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»Das fühlt sich an wie eine Niederlage«

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Ihm gelang der erste Treffer des SVK: Manuel Omelanowsky. (Foto: Butzhammer)

Bis zur 90. Minute hofften die 425 Zuschauer in der Bayernliga Süd beim SV Kirchanschöring noch auf einen Sieg. Doch in der Nachspielzeit verspielte der SVK einen 3:1-Vorsprung, so endete die Begegnung gegen den TSV Schwabmünchen letztlich mit 3:3 (1:0).


Gästetrainer Paolo Maiolo musste sich nach diesem Spiel erst einmal selbst beruhigen. »Kirchanschöring wie immer« meinte er: Man spiele wahrscheinlich gut, aber dann verlierst so wie immer«, dachte er bis kurz vor dem Abpfiff. Doch dann gab's doch noch einen Punktgewinn.

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Seine Elf habe die ersten 20 Minuten verschlafen, danach sei der SVK durch einen schönen Spielzug verdient in Führung gegangen. Das folgende verrückte Spiel verlief aus seiner Sicht in etwa so: »Dann gehen wir in die Pause, denken, das können wir noch umbiegen, und kassieren das 2:0 – das super herausgespielt war – da dachte ich schon, nach dem Spiel sagen zu müssen, dass der SVK verdient gewonnen hat. Dann machen wir das 2:1, bekommen postwendend dilettantisch das 3:1, und dann habe ich mir gedacht: 'Jetzt ist es vorbei.'«

Doch gegen Ende des Spiels »haben wir etwas mehr Körner gehabt und mit der Mentalität unserer Spieler, die immer daran glauben, dass noch was geht haben wir noch den Punkt mitgenommen.«

SVK-Trainer Michael Kostner gestand: »Das fühlt sich momentan an wie eine Niederlage.« Der SVK habe »gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft ein tolles Spiel abgeliefert« – aber halt leider »nur bis zur 91. Minute.« Allerdings »mussten wir auch zwei gestandene Spieler auswechseln«, so der SVK-Coach. Denn bei Christoph Dinkelbach und Kapitän Tobias Janietz ging es in der Schlussphase nicht mehr weiter. Und dann sehe man in gewissen Situationen, dass der Ball hinten »nicht weggehauen« werde. Somit habe sich seine Mannschaft nicht für das tolle Spiel belohnt, wobei Kostner die Zuschauer lobte: »Die waren wirklich richtig top dabei und haben die Mannschaft auch motiviert, die alles gegeben hat.«

Das 1:0 fiel in der 23. Minute: Tobias Schild bediente von links Christoph Dinkelbach im Strafraum, der sah Manuel Omelanowsky und Omelanowsky schob das Leder ins Netz. Bis zur Halbzeit sahen die Zuschauer ein klasse Fußballspiel von beiden Seiten, mit wenigen Fouls und tollen Spielzügen von beiden Seiten. Auch neutrale Beobachter schwärmten von vielen Torchancen und tollen Szenen auf dem Platz.

In der zweiten Spielhälfte konnte der SVK die Führung sogar ausbauen. Schild setzte sich über links wunderschön durch, Albert Deiter nahm das Leder mit rechts an Torwart Stefan Brunner vorbei mit - 2:0 (48.). Doch die Gäste, die in der Tabelle vor den Kirchanschöringern stehen, kamen zurück. Nach einem Angriff über links stand Serhat Örnek rechts am Sechzehner plötzlich völlig frei und schob links unten zum 2:1 (65.) ein. Der SVK kam zurück, wirkte teilweise überlegen. So zog Hannes Kraus über rechts nach Vorarbeit von Maximilian Reiter in den Strafraum, passte zur Mitte, dort sprintete am linken Eck des Fünfmeterraumes Reiter vor und schoss neben dem rechten Pfosten ein - 3:1 (71.).

Als alle im SVK-Lager dachten, das könnte zum Sieg reichen, schlugen die Gäste aus dem Schwabenland eiskalt zu: Nach einem individuellen Fehler der SVK-Abwehr landete der Ball bei Gästetorjäger Thomas Rudolph, und der ließ sich die Chance nicht entgehen - 3:2 (92.). In der 94. Minute jubelten die Gäste erneut, Torschütze Fahad Barakzaie bejubelte mit seiner ganzen TSV-Mannschaft den 3:3-Ausgleichstreffer. Beim SVK sackten die Spieler hinterher zu Boden – es war eben eine gefühlte Niederlage.

SV Kirchanschöring: Schönberger, Janietz (84. Obirei), Dinkelbach (78. Peter), Deiter, Kraus, Pöllner, Omelanowsky (88. Birner), Daniel, Hofmann, Schild, Reiter.

TSV Schwabmünchen: Brunner, Kusterer, Aracic, Kümmerle, Talla, Uhde, Örnek, Hannappel, Meisel (52. Barakzaie), D'Almeida (52. Karvar), Rudolph.

Tore: 1:0 Omelanowsky (23.), 2:0 Deiter (48.), 2:1 Örnek (65.), 3:1 Reiter (71.), 3:2 Rudolph (92.), 3:3 Ba-rakzaie (94.).

Schiedsrichter: Ramiz Begovic (Salzburg).

Zuschauer: 425.

mw