»Das Turnier ist in Planung«

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Die Corona-Auflagen müssen auch auf den Reiterhöfen eingehalten werden. Während Reitstunden bekanntlich verboten sind, müssen die Tiere jeden Tag bewegt und gepflegt werden. Dazu gehört auch die Arbeit des Hufschmieds, der regelmäßig auch nach Pertenstein kommt. (Foto: Rasch)

Auf Schloss Pertenstein ist die Geschichte des Adels eng mit der Geschichte des Pferdes verbunden. Bereits im 17. Jahrhundert wurden im angrenzenden Gutsbereich, dem sogenannten »Marstall«, Pferde zur Zucht, zur landwirtschaftlichen Nutzung sowie zur Reitausbildung gehalten. Das Zusammenleben zwischen Mensch und Pferd hat bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt.


Einen großen Bekanntheitsgrad in Pertenstein genießen die Reit- und Springturniere des Vereins Pferdefreunde Pertenstein, der vor 50 Jahren als Abteilung des FC Traunreut gegründet wurde. Seither veranstalten die Pferdefreunde auch Reit- und Springturniere. Im Mai wäre es wieder soweit. Aber es ist noch nicht sicher, ob das Frühjahrsturnier, das schon im letzten Jahr wegen Corona ausfallen musste, heuer ausgetragen wird.

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»Das Turnier ist in Planung. Aber wir machen es von den Hygieneauflagen abhängig und entscheiden dann kurzfristig«, sagte der Vorsitzende der Pferdefreunde und Turnierleiter, Sepp Maier, dem Traunsteiner Tagblatt.

Unterdessen läuft der Betrieb auf dem Reiterhof weiter, allerdings mit Einschränkungen, die auch mit finanziellen Einbußen verbunden sind. Der Reitunterricht ist auf Eis gelegt und auch das Vereinsleben steht seit Monaten still.

Die gebuchten Unterrichtsstunden könnten seit Monaten nicht durchgeführt werden, bedauert Magdalena Lauber, die für den Reitbetrieb und für den Erhalt der Reitanlage verantwortlich ist. »Vor allem für die Kinder tut es mir leid, dass sie im Moment gar nicht kommen können und ich hoffe, dass es bald eine Lösung gibt«, so die Pferdewirtschaftsmeisterin. Lobend erwähnte sie, dass sich die meisten Reiter dem Reiterhof gegenüber solidarisch zeigen, in dem sie die Reitgebühren trotzdem weiter bezahlen: »Das ist schon eine große Erleichterung«, betont Lauber.

Die rund 35 Pferde, die auf dem Reiterhof leben, dürfen lediglich bewegt werden. »Schon allein aus Tierschutzgründen müssen die Pferde bewegt und versorgt werden«, so Lauber. »Nicht nur die 'Einsteller' müssen von ihren Besitzern jeden Tag bewegt werden, auch unsere Schulpferde.« Um die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen in der Reithalle einzuhalten, hat Lauber schon beim ersten Lockdown eine »Notbewegungsgruppe« eingerichtet. Denn in der Pertensteiner Reithalle dürfen sich maximal acht Mensch-Pferde-Paare auf einmal aufhalten.

»Ich stelle jeden Tag einen Plan zusammen und schicke diesen dann um 6 Uhr früh per Whatsapp an die Reiterinnen und Reiter, die sich angemeldet haben«, so Lauber. Maximal eine Stunde dürfen sich die Reiter mit den Pferden in der Halle aufhalten.

Des weiteren müssen auch alle Personen, die sich auf dem Reiterhof aufhalten, registriert werden, sagt Lauber. Dazu gehören auch der Tierarzt oder der Hufschmied, der etwa alle zwei Monate vorbeikommt, um die Hufe zu raspeln und auszuschneiden oder neu zu beschlagen.

Wie in Pertenstein ist auch auf dem Aschentalerhof in Roitham in Stein an der Traun der Schulbetrieb eingestellt. Auch hier leben über 30 Pferde, die trotz Corona gefüttert und bewegt werden müssen.

»Die Pferde merken schon, dass sie im Moment mehr Urlaub haben«, sagt Veronika Aschentaler. Auch sie hofft, dass der Reitbetrieb bald wieder einigermaßen normal laufen kann. »Unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen hat bisher alles ganz gut geklappt, auch der stündliche Wechsel in der Halle mit jeweils fünf Mensch-Pferde-Paaren.«

Bis es dann im Freien hoffentlich wieder so richtig los geht, tanken die Vierbeiner schon mal Sonne und Wärme auf der Koppel. Denn nach einem langen Winter geht es den Pferden genauso wie uns Menschen: Sie bekommen neue Energie durch mehr Sonnenlicht und Wärme. Kreislauf, Stoffwechsel und die Durchblutung werden angeregt. »Bei uns geht´s grad hoch her, erklärte Aschentaler. Auf der Koppel werde gebuckelt, gerannt und ausgelassen getobt.

ga

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