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»Das Nonplusultra in Europa«

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In der Vorrunde traf Gastgeber TuS Traunreut auf den FC Bayern München und verlor die Partie mit 0:4. (Foto: Weitz)

Zum zweiten Mal nach 2013 hat der VfB Stuttgart das internationale »U 12 Sparda Bank Hallenmasters« des TuS Traunreut gewonnen. Wie bereits kurz berichtet, setzten sich die Schwaben im Endspiel gegen den FC Bayern München klar mit 6:1 durch und waren letztlich auch ein absolut würdiger Sieger.


Turnier-Debütant Ajax Amsterdam wurde zwar nur Fünfter, spielte sich jedoch in die Herzen der Zuschauer. »Ein überragendes Team«, schwärmt Turnierchef Markus Steinberger, »nur ein Blackout im Viertelfinale hat den Favoriten aus dem Konzept gebracht. Nächstes Jahr ist Ajax wieder dabei, das haben wir gleich klargemacht.«

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Das Niveau des gesamten Turniers war übrigens wieder gigantisch – diesbezüglich lagen auch die Trainer der zwölf Teams auf einer Linie. Sie meinten, die Veranstaltung sei im U-12-Bereich »das Nonplusultra in Europa«. Insofern ist es durchaus als Sensation zu werten, dass der gastgebende TuS Rang 10 belegte – und gleich in dreifacher Hinsicht für Historisches sorgte.

Auch die Stimmung war wieder top. Als »das wohl beste Spiel des Tages« bezeichnete Steinberger das Duell zwischen dem FC Bayern und Ajax in der Gruppenphase: Nach offenem Schlagabtausch landeten die Niederländer einen 4:3-Sieg.

Die Gäste von der Insel – das Team von Manchester United – scheiterten diesmal schon in der Vorrunde. »Dafür haben wir ihnen noch ein faustdicke Überraschung besorgt«, berichtet Steinberger. »Dank unserer hervorragenden Kontakte zum FC Bayern haben wir es noch gemeinsam geschafft, dass wir dem kompletten United-Team einen Besuch des Bundesliga-Spiels Bayern gegen Stuttgart am Sonntagnachmittag ermöglichen.« Am Abend ging’s dann mit dem Flugzeug zurück auf die Insel.

Auch der »Club« aus Nürnberg und der FC Augsburg hinterließen wieder »einen ganz starken Eindruck«, so der Turnierboss, »in diesen Nachwuchsleistungszentren wird eine Top-Arbeit geleistet – das merkt man.«

Einen Fehlstart legte die TuS-Truppe des Trainergespanns Romuald Volk und Anthony Kozjak hin: Vom Nürnberger Frankenexpress wurde man 0:8 überrollt. Gegen Hoffenheim konnte die Partie lange offen gestalten, wurde jedoch aufgrund der Kaltschnäuzigkeit der Kraichgauer mit 3:1 besiegt. Das Duell mit den Bayern wurde zu einer klaren Angelegenheit für den Favoriten. Mit 0:4 ging dieses Spiel aus Traunreuter Sicht verloren. Dagegen hielt man gegen Basel über die gesamte Spielzeit einigermaßen mit, auch wenn es am Ende 1:3 stand.

Gegen Ajax Amsterdam verloren die TuS-Kicker dann völlig den Faden und wurden mit der ersten zweistelligen Niederlage der Turnier-Historie mit 0:10 aus der Halle geschossen. Somit wurde bereits in der Gruppenphase zweimal Historisches »geschafft«: die erste zweistellige Niederlage in der Geschichte und mit 28 Gegentoren die meisten in einer Gruppenphase.

»Jeder war der Meinung, dass wir die rote Laterne an diesem Tag nicht mehr abgeben können«, analysierte Steinberger. Doch es kam anders, denn im Zwischenrundenspiel um die Plätze 9 bis 12 folgte ein weiteres historisches Ereignis – diesmal im positiven Sinne. Gegen Austria Wien (»Diese Mannschaft liegt uns eigentlich überhaupt nicht«) stand es nach zehn Minuten 1:1. So musste das Neunmeterschießen entscheiden. Als die ersten fünf Schützen »durch« waren, stand es immer noch unentschieden. Die Torhüter mussten jetzt antreten. Und hier schlug die Stunde des Traunreuter Torhüters Raffael Papakyprianos. Erst hielt er den Schuss seines Wiener Kollegen, dann verwandelte er selbst souverän – der Jubel kannte keine Grenzen!

Im Spiel um Platz 9 traf der TuS auf die Red Devils, die mit 3:0 die Oberhand behielten. Trotzdem konnte man den Grün-Weißen die Freude über Platz 10 in den Augen abzulesen. Der Turnierchef bedankte sich explizit bei allen Sponsoren, Helfern, Schiedsrichtern, Gasteltern und dem gesamten Organisationsteam. Für die nächste Auflage im Jahr 2020 habe man schon »ein paar neue Schmankerl parat«, erklärte Markus Steinberger. cs