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Das bange Warten auf den Schnee

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Auf ins Biwak heißt es im Rahmen des Inzeller Schlittenhunde-Wochenendes, nach der Absage im vergangenen Jahr, heuer wieder. (Foto: Bittner)

Nach der wetterbedingten Absage im vergangenen Jahr, als den Organisatoren »zu viel Schnee« einen Strich durch die Rechnung machte, soll das Inzeller Schlittenhunde-Wochenende heuer wieder reibungslos über die Trails und Loipen der Gemeinde führen. Jahr für Jahr bemühen sich die Macher, eine enorme logistische Herausforderung zu meistern. Im Gegensatz zu 2019 stellt sich diesmal wieder die andere Frage: Liegt ausreichend Schnee?


»Wir warten darauf«, sagt Wolfgang Fehringer, hauptverantwortlicher Organisator des SSB – des Schlittenhundesports Bayern e.V. Er ist voller Hoffnung, dass es klappt. Von Freitag, 31. Januar, bis Sonntag, 2. Februar, soll es in und rund ums Stake-out, das Musher-Lager, am Campingplatz Lindlbauer wieder rundgehen.

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Im Mittelpunkt stehen freilich die Vierbeiner mit ihren meist strahlend blauen Augen als Protagonisten. Die Landschaft der Chiemgauer Voralpen leistet bei oft traumhaftem Wetter ihr Übriges.

Inzell ist erneut Teil der »Ultimate Sleddog Challenge«, eines Vier-Länder-Cups, der vier Rennorte umfasst: Neben der Eisschnelllaufmetropole ist das Destne in Tschechien, das Trans Alp in Gyron in der Schweiz sowie die Innerkrems in Österreich. Jedes Rennen bleibt als solches eigenständig. Dabei findet die Challenge in Gedenken an Walter Treichl statt, dem früheren Organisator. Es geht um den Titel »Ultimate Sleddog Challenge-Finisher«. Dazu muss der Musher mindestens drei der vier Rennen in seiner Kategorie erfolgreich abschließen, wobei die Teilnahme in der Innerkrems in Kärnten aufgrund der dortigen Preisvergabe erforderlich ist. Der Titel wird an Nordische sowie an offene Gespanne vergeben.

Die »Longtrail Challenge« ist ein Drei-Tagesrennen mit Biwak. Die Musher übernachten in Zelten in Adlgaß, die Hunde im Freien. Danach kehren sie am nächsten Tag zu Start und Ziel nach Inzell zurück. Dabei kommen größere Schlitten mit Biwak-Ausrüstung zum Einsatz. Die Tourfahrer und Canicrosser bewältigen zweimal 18 Kilometer, wobei erstere »abkürzen« dürfen. Bis auf die Tour-Kategorie kommen ausnahmslos Distanz-, also keine Sprintschlitten zum Einsatz. Canicross bedeutet reines Laufen mit Hund, ohne Ski oder Schlitten.

Der erste Wettkampftag ist Freitag, der 31. Januar. Bereits ab 12 Uhr können die Hunde im Stake-out besucht werden. Um 13 Uhr eröffnet Wolfgang Fehringer das Wochenende offiziell, um 14 Uhr geht schließlich das erste Gespann auf den Longtrail.

Der nach der Europameisterschaft 2017 eingeschlagene Kurs, statt der Kurz- und Mittelstrecken fast ausnahmslos auf die Langdistanzen – also jene Strecken zwischen 23 und 30 Kilometern mit 800 bis 1000 Höhenmetern zu setzen – wird beibehalten. »Das ist für Inzell der richtige Weg«, sind sich Verband und Gemeinde einig. Die Mitteldistanz wird allerdings ebenfalls weiterhin angeboten. Dabei sind auch Tourenfahrer und Gäste willkommen. Gelaufen wird nach den Rennregeln der FISTC, der »Federation Internationale Sportive de Traineu a Chiens«, auf dem Loipennetz und im Wald auf präparierten Forststraßen. Das Profil ist »alpin« gestaltet.

Am Wochenende 1./2. Februar ist das Musher-Lager ab jeweils 10 Uhr geöffnet, gestartet wird an beiden Tagen um 11 Uhr. Mit der Siegerehrung ab etwa 15.30 Uhr im Start-Ziel-Bereich findet die Veranstaltung am Sonntag ihren feierlichen Abschluss.

Neben den Rennen wird den Besuchern einmal mehr ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Die Huskys können im Stake-out aus nächster Nähe nicht nur betrachtet, sondern auch gestreichelt werden. Rund 100 Gespanne mit zwei bis zehn Hunden – insgesamt rund 800 Tiere – werden in Inzell in der reinrassigen und der offenen Klasse dabei sein. Die Band »Livebox« unterhält die Besucher an beiden Haupttagen ab jeweils 11.30 Uhr des ersten Februar-Wochenendes. Ein buntes Familienprogramm kommt hinzu. bit