der Trainer mit seinen zwei Teilnehmern im Jugendbereich. Sowohl Anna Weidel als auch Marco Groß mussten sich mit einer starken internationalen Konkurrenz auseinandersetzen. Weidel musste sich im Sprint einer Italienerin beugen, die bereits Profi ist. Groß hatte es mit dem Amerikaner Sean Doherty im Sprint und der Verfolgung als härtesten Konkurrenten zu tun. Der US-Athlet war auch bei Olympia in Sotschi für die USA im Einsatz und betritt dort unter anderem die Staffel.

»Die Leistung ist damit schon hoch genug zu bewerten, dazu haben beide derzeit einigen Abi-Stress«, erklärt Reiter. Auch im Einzellauf seien beide knapp an einer Medaille gewesen, hatten jedoch Probleme mit dem Wind am Schießstand.

Bei den Juniorinnen war nur Marion Deigentesch vom SV Oberteisendorf am Start. Franziska Preuß (SC Haag) wäre noch zwei Jahre in dieser Klasse startberechtigt, ist aber bereits im Weltcup im Einsatz.

Deigentesch ist eigentlich noch im Jugendbereich startberechtigt, durfte aber bei den Junioren antreten. Da sie wegen einer Krankheit im Sommer erst im Herbst ins Training einsteigen konnte, gelang es ihr nicht ganz, vorne mitzulaufen. »Mit Platzierungen um den zehnten Rang hat sie trotzdem eine große Talentprobe abgegeben«, lobte Reiter seinen Schützling.

Ein wirklich »brutales Niveau« war bei den Junioren zu beobachten. Franzosen, Norweger und Russen hatten extrem schnelle Biathleten am Start. »Uns war klar, dass jeder unserer Junioren ein perfektes Rennen braucht, um eine Medaille zu holen«, meinte der Trainer. Im Sprint lieferte Matthias Dorfer (SV Marzoll) mit dem sechsten Platz ein sehr gutes Ergebnis ab. Auch Philipp Nawrath als Siebter setzte ein Ausrufezeichen. Im Verfolger hatten alle Junioren gute Ausgangspositionen. Nawrath und Rees hielten lange gut mit, vergaben aber am Schießstand letztendlich ihre Medaillenchancen.

Matthias Dorfer war bis zur Schlussrunde auf Bronzekurs und musste sich am Ende mit dem vierten Platz begnügen. Im Einzel herrschte starker Wind, Dorfer leistete sich einen Fehler zu viel, um auf das Podest zu kommen. Auch Nawrath hielt dem Druck am Ende nicht ganz stand.

Die Belohnung konnten sie trotzdem noch im letzten Rennen einheimsen. Nach einem »perfekten Tag«, so Reiter, holten sie sich die Goldmedaille. Beim letzten Schießen kam Matthias Dorfer zusammen mit dem norwegischen Läufer an den Schießstand.

Während der Marzoller mit zwei Nachladern davonkam, leistete sich sein Kontrahent gleich drei Strafrunden. »Dieser Erfolg war sehr wichtig für unsere Jungs, weil sie bereits in jedem Einzelrennen in der Nähe der Medaillen waren. Teilweise fehlte uns da nur das Quäntchen Glück«, sagte Reiter abschließend. SHu.