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Bögl hofft mit der Staffel auf den »Lucky Punch«

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Zuversichtlich: Skilangläufer Lucas Bögl hofft nach einer guten Vorbereitung auf eine erfolgreiche Saison. (Foto: DSV)

So richtig winterlich sind die Bedingungen derzeit noch nicht einmal in Muonio (Finnland), dennoch freut sich Skilangläufer Lucas Bögl (SC Gaißach) aus dem Stützpunkt Ruhpolding schon auf die kommende Saison. Zum einen, »weil im Training trotz aller Schwierigkeiten bis jetzt alles gut gelaufen ist.« Zum anderen, weil die Skilangläufer bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf (23. Februar bis 7. März) ein »Heimspiel« haben.


Mit »Schwierigkeiten« meint Bögl vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie, während die Vorbereitung ansonsten weitgehend nach Wunsch verlief.

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Darauf lassen auch die Daten schließen, die bei mehreren Leistungstests erhoben wurden. »Da hat alles gepasst«, berichtet der 30-Jährige. Er schränkt jedoch ein: »Daten sind das eine, der Winter ist das andere. Das bleibt immer spannend.« Schließlich wisse er, dass die Aussagekraft begrenzt sei: »Ich hatte schon Winter mit zuvor guten Tests und dann schlechten Wettkämpfen – und umgekehrt.« Aber zumindest ließen gute Daten »einen schon etwas ruhiger werden.«

Bei der Zentralen Leistungskontrolle im Herbst war er angeschlagen (Kreuz) und ging deshalb vorsichtshalber nicht an den Start. Auch bei einem ersten Test-Wettkampf im derzeitigen Trainingslager in Muonio (Finnland) pausierte er, weil er leichte Probleme mit dem Ellenbogen hatte. »Dafür hoffe ich, dass ich an diesem Wochenende bei den Testrennen mitmachen kann. Denn man muss schon sehen, dass man in den Wettkampfrhythmus reinkommt. Gerade bei 15 Kilometern können die letzten zwei, drei Kilometer enorm hart sein. Da sieht man erst beim Wettkampf, ob man das hohe Tempo auch wirklich durchhalten kann.«

Höhentraining als»gutes Konzept«

Im vergangenen Winter hatte Bögl auf klassisches Höhentraining gesetzt. Das hatte sich bewährt. So holte er nicht nur drei Top-15-Ergebnisse bei der Tour de Ski, sondern schaffte mit dem 9. Platz in Toblach (Italien) über 15 km Freistil auch erstmals in seiner Karriere ein Top-Ten-Ergebnis in einem Weltcup-Einzelrennen. Daher setzte Bögl auch diesmal wieder auf zwei Blöcke mit Höhentraining. »Ich habe aus der vergangenen Saison die Lehren gezogen und das System noch etwas verfeinert. Schließlich heißt es ja: Stillstand ist Rückschritt.« Zudem gehe es auch darum, das Höhentraining zu perfektionieren, schließlich findet Olympia 2022 auch in der Höhe statt. Auf jeden Fall ist das ein gutes Konzept.«

In diesem Winter ist aber erst einmal die Heim-WM in Oberstdorf das große Ziel. Dafür möchte sich Bögl so früh wie möglich qualifizieren. Dass nach dem Weltcup-Auftakt in Ruka (Finnland) der folgende Wettkampf in Lillehammer (Norwegen) abgesagt wurde – ob es einen Ersatz gibt, ist fraglich – erschwert seine Aufgabe. Frühzeitige Planungssicherheit durch die geschaffte WM-Norm wäre im weiteren Verlauf der Saison eine große Erleichterung, »denn dann kann man ohne Qualifikationsdruck trainieren.«

Schließlich sei es das Ziel, sich in Ruhe auf die WM vorbereiten zu können. In Oberstdorf hofft er vor allem auf einen guten Staffel-Wettkampf. Dabei hofft das deutsche Quartett im Idealfall auf eine Medaille. Dass dies angesichts der enorm starken internationalen Konkurrenz schwer wird, ist Bögl bewusst. »Aber das ist auf jeden Fall unsere größte Chance, wir hoffen einfach auf den 'Lucky Punch'«, verdeutlicht der 30-Jährige.

Ohnehin sei ein Staffel-Wettkampf »immer super. Gerade natürlich in Oberstdorf.« Doch Bögl hofft im Allgäu auf noch mehr Wettkämpfe: »Im Skating-Einzelstart möchte ich unbedingt dabei sein – und den Duathlon würde ich auch gerne laufen.«

»Da muss man sichhalt mal durchquälen«

Damit dies klappt, hat sich das Team akribisch vorbereitet – und tut es noch. In Muonio sei es zwar momentan »noch nicht direkt winterlich, weil es derzeit relativ warm ist. Aber der Kunstschnee ist gut präpariert, und wir haben hier wohl mit die besten Bedingungen, die es im Moment in Europa überhaupt gibt.« Dass die »richtige Winterstimmung« noch fehle, müsse man als Leistungssportler ohnehin akzeptieren, »da muss man sich notfalls halt mal durchquälen.« Wichtiger wäre es dann, dass bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf die Winterstimmung passt – und die deutschen Langläufer zusätzlich beflügelt. who

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