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BFV-Entscheidung wird beim SV Kirchanschöring kritisch gesehen

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Thomas Dengel von der Abteilungsleitung des SV Kirchanschöring wäre dafür gewesen, dass man die Fußball-Saison 2019/20 auch in Bayern abbricht. (Foto: Butzhammer)

Der Bayerische Fußballverband hat die vergangenen Tage peu a peu den Fahrplan für die einzelnen Ligen herausgegeben (wir berichteten mehrfach). Für die Fußball-Bayernliga sieht dieser vor, dass zwischen September 2020 und Mai 2021 der reguläre Ligaspielbetrieb der derzeit unterbrochenen Saison 2019/2020 in zwei Blöcken (September/Oktober 2020 und April/Mai 2021) fortgeführt werden soll.


Daneben werden noch die Qualifikation der Bayernligisten zum Toto-Pokal-Wettbewerb (2020/21) auf Verbandsebene, die Durchführung des Toto-Pokal-Wettbewerbs (2020/21) auf Verbandsebene sowie ein neu ins Leben gerufener Liga-Wettbewerb gespielt.

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»Ohne Absteiger und der Erste steigt auf«

Nun hat sich auch Thomas Dengel von der Abteilungsleitung des SV Kirchanschöring zu diesem Fahrplan geäußert: »Vor drei Monaten wäre die Entscheidung einer Fortführung der Saison richtig gewesen, da damals niemand abschätzen konnte, wie es weitergeht – nicht einmal im Profi-Fußball.« Jetzt – also im Juni – wäre es allerdings fraglich, »warum alle anderen Bundesländer die Saison im Amateurfußball abbrechen und nur Bayern und Thüringen einen eigenen Weg gehen«, betonte er. Seiner Meinung nach wäre es sinnvoller gewesen, einem Liga-Abbruch zuzustimmen – mit der Regelung: »Ohne Absteiger und der Erste steigt auf.« Durch einen Abbruch wäre das ganze Transfer-Chaos, das momentan durchaus herrsche, umgangen worden, sagte er.

Man hätte dann nämlich ein ganz normales Transfer-Fenster gehabt. Derzeit würden die Bestimmungen wie im Winter gelten, was die Vereine zumindest etwas schütze, betonte Dengel.

»Das macht es für die Beteiligten schwierig«

Bei einem Saison-Abbruch könnten die Spieler, die den SVK im Sommer ohnehin verlassen hätten, gehen und andere wären gekommen. Das wäre laut Dengel eine glatte Geschichte gewesen. »Spieler, die einen Verein verlassen, sind oft mit dem Kopf schon beim neuen Club, was ganz normal ist – und das macht es derzeit für alle Beteiligten einfach schwierig.« Der SV Kirchanschöring ist in der aktuellen Saison auch noch nicht endgültig vom Abstieg gerettet. »Und so müssen die Spieler, die für die aktuelle Saison 2019/2020 zugesagt haben, diese auch noch fertig spielen.« Kirchanschöring rangiert in der Süd-Staffel aktuell auf Platz acht (23 Spiele/31 Punkte).

Viele Gedanken macht sich auch der SVK-Pressesprecher Michael Wengler – Gedanken, die in verschiedenste Richtungen führen: »Interessant wird’s auf alle Fälle, egal wie es letztlich weitergeht«, betont er. »Ich habe in den letzten Wochen in kurzen Gesprächen mit Spielern mitbekommen, dass auch in ihren Augen die Fortsetzung der Saison ganz anders aussehen wird – vor allem in personeller Hinsicht.«

Ganz andere Kader als im Hinspiel

Die einhellige Meinung der Kicker sei, »dass es im weiteren Saisonverlauf Mannschaften geben wird, die mit ganz anderen Spielern auflaufen werden als noch im Hinspiel.« Wenn er sehe, so Wengler weiter, »wie außerhalb des Kreises Inn/Salzach über dieses Thema diskutiert wird, welch scharfe Kommentare es teils in den Medien dazu gibt, wie der BFV selbst auf Facebook auf Kommentare anderer Vereine reagiert«, so untermauere das diverse Aussagen von Seiten der SVK-Verantwortlichen.

Ohne den nun vom Bayerischen Fußballverband ins Leben gerufenen Ligapokal wäre die Fortführung der Saison 2019/20 eine komplette Farce, ergänzte Thomas Dengel. »Ansonsten würde ja nur alle zwei, drei Wochen ein Pflichtspiel stattfinden. Nur mit dem Pokal kommt ein regulärer Betrieb zustande, wo wir einmal pro Woche in einem Wettbewerb gefordert werden«, betonte Dengel.

»Macht den Pokal sehr attraktiv«

Sehr positiv sehe er, dass in diesem Wettbewerb nochmals ein zusätzlicher Aufsteiger in die Regionalliga Bayern ermittelt werde. Das mache den Pokal sehr attraktiv. Dengel hofft nur, »dass wir keine Einnahmen an den Verband abgeben müssen, wie es ansonsten in Relegationsspielen üblich ist, das ist sonst nicht mehr lukrativ«.

SVK-Coach Seppi Weiß ist, was den Ligapokal betrifft, noch zurückhaltend. Seine Devise lautet: »Abwarten.« Grundsätzlich höre sich die Idee nicht schlecht an, betonte er. Es gäbe wohl attraktive Duelle und einen zusätzlichen Aufstiegsplatz, allerdings, so Weiß weiter, seien auch noch viele Fragen offen: »Wo spielen wir? Welche Gegner kommen auf uns zu? Was ist mit den Teams, die ausscheiden?« Solange es diese offenen Fragen noch gibt, sei er »zurückhaltend bis skeptisch«, gibt Weiß offen zu.

Auch von einer Normalität im Trainingsbetrieb sei man noch weit entfernt, informierte Thomas Dengel noch. »Die Spieler können nach den Einheiten aufgrund der Hygienevorschriften beispielsweise immer noch nicht duschen.« mw

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