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Birnbacher freut sich auf die DM in Ruhpolding

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Noch sei er schneller im »Nachladen« am Schießstand als beim Windeln wechseln bei Sohnemann Luis, lacht Biathlet Andi Birnbacher als junger Vater auf diese Frage. Es hat sich einiges geändert bei dem seit heute 33-Jährigen, seit Sohn Luis auf der Welt ist.


»Man freut sich noch mehr aufs Heimkommen und außerdem ist er ein sehr braves Kind. Er macht nachts kaum Ärger«, erzählt Birnbacher stolz und meint ein wenig selbstbewusst, »ganz der Papa.«

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Trotzdem konzentriert sich der Skijäger vom SC Schleching in diesen Tagen und Wochen ganz auf sein Ziel – und das sind die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Seine wohl letzten Spiele, aber er wäre nicht der »Schelm«, wenn er nicht sagen würde: »Sag niemals nie!«

Im Frühjahr hätte ihm allerdings beinahe ein Innenbandriss am Knie beim Fußballspielen einen Strich durch die Olympiarechnung gemacht. »Gott sei dank war eine OP nicht notwendig«, freut sich der 33-Jährige und schickt in diesem Zusammenhang seinen Dank an Professor Rupert Ketterl am Klinikum Traunstein, der das Knie zwei Wochen lang mitbetreut hat.

»Ich habe die Verletzung optimal überstanden, ich habe beim Rennen in Püttlingen gesehen, dass es läuferisch (3. Platz) ganz gut läuft. Neben der Verletzung ist die Vorbereitung mit der Trainingsgruppe aber optimal verlaufen. Zusätzlich zu Bundestrainer Fritz Fischer kümmert sich auch Andi Stitzl aus Bergen um den Trainingsablauf am heimischen Stützpunkt.

»Das hat großen Spaß gemacht. Wir haben ein paar neue Sachen reingebracht. Vor allem spritzige Sachen und Altbewährtes mit kleinen Änderungen«, beschreibt der Schlechinger die Vorbereitung.

Wie gut er wirklich drauf ist, kann er ab Freitag bei den Deutschen Meisterschaften in Ruhpolding beweisen. Den ersten Teil der Wettkämpfe in Langdorf hatte er sausen lassen. »Mir fehlen durch die Verletzung zwei Wochen, Sotschi steht im Vordergrund. Ruhpolding ist jetzt ein wichtiger Test unter Wettkampfbedingungen wie Laufen und Schießen.«

Man sehe, was für den Winter noch zu tun ist, erklärt Birnbacher die Situation. Im vergangenen Jahr hatte er die Deutschen Meisterschaften in seinem »Wohnzimmer« noch auslassen müssen, weil er sich »übertrainiert« fühlte.

In diesem Winter will er nichts dem Zufall überlassen. Zu Sotschi 2014 gehört auch der Weltcup dazu. Es gehe darum, »sich zu qualifizieren und mit guten Ergebnissen Selbstvertrauen zu tanken und sich vom Kopf her die Voraussetzungen zu schaffen, um bei Olympia eine Medaille zu holen«, betont er. »Es ist möglich, dass es meine letzten Spiele sind. Gedanken über 2018 habe ich mir noch keine gemacht.«

Sollte München mit der Region 2022 den Zuschlag bekommen, weiß er aber, was er tun will. »Da werde ich wieder anfangen«, meint er schelmisch und fügt schnell hinzu: »Da bin ich wohl als Trainer dabei«. Denn nach seiner sportlichen Laufbahn hat er sich vorgenommen, dem Nachwuchs sein Wissen weiterzugeben. Ob zu diesem Wissen auch das »Nachladen« bei Windeln gehört, lässt er offen. SHu.