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»Das ist das größte Rennen des Jahres«

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Flott unterwegs: Mit diesem Audi R8 LMS von Phoenix Racing hofft Christopher Haase auf den Erfolg beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring. (Foto: Dunlop)

Die Vorfreude ist riesig: »Das ist das größte Rennen des Jahres« blickt der Kirchanschöringer Autorennfahrer Christopher Haase schon einmal auf das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring voraus, an dem er auch heuer wieder aussichtsreich teilnimmt. Rennbeginn ist am Samstag um 15.30 Uhr, doch bereits heute früh reist der 28-Jährige in die Eifel. Schließlich stehen in der »Grünen Hölle« schon am morgigen Donnerstag das freie Training und das erste Zeittraining an.


Am Freitag folgen die zweite Qualifikation (ab 9.30 Uhr) und ab 19.50 Uhr das Top-30-Qualifying. Auch wenn die Startposition beim 24-Stunden-Rennen nicht ganz so wichtig ist wie bei kürzeren Veranstaltungen: Es geht dennoch um eine gute Ausgangsposition und das Wissen, dass man von den Zeiten her mit der Konkurrenz mithalten kann.

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Im Team mit »alten Bekannten«

Haase fährt wieder für das Audi-Team Phoenix im Audi R8 LMS. Seine Fahrerkollegen Marcus Winkelhock (Berglen-Steinach), René Rast (Stolzenau) und Frank Stippler (Bad Münstereifel) sind »alte Bekannte« für ihn. Daher freut er sich auch »auf das Wiedersehen mit den Jungs, wir verstehen uns gut.« Schließlich hatte er den Sieg 2012 mit Stippler, Winkelhock sowie Marc Basseng erkämpft, im Jahr 2014 gehörten Rast und Winkelhock zu seinem Phoenix-Siegerteam, für das auch noch Christian Mamerow am Steuer gesessen hatte.

»BMW und Mercedes sind heuer anscheinend sehr stark, auch von den Fahrerpaarungen her«, weiß Haase um die Härte der Herausforderung. Schließlich sind mit dem BMW M6 GT3 hochkarätige Piloten unterwegs, darunter mit der Startnummer 100 der Rosenheimer Martin Tomczyk, der für das Team Schubert Motorsport mit John Edwards (USA), Jens Klingmann und Lucas Luhr antritt. Luhr hat schon zwei Siege auf dem Nürburgring in seiner Bilanz, ebenso wie Jörg Müller, der für das BMW-Team Schubert Motorsport mit der Startnummer 18 unterwegs ist.

Allerdings: Der neue BMW tritt erstmals in Europa bei einem 24-Stunden-Rennen an, das Vorgängermodell BMW Z4 GT3 erreichte 2013 und 2015 den zweiten Platz in der Eifel. Hier sieht Haase einen kleinen Vorteil für sich und die anderen Audi-Teams: »Unser Auto ist bei den 24 Stunden schon erprobt, das ist ein gutes Gefühl.«

Ein gutes Gefühl hat aber auch der DTM-Gesamtsieger von 2011, Martin Tomczyk: »Es ist immer wieder sensationell, zum 24-Stunden-Rennen zu kommen. Das ist einer der absoluten Höhepunkte des Jahres. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich unser neues Auto schlägt und wie die Performance letztlich sein wird.«

Er und Haase sind sich einig: »Beim 24-Stunden-Rennen kann immer so viel passieren, da muss man auch das Glück auf seiner Seite haben.« Das mussten Haase und seine Teamkollegen im Jahr 2015 erfahren, als sie über weite Strecken des Rennens geführt hatten, dann aber das Aus kam.

Haases Teamkollege war mit Slicks auf abtrocknender Strecke unterwegs, dann war an einer unübersichtlichen Stelle der Strecke doch noch eine nasse Stelle – das Aus war die Folge. »Das kann einem hier in jeder Runde passieren, gerade der Nürburgring ist ja bekannt für seine Wetterkapriolen.«

Auf der 25,378 Kilometer langen Kombination aus Nordschleife und Teilen der Grand-Prix-Strecke gehen rund 160 Fahrzeuge an den Start. Davon stammen alleine rund 40 aus der »Königsklasse« der GT-3-Fahrzeuge (Klasse SP 9), wie sie Haase und Tomczyk pilotieren.

»Da ist die Leistungsdichte enorm hoch«, betont der Kirchanschöringer. Daher wird auch nicht wie früher etwa schonend gefahren, sondern »das ist für uns Piloten inzwischen praktisch ein Sprintrennen«, in dem man in jeder Runde alles geben müsse. Nach gut 1:10 bis 1:20 Stunden (je nach Witterungsbedingungen) – das entspricht etwa acht bis neun Runden – ist der Tank leer. Meist setzt ein Pilot nach dem ersten Auftanken und dem Reifenwechsel das Rennen noch mit einer zweiten Einheit (Stint) fort, dann kommen die Teamkollegen im Normalfall mit ebenfalls je zwei Stints am Stück an die Reihe.

Zahlreiche Fans sorgen für begeisternde Atmosphäre

Begeistert ist Haase nicht nur von der sportlichen Herausforderung, sondern auch von der Atmosphäre am Nürburgring mit den zahlreichen Fans. »Da sind viele schon am Sonntag oder Montag angereist. Es ist schon beeindruckend, wie die teilweise ihre Sofas und 'kleinen Gebäude' aufbauen. Wenn man in der Nacht fährt, sieht man dann die Disco-Lichter und bekommt mit, wie die feiern.«

Am Tag aber – nämlich am Sonntag beim Rennende um ca. 15.30 Uhr – will dann Haase mit seinen Teamkollegen jubeln. Man brauche das nötige Glück und dürfe sich keinen Fehler erlauben, »dann ist ein Platz unter den Top Ten drin.« Doch am liebsten wären Haase und seine Kollegen auch unter den Top Ten ganz vorne – es wäre der dritte Gesamtsieg des Kirchanschöringers ... who