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Viele intensive Zweikämpfe gab es in der Partie des SB Chiemgau gegen den SC Eintracht Freising – hier versucht Traunsteins Maximilian Hosp (rechts), den Freisinger Jonas Mayr zu bremsen. (Foto: Weitz)

»Das lassen wir uns nicht mehr nehmen«

Der SB Chiemgau Traunstein hat einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga Südost geschafft. Die Schützlinge von Spielertrainer Danijel Majdancevic bezwangen im Jakob-Schaumaier-Sportpark SC Eintracht Freising mit 2:1. Zwar könnte ihnen theoretisch bei einer Niederlage am letzten Spieltag noch der Rückfall auf den Relegationsplatz drohen, doch Majdancevic versprach: »Das lassen wir uns nicht mehr nehmen.«


Fast hätten sich die Traunsteiner allerdings in der turbulenten Schlussphase noch den Sieg nehmen lassen. Dabei wurde die Aufgabe der Heimmannschaft auch dadurch erschwert, dass der Spielertrainer wegen Meckerns Gelb-Rot kassierte. »Das muss ich auf meine Kappe nehmen«, gab er offen zu, beklagte jedoch auch mangelndes Fingerspitzengefühl für die nervliche Anspannung im Abstiegskampf: »So unerfahrene Schiedsrichter wissen ja gar nicht, um was es für uns geht. Da sind einfach viele Emotionen dabei – trotzdem will ich dem Schiri keinen Vorwurf machen.«

Die Hausherren mussten frühzeitig zwei verletzungsbedingte Wechsel vornehmen. Doch dies kam nicht überraschend: Die angeschlagenen Julian Höllen (musste in der 12. Minute raus) und Waldemar Daniel (in der 30. Minute raus) hatten sich angesichts der Bedeutung der Partie zur Verfügung gestellt. »Wenn man angeschlagene Spieler bringt, dann hat es nur einen Sinn, wenn man das von Beginn an macht, um noch wechseln zu können«, erläuterte Majdancevic. »Und wir haben coole Jungs auf der Bank, das macht auch unsere Stärke aus.«

Der SBC hatte den besseren Start, doch einmal klärte Gästetorwart Patrik Heilmaier riskant per Kopf vor dem heranstürmenden Dennis Hrvoic (7.), wenig später setzte Hrvoic nach einer Ecke einen Kopfball knapp neben das Tor (9.).

Die Freisinger setzten mit einer schönen Kombination dagegen, bei der SBC-Torwart Issa Ndiaye aber die anschließende Flanke sicher herunterpflückte (16.). Insgesamt hatten die Hausherren etwas mehr vom Spiel, doch immer wieder waren die letzten Pässe zu ungenau. Glück hatte der SBC bei einem schönen Pass von Osaro Aiteniora auf Luka Brudtloff, dass der SE-Stürmer wegen Abseits zurückgepfiffen wurde (33.).

Als die Abwehr der Gäste nicht richtig aufpasste, rauschte Kenan Smajlovic nach einem Pass heran und überwand Torwart Patrik Heilmair zum 1:0 (44.).

Den Start nach dem Seitenwechsel verschliefen die Hausherren. Nach einer Flanke von rechts setzte sich Brudtloff im Strafraum geschickt durch und vollendete zum 1:1 (50.). Kurz darauf musste Mevlud Sherifi verletzungsbedingt ausgewechselt werden, und Freising setzte nach. Eine gefährliche Flanke von Aiteniora vergaben dessen Mitspieler.

Der SBC kämpfte sich allmählich zurück. Als sich Majdancevic und Hrvoic mit schönem Doppelpass in Position gebracht hatten, wurde Hrvoics Flanke zur Ecke geblockt. Diese kam von Smajlovic, und Christian Wallisch traf mit einem herrlichen Kopfball zum 2:1 (64.) für den SBC.

Kurz darauf hätten die Hausherren nachlegen können, doch nach schöner Vorarbeit von Hrvoic traf Majdancevic den schwierig zu nehmenden Ball trotz guten Einsatzes nicht voll (66.). Die Hausherren kämpften nun um jeden Ball.

Die technisch stärkeren Gäste taten sich zunächst schwer, ehe sie in der hektischen Schlussphase Chancenwucher betrieben. Nach starker Aktion von Kapitän Florian Schmuckermeier traf Florian Bittner das Leder nicht richtig – und Ndiaye war zur Stelle (85.).

Wie nah Glück und Pech beieinanderliegen können, zeigte sich wenig später: Zunächst setzte Nikolai Davydov aus bester Position den Ball an den Pfosten (87.). Beim direkten Gegenzug traf der laufstarke Hrvoic frei vor dem Torwart nur an die Unterkante der Latte.

Es war nun eine Nervensache – und SBC-Spielertrainer Danijel Majdancevic sah wegen Meckerns Gelb-Rot (90.). In der mehrminütigen Nachspielzeit geriet der SBC immer wieder unter Druck. Als der umsichtige Hannes Kraus zu retten versuchte, kam der Ball gefährlich aufs SBC-Tor, doch SBC-Rückhalt Issa Ndiaye riss den Arm hoch und bewahrte seine Elf vor einem Gegentor. Dass auch Benedict Geuenich aus kurzer Distanz den Ball übers Tor hob (92.) und Schmuckermeier eine gute Kopfballchance (94.) vergab, passte da ins Bild.

So hatte Majdancevic recht, als er feststellte: »Wir hatten ja heute fast die maximale Torausbeute, der Gegner zum Glück nicht. Aber das Glück haben wir uns in der Rückrunde auch verdient, schließlich haben wir zwischenzeitlich auch unglücklich Punkte verloren.«

Diesmal holte sein Team einen Dreier und hat nun 42 Punkte. Nun wollen die SBC-Fußballer am kommenden Samstag (14 Uhr) mit einem Punktgewinn beim Kirchheimer SC (39) die letzten theoretischen Zweifel am Klassenerhalt beseitigen.

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Angerer (60. Mako), Majdancevic, Hrvoic, Kraus, Daniel (30. Finkenthei), Wallisch, Sherifi (52. Helic), Höllen (12. Opara), Hosp (80. Knauer), Smajlovic.

SE Freising: Heilmair, Bittner, Schmuckermeier, Mayr, Schmid, Aiteniora (87. Rudzki), Brudtloff (90. Geuenich), Zanker, Rohrhirsch, Günzel (60. Hohlenburger), Davydov.

Tore: 1:0 Kenan Smajlovic (44.), 1:1 Luka Brudtloff (50.), 2:1 Christian Wallisch (63.).

Gelb-Rote Karte: Danijel Majdancevic (90.).

Zuschauer: 370

Schiedsrichter: Markus Holtmann (TuS Asche-berg).

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