weather-image
18°

Daniel Wenig flog der Konkurrenz davon

2.0
2.0
Bildtext einblenden
Stolz reckt Sieger Daniel Wenig den vom Siegsdorfer Peter Bauer geschnitzten Adler in die Höhe. Auf den Plätzen zwei und drei landeten der Österreicher Clemens Aigner und Markus Eisenbichler (rechts) vom TSV Siegsdorf. (Foto: Wechslinger)

Gut 300 Zuschauer erfreuten sich an einem gelungenen Sommer-Skispringen auf der 98-Meter-Schanze am Kälberstein.


Zwar erhielt der »Aufsteiger« des vergangenen Winters, der Weißbacher Andreas Wellinger vom SC Ruhpolding, von seinem Trainer Werner Schuster Flugverbot, dennoch gab der Topspringer bereitwillig Autogramme. »Ich kann das nicht ganz verstehen, warum ich nicht starten darf«, sagte Wellinger, folgte aber der Anordnung. Die Konkurrenz gestaltete sich dennoch zu einer guten, gingen doch 29 Sprünge klar über den Konstruktionspunkt von 90 Meter hinaus. Am Ablauf waren zwei Damen und 51 Herren.

Anzeige

Daniel Wenig vom SK Berchtesgaden brach seinen zweiten Sprung auf 99 Meter sogar vorzeitig ab, weil es sonst gefährlich hätte werden können. »Ich lasse Andreas Goldberger seinen Rekord von 100,5 Meter. Mir reicht der Sieg, ich brauche auch den Schanzenrekord nicht«, betonte der Sieger, der den zwei weiteren Aktiven auf dem Siegerpodest nicht den Hauch einer Chance ließ.

Bei den Schülern gewann nach Sätzen auf 92 und 96,5 Meter mit Naim Stanfel ein echter Wiener. Als eine Klasse für sich erwies sich in der Jugendklasse 16 Clemens Leitner vom Nordic-Team Absam, ein Schützling von Ex-Weltmeister Andi Felder aus Österreich. Der Berchtesgadener Felix Glaßner vom SKB machte zuletzt einen großen Wachstumsschub und leidet seit längerem an Koordinationsproblemen.

In der Jugendklasse 17 kämpften praktisch nur vier Burschen um den Sieg, die zehn weiteren »Gladiatoren« hatten mit dem Ausgang an der Spitze nichts zu schaffen. So musste Thomas Dufter vom SC Hammer als Zweiter nur ganz knapp Franz Weiss aus Aue den Vortritt lassen. Platz drei ging mit Sebastian Bradatsch ebenfalls an einen talentierten Burschen aus den neuen Bundesländern. ChristophorusSchüler Moritz Baer vom SF Gmund-Dürnbach hatte als Fünfter schon fast 60 Punkte Rückstand zum Sieger. Sepp Lechner vom WSV Kiefersfelden dominierte dagegen bei den Junioren.

In der allgemeinen Herrenklasse erwies sich Lokalmatador Daniel Wenig als großer Dominator, der zwischen sich und dem Zweitplatzierten Clemens Aigner vom Berg Isel bei Innsbruck mehr als 20 Punkte Vorsprung legte. Dabei ging Wenig sogar freiwillig drei Luken tiefer in die Anlaufspur, sonst wäre er wohl weit über 100 Meter gesprungen und da wird es dann sehr gefährlich. Wenig wird nun in den kommenden Wochen im Sommer-Grand-Prix mit der Weltelite an den Ablauf gehen. Da darf man gespannt sein, was dem Berchtesgadener im Kreise der Weltbesten gelingt.

Stützpunkttrainer Christian Leitner hatte für das internationale Springen am Kälberstein eigentlich den Siegsdorfer Markus Eisenbichler favorisiert, der jedoch hinter den Erwartungen zurückblieb und mit mehr als 30 Punkten Rückstand Dritter wurde. Weit hinter seinen Möglichkeiten blieb auch der Ruhpoldinger Tobias Lugert, während Hobbyflieger und Nachwuchstrainer Christian Fendt mit Sprüngen von 77 Meter durchaus passabel über den Kälberstein kam.

SKB-Vorstand Wilfried Däuber ehrte zusammen mit Andreas Wellinger und dem Weltklasse-Kombinierer Wolfgang Bösl die Sieger und Platzierten. Dabei bedankte sich Däuber auch bei den treuen Helfern des Skiklubs sowie bei den erfahrenen Weitenmessern.

Die nächsten Wettbewerbe des SK Berchtesgaden sind am 7. und 8. September die beiden Deutschland-Pokal-Springen am Kälberstein. pcw