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Club-Leben nimmt langsam wieder Fahrt auf

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Zwei neue Optis hat der Waginger Segelclub erworben; getauft wurden sie von Johanna Huber (links) und Josefa Edfelder im Beisein von Club-Präsident Elmar Schwarz (links) und Jugendleiter Felix Forster. (Foto: Eder)

Wegen Corona um einige Monate verspätet hat kürzlich im Segelhafen-Restaurant in Waging die Jahreshauptversammlung des Waginger Segelclubs (WSC) stattgefunden. Dabei wurde Simon Kratz zum neuen Platzwart und Alex Kroll sowie Peter Torlach zu neuen Kassenprüfern gewählt. Das vor kurzem in Betrieb genommene Motorboot erhielt nach einer Abstimmung den Namen »Sepperl« – dem Platzwart Sepp Seehuber zu Ehren. Nach der Versammlung wurden auch zwei neue Optimist-Jollen getauft.


WSC-Präsident Elmar Schwarz erwähnte zu Beginn seines Berichts die erfreuliche Steigerung der Mitgliederzahl auf knapp 390: »45 Neuaufnahmen allein heuer ist wirklich eine Sensation.« Und was ihn besonders freut: Es sind relativ viele Jugendliche dabei, sodass der Altersdurchschnitt deutlich sinke. Als Grund für die Neueintritte sieht Schwarz das attraktive Grundstück des Segelclubs, die familiäre Atmosphäre im Club sowie erschwingliche Beiträge und Gebühren.

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Keine Regatten im ersten Halbjahr

Im Rückblick auf das vergangene Halbjahr erwähnte der Präsident zuvorderst die Tatsache, dass alle Frühjahrs-Regatten wegen Corona hatten ausfallen müssen. Dafür seien in der Zeit viele interne Arbeiten verrichtet worden. Herausragend dabei war die Installation einer »riesengroßen PV-Anlage« auf dem Dach des Club-Restaurants, die sich in spätestens acht Jahren amortisieren werde: »Es ist wichtig«, so Schwarz weiter, »dass der Club auch auf die Umwelt schaut.«

Natürlich ließ er auch den Sturm, der vor einigen Wochen den Segelclub heimgesucht hat, nicht unerwähnt. An die 15 Boote seien dabei erheblich durcheinandergewirbelt worden. Letztlich aber habe sich der Schaden nach dem Aufräumen als weniger schlimm herausgestellt als es zunächst den Anschein gehabt hatte. Dennoch habe er so etwas in seinen 54 Jahren beim Club noch nicht erlebt. Sein Dank galt nicht zuletzt Peter Sippel, der in zwei Tagen das Clubschiff »Schnegge«, das am stärksten in Mitleidenschaft gezogen worden war, wieder repariert hat. Zudem sei ein neues Motorboot angeschafft worden, eines mit Kajüte, was für die Mitglieder, die bei den Wettfahrten Bojendienst leisten, bei schlechtem Wetter deutlich angenehmer sei.

Inzwischen komme das Clubleben durch die Erleichterungen der Corona-Vorschriften allmählich wieder auf die Beine. Beim Segelkurs für Kinder und Jugendliche sei der Club vor Kurzem von Interessenten förmlich überrannt worden. 53 Anmeldung konnten nicht bewältigt werden, so wurden diesmal nur die fortgeschrittenen jungen Segler berücksichtigt. In nächster Zeit werde aber nochmals ein solcher Segelkurs angeboten, kündigte Schwarz an.

Nach der Corona-Zwangspause stünden jetzt aber wieder einige Wettfahrten an, zu denen sich auch Prominente angesagt hätten. Los geht’s mit der Dr-Hans-Rösch-Regatta am 29. und 30. August, ein »Pre-Race« für die Deutsche Meisterschaft, die am 1. September mit einem Bayerischen Abend beginnt. Abgesagt sind dagegen die ursprünglich geplanten weiteren gesellschaftlichen Veranstaltung zur Deutschen Meisterschaft und auch die in diesem Rahmen geplante 60-Jahr-Feier der Kielzugvogel-Klasse.

Kassier Max Reichert informierte die knapp 60 anwesenden Mitglieder über die Finanzen des Clubs. Im Jahr 2019 wurden Einnahmen in Höhe von knapp 93 000 Euro erzielt, nach Abzug der Ausgaben ergab sich ein Überschuss von rund 4000 Euro. Die Einnahmen setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Beiträgen und Aufnahmegebühren, aus den Beträgen für Liegeplätze und Wohnwagen-Stellplätze, Spenden und Startgebühren. Bei den Ausgaben sind die wesentlichen Beträge die Kosten für die PV-Anlage und das Clubschiff, für die Übungsleiter und die Instandhaltung der 25 Clubboote sowie die Beiträge an Verbände wie etwa die Schlösser- und Seenverwaltung. Ab dem nächsten Jahr, so kündigte Reichert noch an, werden die Gebühren für die Liegeplätze um 19 Prozent erhöht, weil den steuerlichen Vorschriften entsprechend die Mehrwertsteuer draufgeschlagen werden muss.

Wettfahrtleiter Franz Seifert gab einen ausführlichen Rückblick auf die Regatten des vergangenen Jahrs und die jeweiligen Erfolge von Clubmitgliedern. Von den 30 geplanten Wettfahrten konnten »wegen miserabler Windverhältnisse« gerade mal 14 realisiert werden. Besonders erwähnte Franz Seifert den Club-Kollegen Markus Klug, der sich bei den Österreichischen Meisterschaften in der Korsar-Klasse am Achensee mit sechs gewonnenen Wettfahrten den Meistertitel holte.

Jugendwart Felix Forster berichtete von vier Segelwochen mit vielen Teilnehmern, einem Ferienprogramm-Angebot und verschiedenen Nachwuchs-Regatten. Gut ausgestattet ist die Jugendgruppe mit Booten: Zwei neue Optis wurden gekauft, sechs weitere sind dem Club geschenkt worden. Ein neues Gestell für die Optis und ein Trailer sind gesponsert worden.

Das Motorboot heißt jetzt »Sepperl«

Takelmeister Sepp Seehuber hatte für die Mitglieder eine Menge an Tipps und Wünschen parat, die ihm und seinen Helfern das Leben erleichtern würden. Beispielsweise sollten die Trailer, die auf dem WSC-Gelände stehen, beweglich sein, um sie beim Rasenmähen beiseiteschieben zu können. Dann suchte er in einer Umfrage unter den Anwesenden einen Namen für das gebraucht angeschaffte Motorboot. Mit 22 Stimmen setzte sich der Name »Sepperl« durch.

Eine Reihe von Ehrungen stand an, wobei aber nur zwei zu Ehrende anwesend waren: Astrid Stubhan-Osswald wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet und Eva Singer für 25 Jahre. Weiteren sechs Mitgliedern, die 25 Jahre dabei sind, werden die Urkunden zugesandt: Heinrich Auerbach, Christian Kolb, Dr. Ingrid Kramer-Zilz, Bernhard Thomele und Werner Warthmann. Schließlich wurden noch die beiden neu gekauften Optis getauft – auf die Namen »Flying Dutchman« und »Black Pearl«. he

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