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»Das Eis ist gut, es passt alles«

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Heimspiel für Joel Dufter (vorne): Er trainiert derzeit auf dem Sommereis in der Inzeller Max-Aicher-Arena mit seinen Teamkollegen. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Auf den ersten Blick ist alles wie immer in der Inzeller Max-Aicher-Arena: Eisschnellläufer aus verschiedenen europäischen Nationen tummeln sich auf der 400-Meter-Bahn und auch im Innenraum ist einiges los. Doch schaut man genauer hin, merkt man, dass in diesem Jahr beim Sommereis-Betrieb doch alles grundlegend anders ist. Wegen der Corona-Pandemie gelten in der Arena besondere Hygienevorschriften – und zwar für die Sportler und für die Betreuer.


Laut dem Chef der Max-Aicher-Arena, Hubert Kreutz, war die Umsetzung der Maßnahmen eine echte Herausforderung. »Die Telefondrähte haben geglüht, bevor wir Grünes Licht aus dem Landratsamt erhalten haben«, blickt Kreutz zurück. Letztlich überzeugte das Betreiberkonzept die Behörden.

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Belüftungsanlage als großer Vorteil

Knapp 5000 Quadratmeter Eisfläche und eine moderne Belüftungsanlage waren bautechnische Vorteile. »In wenigen Stunden wird die gesamte Luft von innen nach außen umgewälzt. Bei uns ist es schon fast klinisch rein«, sagt Kreutz stolz.

Doch auch die Athleten und ihre Betreuer müssen gerade einiges beachten. »Wir haben exakte Laufwege, Eingang und Ausgang sind getrennt, Kabinen und Duschen können nicht benutzt werden. Auf der Eisfläche dürfen sich maximal 80 Personen aufhalten«, beschreibt der Stadionleiter die Situation. Verantwortlich für die Einhaltung aller Vorschriften sind die jeweiligen Trainer der Teams. Natürlich gelten auch Maskenpflicht und Abstandsregeln. Die Einhaltung der Regeln wird von Kreutz und seinen Mitarbeitern kontrolliert. »Bisher läuft alles überwiegend diszipliniert ab«, sagt Heike Kogler, eine Mitarbeiterin der Arena.

Auch für Sprint-Bundestrainer Danny Leger und seinem Inzeller Schützling Joel Dufter ist einiges an den ersten Tagen gewöhnungsbedürftig gewesen. »Wir deutschen Sportler gelten quasi als Vorbild. Die anderen Nationen schauen genau hin, wie wir uns verhalten«, erzählt Joel Dufter, der sich schnell an die Maßnahmen gewöhnt hat. »Das Eis ist gut, es passt alles.«

Probleme bereitet ihm immer noch ein leichter Bandscheibenvorfall aus der vergangenen Saison. »Langsam schaut es wieder besser aus, es hängt mir aber noch etwas nach. Es geht aber wieder in den grünen Bereich.«

Nach der Saison hat er wegen der Corona-Krise überwiegend zuhause trainiert und sich einen kleinen Kraftraum eingerichtet. »Ich habe alles machen können und auch aktuell auf dem Eis regelt sich langsam alles.« Trotzdem müssen er und die anderen Sportler immer genau darauf achten, mit Abstand zu laufen und in den Pausen die Masken aufzusetzen.

Wie die kommende Saison für die Kufenflitzer laufen wird, steht noch in den Sternen. Ende August werden dazu wohl erste Einzelheiten bekannt werden. Die Weltcups in Europa werden vermutlich stattfinden können, schwieriger wird es mit den Rennen in Nordamerika und China werden. »Es ist eine vorolympische Saison, und die ist sehr wichtig für uns. Ich will auf alle Fälle meinen Startplatz über 1000-Meter in der A-Gruppe halten«, sagt der Sprintspezialist.

Deswegen heißt es aktuell für ihn auch, Material im Schienenbereich zu testen. Neu werde sein, so Dufter weiter, dass in gewissen Abständen neben der 400-Meter-Bahn in Inzell große Ventilatoren aufgestellt werden. Damit wird das Eis schneller, so die Erfahrungen aus den Niederlanden und Russland mit diesem System.

Für Danny Leger liegt der Fokus derzeit auf dem Eistraining, allerdings stehen auch Kraft- und Radtraining auf dem Programm. Unterstützt wird er aktuell übrigens von der ehemaligen Kurzstreckenspezialistin Gabi Hirschbichler, die bei ihm ein Praktikum absolviert. Im Oktober will sie an der Sporthochschule Köln dann ihr Trainerdiplom in Angriff nehmen.

In der ersten Woche des Sommereises ist er mit sechs bis acht Sportlern auf dem Eis. Jeremias Marx, Hendrik Dombek, Stefan Emele und Maximilian Strübe sind die Trainingspartner von Joel Dufter. Nico Ihle wird erst später in Inzell zum Training dazustoßen, aktuell trainiert er noch zuhause in Chemnitz.

Großes Fragezeichen hinter der neuen Saison

Auch Leger sieht noch ein großes Fragezeichen hinter der neuen Saison der Eisschnellläufer. »Wir trainieren so, als ob alles normal laufen wird«, sagt Leger und betont auch, wie wichtig die Saison vor Olympia 2022 in Peking ist. »Es geht ja schließlich um die Startplätze für die Spiele«, hebt der Coach weiter hervor.

Neben den Sportlern von Leger und den anderen Nationen tummeln sich auch die jungen Eisschnellläufer von Andreas Kraus auf dem Inzeller Sommereis. Seit vier Jahren ist Kraus unter anderem für die Kadersportler des DEC Inzell zuständig. Auch sie werden in diesen Tagen zum Beispiel zum Laktattest gebeten. Dieser wird von Trainingswissenschaftler Johann Rampl durchgeführt. SHu

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