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»Das Rennen am Sachsenring war echt der Hammer«

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Am Start eines Rennens stehen: Dieses Gefühl kann Markus Reiterberger frühestens bei seinem WM-Heimspiel am Lausitzring am Wochenende vom 16. bis 18. September wieder genießen. Derzeit hat die Genesung nach seinem Rennunfall in Misano Vorrang. (Foto: Althea)

Sein Job ist es, möglichst schnell zu sein. Doch jetzt braucht Markus Reiterberger Geduld – viel Geduld sogar. Der Obinger Motorradrennfahrer, der für das italienische Team BMW Althea fährt, befindet sich nach seiner Wirbelverletzung beim Superbike-WM-Rennen in Misano (wir berichteten) derzeit in der ersten Phase der Rehabilitation. Doch obwohl er sportlich noch fast nichts tun kann, ist er schon wieder – in Absprache mit seinem medizinischen Team – aktiv.


Reiterberger besuchte zunächst die BMW Motorrad Days in Garmisch-Partenkirchen. Dort stand er beim größten BMW-Motorrad-Treffen der Welt den Besuchern Rede und Antwort. Neben Interviews und Autogrammstunden konnte sich Reiterberger mit seinem Teamkollegen Jordi Torres (Althea BMW Racing) austauschen.

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»Da musste ich mich hinfahren lassen, selbst konnte ich das noch nicht«, so der 22-Jährige. Auch das mit ihm in Garmisch geplante Beschleunigungsrennen musste wegen seiner Verletzung ausfallen.

Zuletzt weilte der 22-Jährige dann beim Motorrad-Grand-Prix auf dem Sachsenring. »Das war eine geniale Veranstaltung«, freut er sich, denn es waren insgesamt über 200 000 Zuschauer zu verzeichnen. Zudem gab es schon am Tag vor den freien Trainings eine Überraschungsfeier für Geburtstagskind Ralf Waldmann – der Obinger, ehemals selbst ein erfolgreicher GP-Pilot, wurde 50.

»Und dann durfte ich sogar die Uhren an die Zeitschnellsten des Trainings übergeben, das war toll«, freut sich Reiterberger – zumal dazu auch Valentino Rossi gehörte. »Ich bin ein Riesenfan von ihm, das ist für mich der beste Rennfahrer aller Zeiten«, freut sich Reiterberger darüber, dass er mit seinem Idol kurz sprechen konnte.

»Und alle drei haben sich auch nach meiner Verletzung erkundigt und waren sehr nett«, freut er sich. Das Rennen durfte er direkt aus der Boxengasse verfolgen, »das war der Hammer.«

Gedulden muss sich der junge Obinger bis zu seinem nächsten Renneinsatz. Schließlich wurde nach seinem Unfall auf der Rennstrecke in Misano bei den medizinischen Untersuchungen im Krankenhaus in Riccione eine Kompressionsfraktur im Brustwirbel T 12 diagnostiziert.

Bei weiterführenden Untersuchungen in Bad Aibling stellten die Spezialisten zudem noch eine Fraktur des Wirbelkörpers T 10 fest.

Reiterberger wird nun auf seinem Weg zurück auf die Althea S 1000 RR von Sportmediziner Dr. med. Dominik Pfister, Dr. Alexander Kahle sowie Matthias Neugebauer unterstützt. Neugebauer ist als Physiotherapeut, Manualtherapeut und Osteopath seit mehreren Jahren im Rad- und Tennissport aktiv. Ergänzend wird Markus von Claire Neugebauer osteopathisch betreut.

Korsett am Oberkörper kommt bald weg

»Das mit den Schmerzen ist schon viel besser geworden«, freut sich der 22-Jährige. Gut einen Monat nach dem Unfall darf er nun darauf hoffen, dass bald das Korsett wegkommt. »Gehen und sitzen war damit kein Problem. Aber der Oberkörper wurde versteift, damit die Verletzungen richtig ausheilen«, erklärt er. Ist das Korsett erst einmal weg, muss er dennoch behutsam seine Form aufbauen. »Derzeit macht vor allem der Physiotherapeut Sachen, um die Rumpfmuskulatur zu stärken«, so Reiterberger – bald darf er es mit leichten Übungen selbst tun.

Bis er richtig trainieren kann, werden aber noch einige Wochen vergehen. Sein Ziel ist ein Start beim »WM-Heimspiel« am Lausitzring am Wochenende 16. bis 18. September. »Das müsste klappen«, zeigt er sich zuversichtlich.

Zuletzt wurde Reiterberger beim Lauf der SBK-WM in Laguna Seca (USA) von Raffaele de Rosa aus dem Team Althea vertreten, der normalerweise in der Superstock-1000-Klasse für das Team fährt und dort die Gesamtwertung anführt.

Reiterbergers Maschine bei Sturz zerstört

De Rosa stürzte im ersten Rennen. »Zum Glück ist ihm nichts passiert, aber meine Maschine ist jetzt total zerstört«, so Reiterberger. Im zweiten Lauf wurde de Rosa Elfter, Teamkollege Jordi Torres belegte die Plätze 8 und 6 und ist mit 155 Punkten Gesamtsiebter. Reiterberger (68) liegt trotz seines Ausfalls auf dem 12. Platz.

Das Team baute die Ersatzmaschine schon für de Rosas zweites Rennen erfolgreich auf, aber »es ist doch nicht ganz die Maschine, mit der ich vertraut bin«, weiß Reiterberger. Dennoch: Er freut sich auf den Lausitzring, wo er in der Vergangenheit gute Leistungen ablieferte. Nun will er alles dafür tun, rechtzeitig fit zu werden. Dafür muss er sich noch in Geduld üben – damit er dann auf der Strecke wieder schnell sein kann. who