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Dämpfer zum Jahresabschluss

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Mit großem Einsatz waren die TVT-Basketballer bei der Sache, so wie hier Julian Rosnitschek. Aber letztlich mussten sie sich diesmal doch geschlagen geben. (Foto: Weitz)

Die Korbjäger des TV Traunstein traten zum letzten Hinrundenspiel der Basketball-Bayernliga die Auswärtsfahrt nach Murnau zum ESV Staffelsee an. In einem über weite Strecken knappen Duell behielt die Heimmannschaft die Oberhand und übernahm durch den 84:75-Erfolg den dritten Platz von den Traunsteinern.


Die Niederlage ist zudem gleichbedeutend mit dem Pokal-Aus für den TVT. Beide Mannschaften hatten sich vorab darauf geeinigt, die Begegnung für Liga und die ausgeloste Bayernpokal-Begegnung zu werten.

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Mit frischen Kräften nach einem spielfreien Wochenende wollte der TV Traunstein seine Siegesserie ausbauen. An dem errungenen dritten Tabellenplatz hatten Mannschaft und Trainer Markus Haindl durchaus Gefallen gefunden. Doch diesen zu verteidigen sollte eine schwierige Aufgabe werden, dies war allen bewusst. Denn nun hatte man mit dem ESV Staffelsee eine echte Spitzenmannschaft vor der Brust. Seit mittlerweile fünf Jahren sind die Murnauer Basketballer in der Bayernliga und reden immer wieder im Kampf um die Spitzenplätze ein gehöriges Wörtchen mit. In der letzten Saison gelang ihnen zudem der Einzug ins Top Four des Bayernpokals.

Die Traunsteiner waren also gewarnt vor dem Gegner, der sich durch seine mannschaftliche Geschlossenheit und Aggressivität auszeichnet. Diese Spielattribute beansprucht auch der TVT gerne für sich – es war also das Aufeinandertreffen zweier sehr ähnlich gesinnter Mannschaften.

Beide Teams fanden recht schnell in die Partie und es zeichnete sich ein ausgeglichener Verlauf ab. Spürbar war allerdings von Anfang an, dass den Traunsteinern die Präsenz unter den Körben fehlte. Zu dem wegen einer Muskelverletzung fehlenden Stefan Gruber kam der kurzfristige, krankheitsbedingte Ausfall von Franz Hell. Die beiden großgewachsenen Spieler hätten gegen das entschlossene Nachgehen der Murnauer Stephan Adelberger und Co. mit ihrer körperlichen Präsenz schon viel geholfen.

So dominierte der ESV Staffelsee gerade zu Beginn bei den Abprallern und punktete häufig im zweiten und dritten Versuch. Erst im weiteren Verlauf der Begegnung schaffte es der TVT mit vereinten Bemühungen, diese Probleme einigermaßen in den Griff zu bekommen. Im Angriff zeigte man sich durchaus treffsicher. Besonders stach Thomas Weber hervor, der mit einer Saisonbestleistung von sechs gelungenen Dreipunktewürfen maßgeblichen Anteil daran hatte, dass zur Halbzeit beide Teams mit einem Gleichstand in die Kabinen gingen (35:35).

In der Pause mahnte Trainer Haindl seine Männer, die Balance aus Distanzwurf und Zug zum Korb zu wahren. Der ESV Staffelsee setzte nun auf eine konsequente Raumverteidigung, und damit sollte den Traunsteinern das Leben schwer gemacht werden. Das dritte Viertel brachte hier für die Heimmannschaft erste Erfolge. Die Murnauer zogen ein wenig davon, profitierten aber auch von Nachlässigkeiten in der Traunsteiner Defensive.

So war beim Stand von 56:62 zwar zu Beginn des letzten Viertels noch alles offen, Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung war aber auf Seiten der Traunsteiner zu spüren. Die beiden TVT-Neuzugänge Lorenzo Griffin und Kenan Biberovic sorgten für einen guten Start in den Schlussabschnitt. Doch der ESV Staffelsee ließ sich davon nicht so schnell aus dem Konzept bringen und fand die richtigen Antworten. Die Traunsteiner Versuche, das Ruder herumzureißen, waren von wenig Erfolg gekrönt. Neben den weiterhin bestehenden defensiven Problemen schaffte man es kaum, in Korbnähe zu agieren, sodass der Vorsprung des ESV Staffelsee bis zur Schlusssirene weiter wuchs und mit dem 75:84 die dritte Saisonniederlage für den TVT feststand.

Mit sieben Siegen reiht man sich nun zum Hinrundenabschluss bilanzgleich, aber aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs hinter dem ESV Staffelsee auf dem vierten Tabellenplatz ein. Für eine Mannschaft, die die Integration von vielen neuen Gesichtern aus der Jugend und Neuzugängen zu stemmen hat und eine neue Spielphilosophie verinnerlichen möchte, ein Abschneiden, mit dem man durchaus zufrieden sein kann. Die Analyse der drei Niederlagen verrät aber auch die noch bestehenden Defizite, an denen das Team und ihr Trainer weiterhin hart arbeiten werden.

Für den TVT spielten: Kenan Biberovic (20 Punkte/2 Dreier), Thomas Weber (20/6), Lorenzo Griffin (16), Valentin Rausch (7), Florian Pavic (6), Julian Rosnitschek (4), Lukas Schwankner (2), Frederik Jürgens, Sebastian Kösterke, Ante Bandov, Simon Haunerdinger und Felix Schwankner. JR

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