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»Das ist fast schon ein Wahnsinn«

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Solche Schräglagen werden für ihn beim GP-Auftakt in Astana wohl noch sehr schmerzhaft werden: Günther Bauer ist am linken Fuß verletzt. (Foto: Weitz)

Nur bedingt optimistisch zeigt sich der Schlechinger Günther Bauer vor dem WM-Auftakt im Eisspeedway. Denn bei der ersten Veranstaltung der Grand-Prix-Serie in Astana (Kasachstan) geht er deutlich angeschlagen ins Rennen.


Bei der WM-Qualifikation am 13. Januar hatte er bei einem Sturz seinen Fuß unter den Reifen gebracht – die messerscharfen Spikes verletzten den Fuß kräftig, mit 28 Stichen wurden die Wunden genäht. Zwar sind die Fäden inzwischen gezogen, doch der Fuß schwillt immer noch an und schmerzt. Aber Eisspeedway-Piloten sind hart im Nehmen: »Irgendwie wird es schon gehen«, meint der 46-Jährige.

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Insgesamt strebt er für die WM »einen Platz unter den besten Zehn« an, doch für das Rennen in Kasachstan »will ich mir nicht zu viel vornehmen.« Schließlich schmerzt nicht nur der Fuß, sondern Bauer konnte seit seiner Verletzung kein Rennen mehr bestreiten – ihm fehlt also die Fahrpraxis.

Bauers Material bereits in Russland

Immerhin muss er sich nicht selbst mit dem Motorrad im Transporter auf die beschwerliche, über 5000 Kilometer weite Reise nach Kasachstan machen wie etwa sein Landsmann Hans Weber (Schliersee). Bauers Material ist nämlich bereits in Russland, »und Sergej Karatschintsew bringt es dann nach Astana«, so der 46-Jährige. Er selbst nahm am gestrigen Donnerstag den Flieger in Richtung Astana und hat zumindest so gesehen keinen Reisestress.

Doch dass ein solcher Ort wie Astana überhaupt für die WM ausgewählt wurde, ist selbst für die in Sachen weite Reisen ohnehin schon hart erprobten Eisspeedway-Piloten mindestens ärgerlich. »Das ist fast schon ein Wahnsinn mittlerweile«, ärgert sich auch Bauer.

Denn die Preisgelder sind nicht gerade üppig, und der Weltverband FIM zahlt auch keinen Zuschuss mehr zu den Reisekosten. Für Bauer ist der Flug nach Kasachstan der Auftakt einer längeren Reise. Immerhin geht es nach dem GP-Auftakt wieder ein Stück westlich: Der zweite GP (10./11. Februar) wird in Schadrinsk (Russland) ausgetragen, das bedeutet eine ca. 1000 km lange Reise von Astana aus. Weitere gut 1000 Kilometer sind dann zur Team-WM in Togliatti (Russland/17./18. Februar) zu absolvieren, bei der Bauer gemeinsam mit Hans Weber und dem Edlinger Max Niedermaier für Deutschland antreten wird.

Das Trio holte im Vorjahr in Inzell vor heimischem Publikum Bronze, doch die Aussichten dürften heuer wohl nicht ganz so gut stehen. Wenige Tage nach der Team-WM kehrt Bauer dann zurück und hat etwas Zeit zur Erholung, ehe am 1. März (DM) und 3./4. März (WM) in Berlin die nächsten Wettkämpfe anstehen.

Beim »Heimspiel« in Inzell mit besseren Chancen?

Sein »Heimspiel« im Grand Prix in der Inzeller Max-Aicher-Arena folgt am Wochenende 17./18. März. Bis dahin sollte zumindest die Verletzung gut ausgeheilt sein – und dann ist Bauer auf jeden Fall im Grand Prix VII und VIII ein Kandidat für die besten Zehn. who

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