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»Das ist schon sehr frustrierend alles«

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Frustrierende Situation: Die Fahrt in die Schweiz hat sich für Julian Erhardt nicht ausgezahlt, das Mitteldistanz-Rennen in Davos musste aufgrund eines Gewitters abgebrochen werden. Passend dazu regnete es auch bei seiner Rückkehr nach Übersee. (Foto: Erhardt)

Das Jahr 2020 und Triathlon passen wohl einfach nicht zusammen. Am Wochenende hätte ja die Challenge Davos unter strengen Corona-Maßnahmen über die Bühne gehen sollen. Doch das Mitteldistanz-Rennen über 1,9 km Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen in der Schweiz musste aufgrund eines aufziehenden Gewitters nach 28 Minuten abgebrochen werden. »Das ist schon schwer, in Worte zu fassen«, sagt der Überseer Julian Erhardt, der mit zahlreichen anderen Profi-Triathleten erstmals in diesem Jahr an der Startlinie stand. »Es wäre einfach schön gewesen, wenn es funktioniert hätte.«


Dabei hatte Erhardt, der für Triathlon Grassau startet, schon die Tage vor dem Start mit Blick auf die Wettervorhersage kein gutes Gefühl gehabt. Es waren Dauerregen und eisige Temperaturen angesagt – keine guten Voraussetzungen also für einen schweren Triathlon in den Bergen.

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Der Veranstalter entschied sich aus diesem Grund dann auch kurz vor der Veranstaltung, die schweren Bergabfahrten auf der Radstrecke zu neutralisieren, um die Sicherheit für die Sportler zu gewährleisten – sprich die Zeiten dort wären nicht in die Wertung eingeflossen. Die Organisatoren seien sichtlich bemüht gewesen, fasst Julian Erhardt zusammen, dennoch hätte er sich im Vorfeld eine noch bessere und transparentere Kommunikation mit den Athleten gewünscht.

Bereits kurz vor dem Schwimmstart gab's den ersten Donner zu hören. Die Profis wurden dennoch in das 18 bis 19 Grad kalte Wasser in den Davoser See geschickt. Mit den 1,9 km Schwimmen war Erhardt hinterher zufrieden. Er kam als Neunter in einem starken Profifeld aus dem Wasser. »Ich hatte auf die erste Gruppe rund 30 Sekunden Rückstand. Es war also noch alles im Lot«, erzählt er.

Und auch auf dem Rad habe er sich die ersten Kilometer »sehr gut gefühlt«. Außerdem betont Erhardt weiter, »komme ich bei Regen auch sehr gut zurecht. Ich hätte also gerne gezeigt, was ich aktuell drauf habe«. Und das wäre eine Menge gewesen, denn kurz vor dem Wettkampf machte der Überseer noch eine Leistungsdiagnostik bei seinem Trainer Björn Geesmann – und die Ergebnisse dabei »waren wirklich gut«.

Doch dazu kam es nicht. Mitten im Anstieg teilte ihm ein anderer Athlet mit, dass das Rennen abgebrochen sei. »Ich bin aber zunächst im strömenden Regen noch weitergefahren«, berichtet Erhardt. »Als dann aber die Motorräder auf der Strecke standen, war klar, dass es vorbei ist.«

Ein ganz bitterer Moment! »Ich hätte mir gewünscht, dass man zumindest den Profis vielleicht noch eine andere Möglichkeit gibt.« Erhardt hätte sich beispielsweise vorstellen können, dass man eben noch laufen gehe. »Und dann die Ergebnisse des Schwimmens und des Laufens gewertet werden.« Schließlich müsse man als Profi von den Preisgeldern leben. Aber auch daraus wurde eben nichts. »Das ist schon sehr frustrierend alles«, gibt er zu.

Nun hofft Julian Erhardt, dass er vielleicht an diesem Wochenende doch noch ein Triathlon-Rennen in diesem Jahr finishen kann. Er wird am Sonntag zusammen mit Michael Ager, der in diesem Jahr ja ebenfalls die Profi-Lizenz gelöst hat, in Waldmünchen über die Kurzdistanz (1,5 km Schwimmen, 37,6 km Radfahren und 10,5 km Laufen) starten – sofern der Wettbewerb dann auch wirklich über die Bühne geht. Gemeldet für dieses Rennen hat übrigens auch der ehemalige Ironman-Weltmeister Sebastian Kienle, der auch bei der Challenge Davos gestartet ist.

Und danach? »Da werde ich meine Triathlon-Saison dann wohl beenden«, sagt Julian Erhardt. Zwar wäre er noch bei der Challenge Budva-Montenegro am 4. Oktober gemeldet, doch der Überseer rechnet nicht damit, dass dieses Mitteldistanz-Rennen aufgrund der Corona-Pandemie stattfinden wird.

Erhardt hat sich für die kommenden Wochen aber schon einen anderen Plan zurechtgelegt. »Nach dem Wochenende werde ich wohl mit meiner Marathon-Vorbereitung starten«, sagt er. Zudem hat er die Halbmarathon-Meisterschaft in Salzburg am 4. Oktober im Blick. »Das wäre auch eine coole Geschichte«, betont er.

Mit Blick auf 2021 hofft Julian Erhardt dann vor allem, dass die Situation wieder besser wird. »Mental ist das gerade schon schwierig«, gibt er zu. »Man will einfach auch wieder ein wenig mehr Planungssicherheit haben.« SB

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