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»Das muss man erst einmal erlebt haben«

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Er hatte einen entscheidenden Anteil am Sieg des SV Kay: Lukas Wembacher (links), hier im Duell mit dem Grassauer Tobias Wiendl. (Foto: Wirth)

Alles war gerichtet vor dem Rückspiel um den Kreisliga-Aufstieg zwischen dem ASV Grassau und dem SV Kay: Ein tolles Fußballwetter, ein auf Hochglanz hergerichteter Sportpark, unglaubliche 950 zahlende Zuschauer, die Gäste aus Kay kamen sogar mit drei Bussen angereist – aber letztlich konnte es nur einen Sieger geben und der war verdientermaßen der SV 1966 Kay. Der SVK gewann – wie im Hinspiel – mit 2:1 und steigt damit auf. Daran hatte ein 18-jähriger entscheidenden Anteil: Lukas Wembacher! Zeigte der Youngster bereits beim Hinspiel eine auffällig gute Partie im Mittelfeld, so sorgte er im Rückspiel mit seinen zwei Toren für die Entscheidung.


Der ASV Grassau startete feldüberlegen und der SV Kay agierte mit einem 2:1-Vorsprung vom Hinspiel erst einmal vorsichtig. Die erste Chance für Grassau hatte Johannes Bauer, der nach einem Freistoß von Thomas Sollacher, der den von der Mauer abgeprallten Ball volley nahm, aber das Tor verfehlte (14.). Ein schönes Zuspiel von Tobias Wiendl wurde gerade noch vor Dajan Pajic abgeblockt, bevor sich die Gäste erstmals richtig offensiv zeigten.

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Erst kam Igor Sabo zum Kopfball und Markus Gschoßmann war sicher zur Stelle (20.). Aber eine Minute später folgte ein fataler Ballverlust im Mittelfeld und dieses Mal setzte sich der selbe Spieler auf der linken Seite durch, passte von der Grundlinie zurück in den Sechzehnmeterraum, genau auf Lukas Wembacher, der aus acht Metern keine Probleme hatte, den Ball im Grassauer Tor zu versenken (21.). Nun hatte die Gästemannschaft das Spiel eigentlich unter Kontrolle und Sebastian Plenk konnte mit letzten Einsatz gegen Michael Schörgnhofer das 2:0 des SV Kay gerade noch verhindern (28.).

Dann große Aufregung im Stadion, als Sam Diokhane im Strafraum gefoult wurde. Dajan Pajic, der Torschützenkönig der Kreisklasse Gruppe I, legte sich den Ball zurecht und verwandelte den fälligen Elfmeter eiskalt (37.). Kurz darauf, die zweite Chance für den Grassauer Sturmführer – der nächste Saison wieder für den TuS Raubling in der Bezirksliga auf Torejagd gehen wird – aber eine gute Flanke von Thomas Färbinger nahm er zwar klasse direkt ab, sein Schuss ging jedoch knapp über das Tor (42.).

In der zweiten Halbzeit gab es wieder einen offenen Schlagabtausch wie schon beim Hinspiel: Erst köpfte Tobias Stöger knapp am Kreuzeck vorbei (49.). Dann wurde ein Sollacher-Freistoß gerade noch abgewehrt, Johannes Bauer verzog knapp über die Latte (51.), bevor auf der Gegenseite Lukas Wembacher sich gut durchsetzte, aber Torwart Gschoßmann seinen Schuss hielt. In der nächsten Situation war der ASV-Schlussmann aber erneut machtlos. Ein Eckball kam genau auf den jungen Mittelfeldspieler Wembacher, der freistehend keine Probleme hatte, den Ball mit dem Kopf im Tor unterzubringen (65.). Mit der erneuten Führung zum 2:1 hatte der SV Kay die Partie eigentlich frühzeitig entschieden und bekam noch einige gute Konterchancen, als der ASV Grassau alles nach vorne warf, ohne allerdings zu echt zwingenden Torchancen zu kommen.

Der scheidende Trainer Viktor Gruber war natürlich am Spielende etwas enttäuscht, zu gerne hätte er sich mit dem Aufstieg in die Kreisliga verabschiedet. Aber er konnte seinen Spielern keinen Vorwurf machen, sie hatten kämpferisch alles gegeben und trafen mit dem SV Kay auf einen Gegner, der sich auch zum Ende der Saison topfit darstellte. »Als Kreisklassenspieler vor 1000 Zuschauern zu spielen, das muss man erst einmal erlebt haben«, meinte Grassaus Spielführer Thomas Sollacher. Und Recht hatte er, denn welchen Zuspruch der Fußball in Grassau finden kann, hat man diesmal gesehen. fxh