»Das haben sie sich über die Saison verdient«

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Mit Schwung ins Weltcupteam: Marion Deigentesch vom SV Oberteisendorf überzeugte beim IBU-Cup-Finale mit einem 6. Platz im zweiten Sprint und darf daher nun beim Weltcup-Finale in Östersund antreten. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Die Bilanz war gut, aber dennoch nicht ganz nach Wunsch: Beim Saisonfinale des IBU-Cups in Obertilliach mischte sich zur Freude über den Gesamtsieg von Vanessa Voigt (SV Rotterode) auch etwas Enttäuschung über den knapp verpassten Gesamtsieg durch Philipp Nawrath (SK Nesselwang) vom Stützpunkt Ruhpolding (wir berichteten bereits kurz). »Es war schon relativ gut, vor allem im ersten Sprint«, verweist Trainer Remo Krug darauf, dass es in diesem neben dem Sieg durch Nawrath auch noch den 4. Platz für Dominic Schmuck (SC Schleching) gegeben hatte.


»Der zweite Sprint ist leider missraten, daher hat das i-Tüpfelchen in Form des Gesamtsieges gefehlt«, bedauert der Inzeller, der bei den deutschen Männern für die »zweite Garde« zuständig ist. »Aber da haben halt die Norweger ihre Leistung auf den Punkt gebracht«, kommentiert er den Vierfachsieg der Konkurrenten. Bei diesem hatte Filip Fjeld Andersen das Rennen und somit auch die Gesamtwertung gewonnen, Nawrath hatte nach drei Schießfehlern Rang 17 belegt.

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Dennoch: »Es war insgesamt eine sehr gute Saison«, lobt Krug. »Wir hatten diesmal bei den Herren 13 Einzel-Podestplätze und sechsmal in den Staffeln, insgesamt waren darunter sechs Siege.« Das waren in etwa so viele wie in den Vorjahren, »aber diesmal gab es weniger Rennen«, erinnert der Inzeller daran, dass die IBU-Cups im Dezember 2020 wegen der Corona-Pandemie komplett gestrichen worden waren. Die gute Mannschaftsleistung unterstreicht auch der 6. Platz in der Gesamtwertung durch Justus Strelow (SG Stahl Schmiedeberg), auch wenn er in Obertilliach nach Rang 3 im verkürzten Einzellauf in den Sprints (22. und 55.) nicht mehr überzeugte. Dagegen präsentierte sich Johannes Donhauser vom SC Ruhpolding (12. EL, 20. und 14. in den Sprints) mit erfreulichen Ergebnissen, aus dem Juniorenteam mischte Philipp Lipowitz (DAV Ulm; 15. EL, 24. und 33. Sprint) ordentlich mit.

Bei den Damen krönte der Gesamtsieg von Voigt die Saison. Voigt sorgte mit ihrem Triumph im verkürzten Einzellauf von Obertilliach ebenso für einen Höhepunkt wie Marion Deigentesch (SV Oberteisendorf) mit ihrem 6. Platz im zweiten Sprint. »Es gab auch sonst noch ein paar ordentliche Leistungen, aber es war trotzdem ein bissel durchwachsen«, bilanziert Trainer Tobias Reiter. Der Saisonabschluss in Österreich sei fast ein Spiegelbild der gesamten Saison gewesen: »Wir sind am Schießstand jederzeit zu einem Nuller in der Lage – aber eben nicht konstant genug. Vor allem läuferisch müssen wir uns noch verbessern«, betont der Oberwössner. Gerade in dieser Hinsicht gelte es, in der Grundlagen-Vorbereitung von Mai bis Oktober »den nächsten Schritt zu machen.«

Ein Extra-Lob gab es von ihm für die Juniorinnen Lisa Spark (SC Traunstein) und Mareike Braun (DAV Ulm): Spark erreichte in Obertilliach die Ränge 32 (EL), 28 und 36 (Sprints) im Feld der knapp 120 Teilnehmerinnen. Braun patzte zwar im Einzel am Schießstand (98.) doch im zweiten 7,5-km-Wettkampf (16.) zeigte sie eine starke Vorstellung. »Sie haben sich beide besser verkauft als bei der Junioren-WM und sich hier gut reingefunden«, lobt Reiter. Zudem sei es für das Duo wichtig gewesen, sich mit der routinierteren Konkurrenz messen zu können. Dabei konnten sie wertvolle Erfahrungen sammeln.

Das sollen nun Vanessa Voigt, Juliane Frühwirt (SVM Tambach-Dietharz) und Marion Deigentesch am kommenden Wochenende beim Weltcup-Finale in Östersund (Schweden) ebenfalls tun. »Das haben sie sich über die Saison verdient. Mal sehen, wie es ihnen geht. Es wird nicht allzu einfach. Aber es ist wichtig, dass man sieht, woran man noch arbeiten muss.«

In Östersund können die deutschen Frauen und Männer mit je acht (statt sonst sechs) Aktiven antreten. Sie haben sich durch je zwei Top-Ten-Plätze in den Gesamtwertungen diese erhöhte Quote erkämpft. Da bei den Damen zudem Maren Hammerschmidt (SK Winterberg/Stützpunkt Ruhpolding) nicht am Start ist, kann eben sogar ein Trio aufrücken. Des Weiteren starten: Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal), Franziska Preuß (SC Haag), Vanessa Hinz (SC Schliersee), Anna Weidel (WSV Kiefersfelden/alle Stützpunkt) und Janina Hettich (SC Schönwald).

Auch bei den Männern steigt ein Trio auf, denn Arnd Peiffer (WSC Clausthal-Zellerfeld) wird fehlen: Er verkündete am Dienstag sein sofortiges Karriereende. Neben Nawrath dürfen daher auch Justus Strelow und David Zobel (SC Partenkirchen) mitmischen. »Bei Zobel war die Entscheidung knapp, auch Dominic Schmuck und Johannes Donhauser waren Kandidaten. Aber letztlich fiel die Entscheidung für Zobel, weil er zum einen einen 2. Platz in Osrblie in seiner Bilanz hatte und zum anderen als läuferisch etwas stärker als die beiden anderen eingeschätzt wurde«, erläutert Krug die Überlegungen des Trainerteams. Aus dem üblichen Weltcup-Team treten an: Benedikt Doll (SZ Breitnau), Philipp Horn (SV Frankenhain), Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl), Erik Lesser (SV Frankenhain) und Roman Rees (SV Schauinsland).

Erfreulich war in Obertilliach zudem, dass die Mixed-Staffel mit Marion Deigentesch (SV Oberteisendorf), Hanna Kebinger (SC Partenkirchen), Dominic Schmuck (SC Schleching) und Lucas Fratzscher (WSV Oberhof) sich am Abschlusstag den Sieg holte. Deigentesch hatte mit geringem Rückstand auf die Spitze übergeben, Kebinger durch eine Strafrunde einiges an Zeit eingebüßt, Schmuck aufgeholt und Fratzscher schließlich mit fehlerfreiem Schießen noch den Sieg vor Norwegen und Tschechien erkämpft.

Im Single-Mixed sicherten sich Norwegens Karoline Erdal und Aleksander Fjeld Andersen den Sieg vor Russland und Frankreich, Mareike Braun (DAV Ulm) und Johannes Donhauser (SC Ruhpolding) wurden Sechste. Nun warten alle gespannt auf das Weltcup-Finale in Schweden – ob als Zuschauer oder sogar als Beteiligte. who

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