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Bezirksliga-Derby im Wilhelm-Scharnow-Stadion

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Sein Einsatz ist noch fraglich: Wagings Hans Huber (links, hier im Duell mit dem Ampfinger Matthias Huber) verpasste das Abschlusstraining. (Foto: Weitz)

Die einen kämpfen gegen den Abstieg in die Kreisliga, die anderen um einen Platz in der Landesliga – das ist die Ausgangsposition vor dem Derby der Fußball-Bezirksliga Ost zwischen dem TSV Waging und Tabellenführer SB Chiemgau Traunstein, das am heutigen Samstag um 14.30 Uhr von Referee Richard Conrad (FC Aschheim) angepfiffen wird.


»Die zwei Wochen Pause haben uns gut getan im Hinblick auf den einen oder anderen angeschlagenen Spieler«, sagt SBC-Abteilungsleiter Rainer Hörgl, der allerdings auch eine Hiobsbotschaft bekam: Felix Maaßen verletzte sich im Montagstraining am Knie und fällt fürs Gastspiel im Wilhelm-Scharnow-Stadion in jedem Fall aus. Ob er eine Woche später – zum »Herbstfinale« zu Hause gegen Verfolger 1. FC Miesbach – wieder dabei sein kann, war vor der gestern geplanten Kernspintomographie noch offen.

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Trainer Adam Gawron hatte in den jüngsten Übungseinheiten stets 15, 16 Mann zur Verfügung, sodass er bei der Aufstellung »im Prinzip die Qual der Wahl hat«, so Hörgl. Der Spartenboss der Gäste hat übrigens »keine hundertprozentige Erklärung« dafür, dass die Traunsteiner Kicker in der laufenden Saison die beste Auswärtsmannschaft der Liga stellen – in der vergangenen Spielzeit lagen sie in dieser Tabelle nur auf Platz zehn. Hörgls Vermutung: »Letzte Saison waren wir mit Maxi Probst, dem überragenden Torschützen der Liga, sehr offensiv ausgerichtet – und das ging natürlich auswärts auch oft mal zu Lasten der Defensive. Aber wir waren auch nicht so gut organisiert.«

Die Frage, ob Probst – der bekanntlich wegen seiner Ausbildung zum Steuerberater eine Auszeit genommen hat – in der Frühjahrsrunde wieder ins Team zurückkehrt, konnte Hörgl übrigens noch nicht beantworten. Man sei optimistisch, »aber die konkreten Gespräche zu diesem Thema folgen erst noch«, sagte der Abteilungsleiter. Bemerkenswert ist auf alle Fälle, dass der SBC auch ohne Probst derzeit die beste Offensivabteilung der Liga (40 Treffer) aufweist – gefolgt vom Tabellenneunten ESV Freilassing, der es 39 Mal krachen ließ.

Trotz dieser Offensivstärke weiß natürlich auch Hörgl, dass die heutige Aufgabe bei den »Seerosen« gar nicht leicht wird. »Die Waginger haben in der zweiten Vorrunden-Hälfte gute Ergebnisse erreicht und werden sich selbstbewusst präsentieren«, mutmaßt er. Das hofft logischerweise auch TSV-Trainer »Berni« Zeif, der das jüngste 2:3 beim TSV Ebersberg als »verdiente Niederlage« bezeichnete, »weil wir in allen Mannschaftsteilen nicht an die Leistungen aus der Vorwoche anknüpfen konnten und wieder zu viele einfache Fehler gemacht haben.«

Die Moral habe dennoch gestimmt, betont Zeif, was die zwischenzeitliche Aufholjagd von 0:2 auf 2:2 dokumentiere, »aber Moral allein reicht eben nicht«, redet der Waginger Trainer Klartext. Heute – und im Wiederholungsspiel am 15. November wiederum zu Hause gegen Ebersberg – muss der Waginger Übungsleiter auf Stefan Mühlthaler (Teilabriss des Meniskus und Innenbanddehnung) verzichten, der sich schon in der Winterpause befindet. Ob Franz Eder und Kapitän Hansi Huber (beide Grippe) auflaufen können, war bis gestern noch offen – das Abschlusstraining verpassten die beiden jedenfalls. Ansonsten ist der Kader der Hausherren komplett, auch wenn der eine oder andere Kicker eine leichte Blessur beklagt.

»Wir gehen als klarer Außenseiter ins Derby«, betont Zeif, »Traunstein ist im Moment die konstanteste Mannschaft der Liga und auch zu Recht Tabellenführer.« Wenn man punkten wolle, müsse man »sehr konzentriert sein, um Stefan Mauerkirchner, Dominik Waritschlager und Co. nur wenige Abschlüsse zu geben.«

Doch er schätzt die Lage realistisch ein und geht davon aus, »dass Wille, Laufbereitschaft und eine gute Mannschaftsleistung gegen den SBC nicht unbedingt reichen werden.« Auch taktische Disziplin und ein weitestgehend fehlerfreies Match seien vonnöten. Außerdem fordert Zeif von seinen Schützlingen »Mut in der Spieleröffnung und viele schnelle, richtige Entscheidungen.«

Auf alle Fälle wolle man dem Favoriten einen großen Kampf liefern. »Sollten wir es schaffen, eine Leistung am obersten Limit auf den Platz zu bringen, könnte eine Überraschung möglich sein.« Und von den Waginger Zuschauern würde er sich wünschen, »dass sie uns im Abstiegskampf pushen.« Ähnlich wie es die Traunsteiner Fans schon seit längerer Zeit tun – aber nicht im Abstiegs- sondern im Titelkampf ... cs