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»Bis jetzt läuft die Vorbereitung gut«

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Er nimmt bei der Deutschen Meisterschaft die internationalen Startplätze ins Visier: Matthias Dorfer. (Foto: Hohler)

Selbst für Profisportler ist die derzeitige Hitze nicht so leicht zu bewältigen. Das gilt auch für diejenigen Biathleten am Stützpunkt Ruhpolding, die mitten in der Vorbereitung sind, um sich auf die Deutschen Meisterschaften (7./8. September am Arber und 13. bis 15. September in Ruhpolding) vorzubereiten. So passten die Trainer die Übungszeiten an – die morgendlichen Einheiten begannen früher, das zweite Trainingspensum wurde eher auf den Abend hin verlegt.


Doch auch bei der DM im Herbst wird es – Temperaturen hin oder her – in der Chiemgau-Arena »heiß« hergehen: Denn es geht noch um freie Plätze im IBU-Cup und sogar auch im Weltcup. Für die meisten Aktiven, die dort nicht schon regelmäßig vertreten waren, ist die »Zweite Liga« IBU-Cup die ideale Chance, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Denn wer hier starke Leistungen zeigt, rückt den Weltcup-Einsätzen schon näher.

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Das ist auch das Ziel von Matthias Dorfer (SV Marzoll), der in den vergangenen Jahren mit zahlreichen gesundheitlichen Rückschlägen zu kämpfen hatte. Unter anderem bremsten ihn Pfeiffersches Drüsenfieber, Magen-Darm-Probleme, Problem mit dem Sprunggelenk und mit dem Kreuz. »Natürlich ist man da zuerst enttäuscht und macht sich seine Gedanken. Aber danach rapple ich mich immer wieder schnell auf und denke mir: Jetzt erst recht.«

Heuer war kein »Aufrappeln« nötig: »Bis jetzt läuft die Vorbereitung gut, nur einmal war ich ganz kurz krank«, freut er sich. Der 26-Jährige hat ja trotz aller Rückschläge immerhin schon einen dritten Platz mit der Staffel im Weltcup, Silber bei der Europameisterschaft (Single-Mixed) und viele weitere gute Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften stehen. Vor allem vor zwei Jahren hatten ihn die Probleme mit dem Kreuz arg beeinträchtigt. Um hier vorzubeugen, kommt zu den Stabilisationsübungen, »die wir ohnehin im Training machen«, auch noch viel Zeit in der Physiotherapie hinzu.

Erstes Ziel sei ein Platz im IBU-Cup. Schon das sei nicht einfach, denn »die Leistungsdichte in Deutschland ist sehr hoch.« Davon abschrecken lassen will er sich aber nicht, denn »läuferisch war ich in den Jahren, in denen ich gesund war, auf ähnlich gutem Niveau wie Roman Rees«, zieht er den Vergleich mit seinem Stützpunkt-Kollegen, der in der vergangenen Saison vorwiegend im Weltcup eingesetzt war. Nach dem Rückschlag vor zwei Jahren »bin ich letztes Jahr wieder näher herangekommen, und ich denke, dass ich heuer wieder einen Sprung nach vorne machen kann.« Wobei »Sprung« auf diesem Niveau natürlich nicht zu hoch angesetzt werden kann: »Es geht oft um Nuancen.«

Um »Nuancen« geht es auch immer wieder beim Schießen, wenngleich Dorfer hier schon sehr stabil ist. Daher ist ihm bewusst: »Ich muss mich eher noch beim Laufen stärker verbessern.«

Zumal Lauf- und Schießform in einem engen Zusammenhang stehen: »Wenn du vor dem Wettkampf merkst, dass die Laufform passt, gehst du viel ruhiger an den Schießstand – weil du weißt, dass du im Notfall einen Fehler noch durch starkes Laufen wettmachen kannst.« Umgekehrt gilt »Wenn du beim Laufen Probleme hast, gehst du nervöser an den Schießstand.«

Doch Nervosität ist für den 26-Jährigen im Wettkampf kein großes Problem, obwohl ja auch immer Ergebnisdruck dahintersteckt: »Nein, das kann ich beim Schießen gut ausblenden.«

Ursprünglich hatte Dorfer »wie fast jeder Bua« davon geträumt, einmal Fußballprofi zu werden. Doch der Fan des FC Bayern München »kann zwar ganz gut spielen, aber es hätte wohl nicht ganz gereicht«, vermutet er. Als er mit dem Biathlon begann, hatte er »nur gaudiweise« Erfahrungen mit dem Langlauf. Doch es ging aufwärts, es kamen Medaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften hinzu. Nun soll der Sprung in den Weltcup gelingen – ob über den IBU-Cup oder direkt. Im Idealfall wären dann auch die Olympischen Spiele als Fernziel noch zu erreichen.

Das Nahziel sind aber gute Leistungen bei den Deutschen Meisterschaften im Herbst. Zumal der zweite Teil der DM in der vertrauten Chiemgau-Arena stattfindet. Am Freitag, 13. September stehen die Speziallangläufe (Männer 11 Uhr/Frauen 13 Uhr) auf dem Programm. Tags darauf folgen die Massenstart-Wettbewerbe (Männer 11 Uhr, Frauen 13 Uhr), die Staffeln am Sonntag, 15. September (11 Uhr Männer, 13 Uhr Frauen) bilden den Abschluss. Danach hofft Dorfer, dass seine Leistungen so positiv waren, dass er sich für die internationale Wettkampfebene qualifiziert hat. who

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