weather-image

»Da muss jeder seine Karten auf den Tisch legen«

4.5
4.5
Bildtext einblenden
Sie hofft vor heimischer Kulisse in der Max-Aicher-Arena auf eine erfolgreiche Deutsche Meisterschaft: Roxanne Dufter vom DEC Inzell. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Eine Premiere gibt es ab dem morgigen Freitag (16 Uhr) in der Inzeller Max-Aicher-Arena. Dort gehen die Deutschen Meisterschaften der Eisschnellläufer über die Bühne, zum ersten Mal mit internationaler Beteiligung.


»Damit wollen wir mehr Paarungen auf den einzelnen Strecken für die Zuschauer bieten und auch die Konkurrenz wird dadurch stärker«, erläutert der Vorsitzende des DEC Inzell, Pino Dufter. Sportlich sind die nationalen Meisterschaften nicht nur eine erste Standortbestimmung, sondern auch die Qualifikation für den Weltcup.

Anzeige

»Da muss nach der langen Vorbereitung jeder seine Karten auf den Tisch legen«, so Sprint-Bundestrainer Danny Leger, Trainer am Stützpunkt Inzell. Leger hat erst kürzlich einen dementsprechenden Vertrag bei der DESG unterschrieben.

Während Leger für die Sprinter zuständig ist, betreut Eric Bouwman die Langstreckler. Damit ist Bouwman auch für Roxanne Dufter verantwortlich, während Leger Joel Dufter unter seinen Fittichen hat. »Für mich war es eine logische Konsequenz, dass es in diese Richtung geht und ich mich in diesem Bereich orientiere«, so Leger. Vor den Titelkämpfen bereiten ihm ausgerechnet die beiden Inzeller Sportler Sorgen. Roxanne Dufter hatte vergangene Woche einen heftigen Sturz auf dem Eis und hat sich die Rippen geprellt. »Ich bin dennoch guter Dinge, dass sie bis zu den Wettkämpfen ihre Leistung abliefern kann«, hofft Leger.

Mehr Sorgen macht er sich um Joel Dufter, dieser hat sich binnen kurzer Zeit zum zweiten Mal eine Erkältung zugezogen und im Training zuletzt pausiert. »Der Körper ist keine Maschine. Mal schauen, wie der Rest der Woche verläuft.« Der 24-Jährige ist aber zuversichtlich, dass er rechtzeitig die Kurve bekommt. Vor allem am Samstag will er auf seiner Paradestrecke über 1000 Meter wenn möglich seinen vierten Titel in Folge holen.

»Bisher ist die Vorbereitung außer den Erkältungen gut verlaufen«, gibt sich der deutsche Rekordhalter über die 1000 Meter zuversichtlich. Immerhin hat er auch den Titel über 500 Meter zu verteidigen, den er im vergangenen Jahr zeitgleich mit Nico Ihle erobert hatte. Ihle wird wohl der Hauptkonkurrent des Inzellers über die beiden Sprintstrecken sein.

Bei Roxanne Dufter sind die Nachwirkungen ihres Sturzes noch sehr schmerzhaft. »Beim Laufen geht es ganz gut ohne große Schmerzen, danach tut es aber richtig weh«, beschreibt die 27-Jährige ihren Zustand. Sie fügt hinzu: »Bis zur Meisterschaft wird das schon was.« Über 1500 und 3000 Meter wird Dufter versuchen, gute Leistungen zu zeigen. »Stress mach ich mir keinen, ich schau auf mich selbst und will mein Programm abspulen. In Inzell ist es immer schön zu laufen, die Familie und Freunde sind da. Ich freue mich auf das Wochenende.«

Roxanne Dufter findet es schön, dass die Meisterschaft mit internationaler Beteiligung stattfindet. »In Deutschland haben wir nicht so viele Frauen, jetzt gibt es größere Starterfelder und die Konkurrenz ist auch stärker.«

Rund 130 Teilnehmer werden an den drei Tagen von Freitag bis Sonntag erwartet. Neben den Deutschen kommen die Eisschnellläufer aus der Schweiz, Finnland, Belgien, Neuseeland und Österreich. Da wird auch die frischgebackene Sportlerin des Jahres und die aktuelle Weltmeisterin über 500-Meter, Vanessa Herzog, dabei sein.

»Für uns Trainer ist das schon auch ein Vorteil, wenn wir so ein großes Feld mit guten Läufern aus dem Ausland haben. Auch der Anschlussbereich mit unseren jungen Sportlern profitiert davon«, ist sich Danny Leger sicher.

Um möglichst viele Zuschauer in die Max-Aicher-Arena zu locken, haben sich die Organisatoren einiges einfallen lassen. So gab es in den sozialen Netzwerken ein mehrtägiges Preisrätsel. Gezielte Einladungen wurden an Firmen, Schulen und Vermieter versendet. Dazu gibt es spezielle Angebote für Einheimische und auch an die Senioren wurde gedacht. So bekommen die Rentner, die sich regelmäßig mit dem VDK treffen, 50 Freikarten für die Wettkämpfe. »Ich hoffe auf 800 bis 1000 Zuschauer täglich«, so Pino Dufter.

Im Rahmen der Titelkämpfe werden auch Lokalmatadorin Gabi Hirschbichler sowie Stephanie Beckert und Bente Pflug offiziell verabschiedet. Sie hatten ihre Karriere im Frühjahr beendet. Die Ehrung findet in einer Pause der Rennen am Samstagnachmittag statt.

Der Zeitplan der Deutschen Meisterschaft in Inzell: Freitag, ab 16 Uhr: 500 Meter Damen/Herren, 3000 Meter Damen, 5000 Meter Herren. – Samstag, 13 Uhr: 1000 Meter Damen/Herren, 5000 Meter Damen, 10 000 Meter Herren. – Sonntag, 9.30 Uhr: 1500 Meter Damen/Herren, Massenstart Damen/Herren. SHu