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»Das ist der komplizierteste Wettkampf«

Die Ziele und Vorgaben sind unterschiedlich, doch in einem sind sich die beteiligten Sportler und die Trainer vor den Deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaften an diesem Wochenende in Inzell einig: Die Titelkämpfe »sind der komplizierteste Wettkampf der Saison«, so Monique Angermüller (Berlin) beim Medienseminar der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) in Inzell.

Trotz einiger Probleme in der Vorbereitung: Lokalmatador Moritz Geisreiter will bei den Deutschen Meisterschaften in der Inzeller Max-Aicher-Arena eine gute Leistung bieten – so wie hier im Februar 2013 beim Weltcup an gleicher Stätte. (Foto: Weitz)

Warum? Hier geht es um die Weltcup-Plätze, und nur wer sich im Weltcup präsentieren kann, kann sich dort für die Olympischen Winterspiele in Sotschi im Jahr 2014 empfehlen. Da ist es schon beruhigend, wenn man – wie Angermüller über 1500 Meter – eine Vornominierung für den Weltcup hat.

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»Ja, das gibt einem schon Sicherheit«, betont sie, »aber der Druck für die nicht Vornominierten ist besonders hoch.« Das heißt, es zählt nicht nur das reine Leistungsvermögen, sondern es ist besonders wichtig, dieses genau zum richtigen Zeitpunkt unter Beweis zu stellen.

Bei vielen deutschen Spitzenathleten lief die Vorbereitung relativ gut, auch bei Angermüller, die sich im Vorjahr nach einer Knie-Operation noch schwergetan hatte. »Da hat mir dann das nötige Krafttraining gefehlt, und so habe ich schon auf den ersten 200 Metern viel Zeit verloren. Das war über 1000 Meter gar nicht und über 1500 Meter nur sehr schwer aufzuholen«, erinnert sie sich. Heuer soll es besser laufen, und sie hofft auch auf einen Start im Team-Wettbewerb (2400 Meter), »für den ich auch mal etwas längere Einheiten trainiert habe.«

Noch längere Einheiten hat logischerweise Langstrecklerin Stephanie Beckert trainiert. Auch ihre Rückenprobleme aus dem Vorjahr tauchten bislang nicht auf, sodass sie nach guter Vorbereitung optimistisch sein kann. »Aber weil ich vornominiert bin, laufe ich die DM hier eher aus dem Training heraus, mein wichtigster Punkt sind die ersten Weltcups«, betont sie.

Der »doppelte Moritz«

Schwieriger verlief bekanntlich die Vorbereitung für den Inzeller Langstreckler Moritz Geisreiter. Mit den Problemen nach seiner Sprunggelenksverletzung »habe ich mich leider mehr beschäftigt, als ich dachte.« Besonders schwierig: Da er nur eingeschränkt üben konnte, gab es einen Muskelabbau. Die Folge: das Knie wurde überlastet, und so »habe ich das Training auf Kernelemente reduzieren müssen«, berichtet er.

Doch zuletzt habe er eine gute Eis-Trainingspahse gehabt »und jetzt kommt die Form allmählich«, so Geisreiter. In Inzell gehe es erst einmal darum, »zu sehen, wo ich stehe«, bis zu den Olympischen Spielen wolle er leistungsmäßig weiter aufholen.

Bei den Titelkämpfen gibt es sogar den »doppelten« Moritz Geisreiter: Allerdings ist der bekannte Zwei-Meter-Mann ein Langstreckler, sein Namensvetter (weder verwandt noch verschwägert) dagegen tritt auf den kürzeren Distanzen an. »Ich bin Moritz Geisreiter 87, er ist Moritz Geisreiter 93«, so der Inzeller Routinier im Hinblick auf die Geburtsjahrgänge des Duos. »Geisreiter 87« ist schon jetzt eine Olympia-Hoffnung, »Geisreiter 93« will sich zunächst einmal an die nationale Spitze heranarbeiten.

Auftakt der Wettbewerbe ist heute mit den 1000 Metern der Damen und anschließend der Herren, nach Eisbereitung und Siegerehrung folgen gegen 15 Uhr die 3000 m Damen, 5000 m Herren, sowie 3000 m der Junioren. Am Sonntag findet ab 10 Uhr der erste Lauf der Damen und Herren über 500 m statt, um 10.45 Uhr folgen 1500 m Damen und Herren, um 12 Uhr die zweiten Läufe über 500 m und anschließend 5000 m Damen und 10 000 m Herren.

Dann wird es sich zeigen, wer mit dem »kompliziertesten Wettkampf« gut zurechtkam und wer nicht ... who