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Vor seinem Start in Gerardmer war Julian Erhardt zuversichtlich. Am Renntag lief es dann aber nicht, und der Überseer Profi-Triathlet brach den Wettkampf vorzeitig ab.

»Das war dann ein Kopf-Problem«

Nach seinem überlegenen Gesamtsieg und dem Triple beim Rhein-Neckar-Cup war die Vorfreude bei Julian Erhardt auf den Triathlon in Gerardmer riesig. Der Wettbewerb in den Vogesen zählt zu den Klassikern im Rennkalender – und der Überseer Profi-Triathlet reiste mit viel Selbstvertrauen im Gepäck nach Frankreich an und wollte dort über die XL-Distanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21 km Laufen) auch ganz weit vorne mitmischen. Doch es lief für den 30 Jahre alten Athleten alles andere als nach Plan: Erhardt stieg vorzeitig aus dem schweren Mitteldistanz-Rennen aus.


Was war passiert? »Laut Wetterbericht sollte es ganz gute Bedingungen geben«, berichtete Erhardt im Gespräch mit unserer Sportredaktion. »Aber schon beim Einchecken hat es zum Regnen angefangen«, ergänzte er. Er habe da schon richtig gefroren und habe auch nichts mehr Großartiges zum Anziehen dabeigehabt, fügte er hinzu.

Die Schwierigkeit dabei: Die Radstrecke in den Vogesen ist richtig anspruchsvoll und mit gut 2000 Höhenmetern warten auf die Triathleten nicht nur knackige Anstiege, sondern eben auch rasante Abfahrten. »Bei Regen ist das natürlich alles nicht so toll«, betonte Erhardt. »Da wird es dann auch eben richtig gefährlich.« Und genau das spukte ihm bereits beim Schwimmen im Hinterkopf herum. Die erste Disziplin lief aber noch gut für den Überseer, der für Triathlon Grassau startet. »Das war in Ordnung«, berichtete er.

Erhardt stieg dann auch noch aufs Rad. Doch schon bei den ersten Kurven merkte er, dass sein Hinterrad auf den nassen Straßen wegrutschte und auch seine Bremsen beim Bergabfahren nicht mehr richtig zogen. »Das war dann ein Kopf-Problem. Ich bin einfach nicht mehr in meinen Rennmodus gekommen«, gab er zu. Die Angst vor einem Sturz war zu groß und so entschied Erhardt, das Rennen vorzeitig zu beenden. Somit hatte der Überseer nichts mehr mit der Vergabe der Spitzenplätze zu tun: Bei den Männern dominierte Clément Mignon den Wettbewerb. Der Franzose siegte in 4:18:33 Stunden vor dem Italiener Grégory Barnaby (4:24:08) und dem Briten James Teagle (4:24:26).

Mit seiner Aufgabe ist Julian Erhardt natürlich alles andere als glücklich. »Das ist freilich blöd und es hängt mir auch noch nach«, erzählte er. »Aber es geht weiter«, blickte er bereits nach vorn. Nun hat er im Oktober noch zwei weitere Mitteldistanz-Rennen der Ironman-Serie auf seinem Zettel stehen – und zwar wird er in Jesolo (9. Oktober/Italien) und in Cascais (15. Oktober/Portugal) starten. »Davor will ich noch einen guten Trainingsblock hinlegen und dann diese Saison für mich persönlich noch zu einem guten Abschluss bringen.«

SB

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