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»Das ganze Flair ist schon Wahnsinn«

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Sie möchte das beeindruckende Weltcup-Flair wieder erleben: Karolin Horchler (vorn), hier vor Denise Herrmann will sich daher bei der DM für das Biathlon-Weltcupteam qualifizieren. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Für die deutschen Biathletinnen geht es ab dem heutigen Samstag um die Plätze im Weltcup – auch für Karolin Horchler vom Stützpunkt Ruhpolding, die in der vergangenen Saison erstmals durchgängig auf der höchsten Wettkampfebene eingesetzt war. Und die 30-Jährige fühlt sich gut gerüstet: »Die Vorbereitung ist bisher gut gelaufen. Daher will ich mir einen der vier freien Weltcup-Plätze holen«, so die Sportlerin, die für den WSV Clausthal-Zellerfeld antritt.


Der vergangene Winter sei für sie sehr lehrreich gewesen. Zwar habe sie auch in den Jahren zuvor schon einzelne Weltcup-Einsätze verbucht, »und von daher war es von der nervlichen Anspannung her gar nichts ganz Neues.« Aber: »Das Drumherum ist schon was anderes. Das ganze Flair ist schon der Wahnsinn. Das war echt super, vor allem in den gut drei Wochen der Heim-Weltcups.«

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Hier bezieht sie neben Oberhof und Ruhpolding auch Antholz (Italien) mit ein, wo die Zuschauerzahlen ja ebenfalls recht hoch sind. »Man bekommt natürlich schon noch mehr Routine, auch im Umgang damit, dass so viele Kameras und Fans da sind.« Trotz aller Routine »ist das schon immer noch aufregend«, gibt sie offen zu – doch ein wenig Anspannung gehöre ohnehin dazu. Rein kräftemäßig allerdings sei die Saison nicht viel anders gewesen als in den Wintern zuvor, »denn im IBU-Cup ist die Wettkampfhäufigkeit ähnlich.«

Ein großer Höhepunkt war für Karolin Horchler, dass sie sich sogar für die Weltmeisterschaften in Östersund (Schweden) qualifiziert hatte. Dort allerdings kam sie im eminent starken deutschen Team nicht zum Einsatz, weil von den sechs Nominierten bei Titelkämpfen immer nur vier antreten dürfen. »Das waren schon zwei intensive Wochen mit vielen Hochs und Tiefs, wobei zwischenzeitlich ja auch ein Einsatz von mir erwogen worden war«, erinnert sie sich. Sie habe ihre Rolle im »Wartestand« daher »gut angenommen, und man kann auch viel von den äußeren Umständen lernen. Ich habe auf jeden Fall viel mitgenommen«, sieht sie ihre Erfahrungen sehr positiv.

Sehr positiv waren letztlich die gesamte Saison und vor allem die WM für das deutsche Team gelaufen, nachdem es in den ersten Weltcups noch nicht die gewünschten Ergebnisse gegeben hatte. »Ja, wir hatten einen schwierigen Start. Klar möchte man von Beginn an gute Weltcups abliefern, aber die Planungen gingen vor allem in Richtung WM, die ja sehr spät in der Saison stattfand.« Und man dürfe sich eben auch nicht von Rückschlägen entmutigen lassen, »man muss trotzdem an sich glauben.«

Horchler hatte vor der Saison »nie gedacht, dass ich alle Weltcups bestreiten und sogar zur WM fahren darf. Dennoch hätte ich mir ab und zu noch ein paar bessere Ergebnisse erhofft.« Doch das sei schwer, »es ist in den vergangenen zwei Jahren brutal eng geworden in der Weltspitze, da muss schon alles passen.« Horchler gilt als sichere Schützin, doch am Schießstand komme es neben der Sicherheit auch auf Schnelligkeit an: »Wenn man nur ein paar Sekunden länger zum Schießen braucht, kostet das oft schon mehrere Plätze.«

Zum Winter 2017/18 hatte Horchler läuferisch große Fortschritte gemacht und sich der Weltspitze angenähert. »Dieses Laufniveau habe ich im vergangen Winter in etwa bestätigt und ansatzweise sogar ein Stück verbessert«, freut sie sich. Um aber auf Weltniveau ganz vorne landen zu können, sind weitere Fortschritte nötig. Da das Training noch einmal verändert wurde, »muss man abwarten, wie es heuer wird – aber der Testwettkampf in Ruhpolding ist gut gelaufen«, freut sich die 30-Jährige.

Nun gelte es, auch bei der DM am Arber und in Ruhpolding daran anzuknüpfen. Am Arber geht es heute im Sprint (11 Uhr) und morgen im Verfolgungslauf zur Sache. In der vertrauten Ruhpoldinger Chiemgau-Arena folgen dann am Freitag, 13. September, der Speziallanglauf, am Samstag, 14. September, der Massenstart und am Sonntag, 15. September, die Staffeln.

Das Ziel für diese Titelkämpfe ist klar: »Ich möchte die Leistung, die ich mir erarbeitet habe, auch wieder abrufen – und möglichst um die Medaillen kämpfen«, hat sich Horchler vorgenommen. In diesem Falle sollte es auch mit einem Platz im Weltcup klappen, um das ganze Flair wieder zu erleben – unter anderem vom 14. bis 19. Januar 2020 in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena ... who

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