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Chiefs setzen Zeichen für den Nachwuchs

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Von den Starbulls Rosenheim zum TSV Trostberg: Michael Fröhlich (Mitte) trägt kommende Saison das Trikot der Trostberg Chiefs in der Landesliga. Vor allem aber soll er als hauptamtlicher Nachwuchstrainer an der Seite von Abteilungsleiter Johannes Käsmaier (rechts) und Jugendleiter Walter Mathis die Basis für eine gesicherte Zukunft des Trostberger Eishockeys legen. (Foto: Thois)

Die Nachwuchsarbeit muss oberste Priorität haben. Mit diesem Ziel war Johannes Käsmaier Anfang Juni in sein Amt als kommissarischer Eishockey-Abteilungsleiter des TSV Trostberg zurückgekehrt. Nun hat der 38-Jährige den Worten auch Taten folgen lassen: Die Chiefs präsentieren mit Michael Fröhlich einen hochkarätigen Neuzugang.


Der 33-jährige Rosenheimer, der vor Kurzem erst seine bis zur DEL reichende Profi-Eishockey-Karriere beendet hat, verstärkt nicht nur die Landesliga-Mannschaft des TSV. »Er wird – und das ist das Wichtigste, etwas, das es noch nicht gegeben hat im Trostberger Eishockey – hauptamtlicher, vom Verein fest angestellter Nachwuchstrainer«, betonte Käsmaier.

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Verpflichtung als wegweisendes Signal

»Nur, wenn wir unsere eigenen Talente optimal fördern und vermehren, können wir auf Dauer den Eishockeysport in Trostberg erhalten«, ist der Spartenchef überzeugt. Deshalb sei diese Verpflichtung ein wegweisendes Signal. Dankbar ist Johannes Käsmaier, dass der neue Kurs (»Wir haben den Nachwuchsetat fast verdreifacht«) auf große Rückendeckung bei Stadt, Stadtwerken und Hauptverein stoße.

In fünf Jahren, so Käsmaiers Ziel, soll Vollbetrieb von der U 7 bis zur U 20 herrschen. Aktuell gibt es bei der U 15 und U 17 eine gut funktionierende Spielgemeinschaft mit dem DEC Inzell. Bei U 11 und U 13 ist der TSV eigenständig. C-Lizenz-Inhaber Michael Fröhlich ist bei den Jung-Chiefs verantwortlich für sämtliche Altersstufen, soll den Fokus zunächst aber vor allem auf die Verbreiterung der Basis legen. Es gilt, eine U 7 neu aufzubauen und die U9 zu stärken, nachdem der EHC Waldkraiburg die Spielgemeinschaft kurzfristig hat platzen lassen. »Außerdem«, so Käsmaier, »brauchen wir eine effektivere Schnittstelle zu unserem so erfolgreichen Eiskindergarten, um hier mehr Nachwuchs zu generieren.«

»Es gibt viel Arbeit, und Michael setzt sich nicht ins gemachte Nest«, das ist dem Abteilungsleiter klar. Aber im Teamwork mit Nachwuchsleiter Walter Mathis und allen Trainern gelte es, »jetzt zu säen, fleißig zu gießen und irgendwann zu ernten.« Man wolle bessere Strukturen schaffen, den Eltern das Signal geben, dass sich im Nachwuchsbereich etwas tut und sie ihre Kinder aus einem noch größeren Einzugsgebiet zum Eishockey schicken können.

Der neue Nachwuchs-Chef, der die Trainer-C-Lizenz hat, werde quasi einen Fulltime-Job haben, so Käsmaier. Mit dem erfreulichen Nebeneffekt, dass Michael Fröhlich eine enorme Bereicherung für das Landesliga-Team sei. »Die Fans können sich auf einen Top-Außenstürmer freuen, den viele von ihnen schon bei den Starbulls Rosenheim gesehen haben.« Außerdem will Käsmaier noch einen ausländischen Kontingentspieler verpflichten.

Der Rest des Teams bleibe bis auf Verteidiger Alexander Lipp (Karriereende) zusammen. Nachdem sich die Mannschaft in der Abstiegsrunde der vergangenen Saison schon klar gesteigert habe, ist der 38-Jährige zuversichtlich, dass man unter der bewährten Regie von Trainer Petr Zachar im kommenden Winter deutlich schlagkräftiger sein wird und nicht mehr um den Klassenerhalt zittern muss.

Sowohl der Nachwuchs, als auch die 1. Mannschaft wollen jetzt, wo die Corona-Schutz- und Hygienekonzepte stehen, in der ersten Juli-Hälfte ins Sommertraining einsteigen. Ob die Landesliga-Saison im Oktober starten kann, sei angesichts der unsicheren Pandemie-Lage noch unklar. Käsmaier: »Immerhin tun wir uns mit unserem Freiluftstadion schon mal etwas leichter bei der Vorbeugung von Ansteckungen.«

Unerfreulich für den Abteilungsleiter: Der Bayerische Eissportverband hat die Trostberg Chiefs erneut in die Nordgruppe eingeteilt, was mit extrem weiten Auswärtsfahrten verbunden ist. »Wir haben einen Antrag eingereicht, dass wir doch in den Süden kommen.« tt

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