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»Das sind die Kandidatinnen für Olympia 2018«

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Sie überzeugte nach ihrem Medaillengewinn bei den Europameisterschaften in Sofia (Bulgarien) nun auch bei den Deutschen Meisterschaften in Traunreut: Tabea Alt siegte im Mehrkampf der AK 14 und holte zwei Einzeltitel. (Fotos: Weitz)

Prächtige Stimmung in der Halle und hervorragende Leistungen prägten die Deutschen Jugendmeisterschaften der Turnerinnen (Altersklassen 12 bis 15), die in der Halle des TuS Traunreut ausgetragen wurden. Dass dann auch noch Lokalmatadorin Sonja Fischer (TuS Traunreut) in der Altersklasse 15 in den Gerätefinals den Titelgewinn im Sprung, die Silbermedaille am Boden, Rang 4 am Schwebebalken und Rang 6 am Stufenbarren erkämpfte, vergrößerte die Freude bei den heimischen Fans.


Bei den Gerätefinals am Sonntag, bei denen vor gut gefüllten Zuschauerrängen oft gleichzeitig Turnerinnen an verschiedenen Geräten an den Start gingen, wurden die Sportlerinnen kräftig angefeuert. Ein kräftiges »Steh« ertönte, wenn eine Turnerin am Sprung zur Landung oder am Stufenbarren zum Abgang ansetzte. Rhythmisches Klatschen begleitete Sonja Fischer beim Anlauf zu ihren beiden Sprüngen, von denen der erste besonders durch seinen hohen Schwierigkeitsgrad beeindruckte.

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Am Schwebebalken mussten viele Teilnehmerinnen mindestens einen ungeplanten »Abgang« hinnehmen. Doch sie zeigten sich davon allesamt unbeeindruckt und führten ihre Übungen wieder fort.

Frenetischer Beifall

Als dann die Sieger der Gerätefinals bekannt gegeben wurden, gab es lauten Beifall für alle Teilnehmerinnen – besonders frenetisch war er aber, als Sonja Fischers Titelgewinn am Sprung verkündet wurde.

Begeistert war auch Fischers Trainerin Natalie Pitzka: »Ich glaube, einen deutschen Meistertitel bei den Mädchen gab es in Bayern schon seit gut 20 Jahren nicht mehr«, freute sie sich über den Erfolg ihres Schützlings. »Und die Silbermedaille war nochmal das 'i-Tüpfelchen'«, so die Trainerin. »Am Schwebebalken war ebenfalls eine Medaille drin, doch ein Sturz hat dann Bronze gekostet.«

Ins Finale am Stufenbarren war Sonja Fischer aufgerückt, weil eine Konkurrentin ausfiel. Fischer war am Vortag bei ihrem Abgang schlecht gelandet, weil sie »einen technischen Fehler hatte. Den bekommt man nicht so schnell raus, deshalb haben wir dann beim Finale auf einen einfachen Abgang gesetzt, auch wenn uns das ein bis eineinhalb Punkte gekostet hat«, erläuterte Pitzka.

Am ersten Wettkampftag hatten die rund 80 Turnerinnen im Mehrkampf um den Titelgewinn sowie um den Einzug in die Gerätefinals gekämpft und auch dabei schon gute Leistungen gezeigt. Bei der Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft des CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Ramsauer stand, bekamen die Zuschauer – im Schnitt der beiden Tage laut Schätzung von TuS-Abteilungsleiter Dieter Mickler gut 550 je Tag – hervorragenden Sport geboten.

In der Altersklasse S 12 setzte sich Hala Sidaoui (Hockenheimer Sportverein) durch, in der Ak 13 lag Emma Höfele (TG Neureut) vorn, die tags darauf auch zwei Einzelfinals gewann. Antonia Alicke, die in der S 15 drei Titel holte, erhält voraussichtlich den Platz des DTB bei den Olympischen Jugendspielen in diesem Jahr in Nanjing (China).

Hervorragend präsentierte sich auch Favoritin Tabea Alt in der S 14. Dort holte sich die Sportlerin des MTV Ludwigsburg zwei Titel in den Gerätefinals sowie die Meisterschaft im Mehrkampf. Alt hatte zuletzt unter anderm bei den Jugend-Europameisterschaften in Sofia (Bulgarien) am Balken Bronze gewonnen.

»Niveau war hervorragend«

So war es auch nicht übertrieben, dass den Fans – vor allem in Bezug auf die Altersklassen 14 und 15 – angekündigt wurde: »Ihr seht hier die Kandidatinnen, die sich für die Olympischen Spiele 2018 in Rio qualifizieren könnten.« Das sieht auch Natalie Pitzka so: »Ja, das Niveau hier war hervorragend. Insgesamt wird beim deutschen Nachwuchs gute Arbeit geleistet, da kann man sich für die Zukunft einiges erhoffen«, lobte sie. Und da ihre Sportlerin Sonja Fischer in dieser hochkarätigen Konkurrenz ganz vorne mitmischt, ist auch für die junge Traunreuterin die Hoffnung auf Olympia 2018 gar nicht so unrealistisch ... who