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Das Material steht schon bereit

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Er will nach seiner Verletzung in der kommenden Saison wieder angreifen: Stefan Pletschacher. (Foto: Weitz)

Das Material für die kommende Saison steht schon bereit – nur der Fahrer muss erst noch fit werden. Eisspeedway-Pilot Stefan Pletschacher (Ruhpolding) kämpft nach seiner Verletzung beim Vorbereitungsrennen in Steingaden um seine Fitness.


»Das war schon ärgerlich, dass ich mich gerade zum Saisonbeginn verletzt habe«, so der 38-Jährige. Schließlich hatte er sich in Ylitornio (Finnland) souverän für die Einzel-WM (Grand Prix) qualifiziert – und konnte dann bei keiner GP-Veranstaltung mehr antreten.

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Zuletzt hatte er sich aber die GP-Wettkämpfe in Berlin (und dort auch die Deutsche Meisterschaft) und Heerenveen (Niederlande) angesehen. Bei der Team-WM im heimischen Inzell dagegen »bin ich lieber gar nicht erst ins Fahrerlager, das wäre mir zu viel geworden.«

In den ersten zwei Wochen nach der Operation durch Dr. Markus Lorenz (Traunstein) »durfte ich mit dem Arm noch überhaupt nichts machen. »Dann habe ich mit den ersten Übungen begonnen. Es ist schon ein großes Erfolgserlebnis, wenn man den Arm einen Zentimeter höher bewegen kann.« Insgesamt rechnet man ungefähr sechs Monate vom Zeitpunkt der Operation an, bis der Arm wieder voll belastbar ist. Das wäre Ende Juli. Spätestens da wäre es auch nötig, wieder mit dem Konditionstraining zu beginnen. Froh ist der Pilot darüber, dass der Arzt »und meine Physios in Ruhpolding« ihn schon jetzt gut betreuen und aufbauen.

Zudem konnte Pletschacher bereits abklären, dass ihm vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) – trotz seines Fehlens bei der DM – ein Anspruch auf einen Platz für die WM-Qualifikation 2018 zugesprochen wurde. Denn »nur dann hat es einen Sinn, wirklich weiterzumachen«, verdeutlicht er. Gleichzeitig zeigt sich der Ruhpoldinger erleichtert darüber, dass er auch seine bisherigen Sponsoren behalten kann. In den vergangenen Jahren hatte er mit dem Österreicher Harald Simon das Team »Stahlwerk Annahütte« gebildet, und auch im nächsten Jahr wird Pletschacher wieder für dieses Team fahren. »Es geht jetzt nur darum, gesund und fit zu werden«, verdeutlicht er. Schließlich passt auch das Material. »Mein neuer Tuner Manfred Knappe hat auch den Motor richtig gut in Schuss bekommen, mit dem tüfteln wir jetzt schon weiter.«

Während Pletschacher und die anderen deutschen Piloten ja allesamt einen normalen Beruf ausüben – in dem der Ruhpoldinger auch schon wieder aktiv ist – sind die russischen Stars der Szene Profis. Das verdeutlicht auch ein Beispiel aus dieser Saison. Ex-Weltmeister Daniil Iwanow hatte sich beim GP in Kasachstan eine ähnliche Verletzung wie der Ruhpoldinger zugezogen. »Der wurde nur getaped und geschient, der kann sich das nicht leisten, in der Saison länger auszufallen.« Vollprofi Iwanow war 14 Tage nach seiner Verletzung wieder auf dem Eis. Nicht gut für die Gesundheit, aber wichtig für seine WM-Chancen in der kommenden Saison ... who