»Das Feuer ist bei uns definitiv da«

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Die Chieminger Florian Fritzenwenger (links) und Johannes Green trainierten zuletzt im Ötztal.

Der Startschuss für dieLiga-Wettkämpfe hätte längst fallen sollen, doch der Bayerische Triathlonverband musste aufgrund der Corona-Pandemie seine Pläne erneut ändern. Stand jetzt ist, dass die kurze Saison nun im Herbst über die Bühne gehen soll.


Die Triathleten des TSV Chieming nehmen die erneute Verschiebung sportlich, trainieren fleißig weiter und hoffen darauf, dass es in diesem Jahr doch noch um Liga-Punkte gehen wird. »Wir wollen endlich wieder Liga-Wettkämpfe machen«, betont Chiemings Mannschaftsführer Simon Manteufel im Gespräch mit unserer Sportredaktion. Zur Erinnerung: Im Corona-Jahr 2020 fiel der komplette Liga-Betrieb bei den Frauen und Männern wegen der Krise ins Wasser.

Das soll sich nach Möglichkeit in diesem Jahr eben nicht mehr wiederholen. Doch auch im Frühjahr waren noch keine Wettbewerbe möglich. Der Verband plante um: Drei statt vier Wettkämpfe sollten im Spätsommer und Herbst in der Bayernliga noch über die Bühne gehen. »Das war die Info, die wir vor einigen Wochen bekommen haben«, erzählt Manteufel.

Doch den ersten Dämpfer gab's bereits wenige Tage später: Auch der Triathlon Beilngries ist ganz abgesagt worden – im Rahmen dieser Veranstaltung hätte auch das erste Bayernliga-Rennen stattfinden sollen. Aktuell stehen jetzt noch die Wettkämpfe in Weiden in der Oberpfalz (4. September) und in Hof (19. September) im Kalender. »Die Hoffnung besteht also, dass es doch noch losgehen wird«, sagt Manteufel. »Aber wir können uns wohl erst immer wenige Tage vor dem Start sicher sein«, ergänzt er. Denn auch kurzfristige Absagen seien bei steigenden Inzidenzen möglich.

Virtuelle Formate wird es im Liga-Betrieb übrigens nicht geben. Einen Versuch gab es am Anfang des Jahres zwar, aber der lief nicht nach Plan. »Die Regeln sind von einigen Mannschaften leider nicht so eingehalten worden«, weiß Simon Manteufel. »Zudem hatten die Teams an den unterschiedlichen Orten eben nicht die gleichen Bedingungen. Das Ganze war zwar ganz nett, aber es ist eben kein reeller Leistungsvergleich.« Und letztlich fehle einfach auch die Wettkampf-Atmosphäre.

Ob es bei nur zwei Wettbewerben am Ende aber eine Ligawertung geben wird, steht noch in den Sternen. Sollte sich der Verband dazu entscheiden, wird es laut Manteufel bei den Herren auch um Auf- und Abstieg gehen. »Bei zwei Wettkämpfen ist das Tabellenbild natürlich nicht so aussagekräftig«, sagt Manteufel. »Und es kann auch schnell mal was schief gehen und man hat dann wenig Möglichkeiten, das wieder auszubügeln.«

Allerdings ist der Chieminger zuversichtlich, dass seine Mannschaft vorne mitmischen kann. Der Aufsteiger präsentierte sich bereits 2019 in seinem Bayernliga-Premierenjahr in einer ausgezeichneten Verfassung – und die Mannschaft ist zusammengeblieben und hat sogar noch neue Athleten gewinnen können. »Wir haben schon gezeigt, dass wir Potenzial haben.«

Bei den Frauen geht's in der Bayernliga nur um den Aufstieg, da es die unterste Klasse ist. Und Chiemings Triathletinnen wollen endlich auch ihr Können unter Beweis stellen. Die Mannschaft gründete sich ausgerechnet im vergangenen Jahr, konnte deshalb noch nicht einmal offiziell an einem Rennen teilnehmen. Die Folgen waren bitter: Einige der Damen sind wieder abgesprungen. In diesem Jahr hat der TSV deshalb nun eine Startgemeinschaft mit Memmingen gegründet.

»Auch bei den Mädels läuft es aktuell gut«, berichtet Simon Manteufel. Und alle zusammen trainieren Mitte August auch noch ein Wochenende im Allgäu. Die beiden Chieminger Mannschaften wären also bestens vorbereitet, wenn es im Herbst doch auch noch in der Liga zur Sache gehen sollte. »Das Feuer ist bei uns definitiv da.«

SB

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