»Das Rennen war eine Mega-Erfahrung für mich«

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Profi-Triathlet Frederic Funk zeigte beim Rennen in Daytona, dass er zu den stärksten Radfahrern zählt.

Was für ein Rennen, was für ein erlesenes Starterfeld und was für ein gelungener Abschluss dieser so verrückten Triathlon-Saison: Die Premiere der Championship der Professional Triathletes Organisation (PTO) in Daytona war ein voller Erfolg. Und mittendrin in diesem Weltklasse-Feld aus Lang-, Mittel- und Kurzdistanz-Spezialisten war auch die Nachwuchshoffnung Frederic Funk aus Unterwössen.


Der junge Profi-Triathlet des Teams Erdinger Alkoholfrei belegte im verkürzten Mitteldistanz-Rennen (2 km Schwimmen, 80 km Radfahren und 18 km Laufen) in Florida am Ende in starken 3:10:34 Stunden den 17. Platz. »Ich bin mit meinem Rennen insgesamt sehr zufrieden«, sagt Funk im Gespräch mit unserer Sportredaktion. »Ich habe alles gegeben.« Und: »Das Rennen war eine Mega-Erfahrung für mich, ich bin dort gegen die besten Athleten der Welt gestartet.«

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Bei den Frauen gewann die Kanadierin Paula Findlay (3:24:55 Stunden) vor dem deutschen Duo Anne Haug (3:27:32) und Laura Philipp (3:30:00). Im überaus spannenden Männer-Rennen setzte sich im Stadion des Daytona International Speedways der Norweger Gustav Iden (3:05:06) vor Matt Hanson (USA/3:05:57) und dem Briten George Goodwin (3:06:09) durch. Als bester Deutscher kam Andreas Dreitz (3:07:45) auf Platz 10. Florian Angert belegte Platz 13 (3:08:14) und als drittbester Deutscher glänzte eben Funk!

»Ein extrem hartes und schnelles Rennen«

Der 23 Jahre alte Triathlet, der wie Anne Haug und Jan Frodeno von Dan Lorang trainiert wird, war übrigens mit dem Dänen Magnut Ditliv (14. Platz/ 3:08:57) der jüngste Starter im Männer-Feld. »Ich hätte erwartet, dass ich mit meiner Leistung weiter vorne landen kann«, erzählt Funk nach dem Rennen. »Aber die anderen waren wirklich stark. Es war ein extrem hartes und schnelles Rennen.«

Dabei zeigte Funk einmal mehr, dass er zu den stärksten Radfahrern zählt. Zwischenzeitlich war er sogar mal unter den besten Zehn. »Ich habe das nicht wirklich realisiert, dass ich mal unter den Top 10 war«, betont er. »Ich habe mir nur mal gedacht, dass ich relativ weit vorne sein muss, weil ich doch viele Leute überholt habe.« Das Radfahren im Oval hatte laut Funk »schon etwas Cooles«. Allerdings sei es auch extrem hart gewesen, »weil man ja 80 Kilometer lang in der liegenden Position gefahren ist und man richtig viel Watt treten musste«. Das Radfahren sei insgesamt auch unglaublich schnell gewesen, findet Funk. »Und teilweise war’s auch ein wenig chaotisch, weil es auch viele überrundete Athleten auf der Strecke gegeben hat«. Zudem mussten man beim Überholen eine 20-Meter-Regel beachten und hatte auch nur 40 Sekunden Zeit, den Überholvorgang abzuschließen. »Sonst hätte man eine Zeitstrafe kassiert«, erzählt Funk.

Krämpfe in der zweiten Wechselzone

Gerade beim Radfahren mussten dann auch einige Athleten den hohen Ansprüchen Tribut zollen und brachen das Rennen vorzeitig ab. »Ich hatte auch Krämpfe in der zweiten Wechselzone«, sagt Funk. Aber er biss auf die Zähne und zeigte auch beim Laufen eine starke Leistung. »Beim Wechsel auf die Laufstrecke habe ich auch gesehen, dass die Spitze nicht so weit weg ist.« Am Ende sprang im Duell mit den besten Triathleten der Welt ein starker 17. Platz für den Unterwössener heraus.

»Ich kann auf jeden Fall viel Erfahrung mitnehmen«, freut sich Funk. »Die ganze Woche war von der PTO sehr gut organisiert. Es gab verschiedene Fotoshootings, ein Mediatraining und vor dem Rennen auch die besten Trainingsmöglichkeiten.« Es habe etwa einen Extra-Raum gegeben, in dem Rollen und Laufbänder aufgebaut waren, die die Sportler nutzen konnten. Frederic Funk ist mittlerweile schon wieder zurück in Deutschland. Der Ironman 70.3 Florida, bei dem er eigentlich an diesem Wochenende auch noch starten wollte, wurde kurzfristig wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Für Funk war das aber kein großes Problem. »Die Absage hat mich nicht so getroffen«, sagt er. »Ich hätte den halt noch mitgenommen. Aber das ist jetzt auch so in Ordnung.«

Schließlich zeigte Frederic Funk, der in Nürnberg lebt und dort studiert, ein ganz starkes Rennen in Daytona. »Ein gelungener Abschluss des Jahres 2020«, findet er. Vor allem auch, weil Frederic Funk seinen Worten nach eher ein Typ ist, »der über viele Rennen kommt und dann immer besser wird«. Jetzt gab’s aber eben nur dieses eine Rennen. »Dass ich da gleich gut abliefern konnte, hat mich selbst überrascht. Es war meine beste Leistung, die ich bisher über eine Mitteldistanz gebracht habe.« Und so blickt Funk überaus zuversichtlich auf die kommenden Jahre. »Ich glaube, ich bin auf einem guten Weg.« Sein Plan lautet: »Ich werde hoffentlich von Jahr zu Jahr immer weiter vorne landen. Da wird was gehen in den nächsten Jahren.« SB

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