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»Beste Saisonleistung« des SB Chiemgau wird nicht belohnt

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Der Kapitän ist zurück: Josef Wittmann (rechts) lief in Erlbach von Beginn an auf. Letztlich konnte er aber auch nicht die 0:2-Niederlage verhindern. Für die Truppe aus dem Holzland traf Sebastian Hager (links) doppelt. (Foto: Butzhammer)

Zum Trainereinstand von Yunus Karayün hat der SB Chiemgau Traunstein in der Fußball-Landesliga Südost noch nicht die Kurve bekommen. Beim SV Erlbach setzte es für den abstiegsgefährdeten Tabellensechzehnten beim 0:2 vor 230 Zuschauern die vierte Niederlage in Folge.


Dennoch war der Gast lange Zeit auf Augenhöhe mit dem Rangvierten Erlbach. Das bestätigte SBC-Abteilungsleiter Rainer Hörgl. »Das war mit Abstand unsere beste Saisonleistung.« Doch am Ende belohnten sich die Traunsteiner für ihre gezeigtes Engagement wieder einmal nicht.

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»Wir haben ihnen das Leben schwer gemacht«

Auch die Erlbacher waren ob der Leistung des Gegners überrascht, wie Yunus Karayün nach dem Schlusspfiff betonte. »Wir haben ihnen das Leben schwer gemacht und sie haben bestätigt, dass sie damit nicht gerechnet haben.« Karayün nahm dabei wie angekündigt eine Systemumstellung vor und ließ seine Elf in einem 4-1-4-1 agieren. »Das hat auf Anhieb sehr gut funktioniert«, betonte Hörgl.

Erfreulich auch, dass beim SBC mit Waldemar Daniel, Spielführer Josef Wittmann und Stefan Mauerkirchner drei erfahrene Stammkräfte nach ihren längeren Verletzungspausen in die Startformation zurückkehrten. »Natürlich merkt man das, wenn plötzlich wieder fünf erfahrene Spieler auf dem Feld stehen«, hob Rainer Hörgl hervor. Mauerkirchner stellte sich dabei auch wieder einmal in den Dienst der Mannschaft, denn der Torjäger ging krank in die Partie und war nach 79 Minuten am Ende seiner Kräfte. »Die anderen Jungs haben aber durchgehalten. Man hat natürlich gemerkt, dass ihnen das Training fehlt. Aber wir werden sie in den nächsten Wochen noch brauchen«, lobte Yunus Karayün den Einsatz seiner drei Rückkehrer.

Auch die Abstimmung mit seinem Co-Trainer Peter Martin funktioniert hervorragend, hob der Mittelfeldmann noch hervor. »Diese Kombination ist wunderbar. Wir ergänzen uns richtig gut.«

Im ersten Durchgang hatte der SB Chiemgau ein deutliches Übergewicht an Chancen. Die erste Möglichkeit hatte Mike Opara, der nach einer schönen Kombination über links zum Abschluss kam. Klaus Malec klärte zur Ecke (10.). Auch die Freistöße des Spielertrainers Karayün (23., 28. und 43.) sowie ein Torschuss von Wittmann schlugen nicht im Kasten von Erlbachs Schlussmann Klaus Malec ein. Die Gastgeber tauchten in den ersten 45 Minuten nur einmal gefährlich vor dem Tor von Marc Richter auf, der erneut den Vorzug vor Maximilian Tanzer erhalten hatte, aber Sebastian Hager traf das Ziel ebenfalls nicht (37.).

Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste mehr vom Spiel. Sie wirkten aber nun nicht mehr ganz so überlegen. Einen Freistoß von Karayün (56.) konnte Malec ebenso abwehren wie eine Chance von Stefan Mauerkirchner (60.). Als in der 68. Minute SBC-Defensivchef Alexander Köberich mit Gelb-Rot vom Platz flog, »war kurzzeitig unsere Ordnung weg«, ärgerte sich Hörgl. Karayün ergänzte: »Letztlich hat uns das das Genick gebrochen.« Der SVE nutzte die kurzzeitige Konfusion bei den Traunsteinern nämlich eiskalt aus: Sebastian Hager stand in der 68. Minute nach einer Flanke goldrichtig und hämmerte das Leder volley in die Maschen – Richter hatte keine Abwehrchance.

Auch in Unterzahl spielt Traunstein nach vorn

Die Traunsteiner gaben sich aber nicht auf und spielten auch in Unterzahl nach vorne. »Es war trotzdem auch weiterhin ein offenes Spiel«, freute sich Karayün, der seine Mannschaft auf dem richtigen Weg sieht. Zwingende Chancen sprangen aber nicht mehr heraus. Dafür klingelte es auf der Gegenseite nochmals. Der SBC lief in einen Konter. Johannes Maier setzte Hager in Szene, der völlig frei vor dem Tor sich die Ecke aussuchen konnte (90. +2). Rainer Hörgl zeigte sich trotz der erneuten Niederlage überzeugt davon, »dass die Mannschaft aus diesem Spiel viel Selbstvertrauen mitnehmen kann«. Dem pflichtete Karayün bei: »Entscheidend ist, wie wir heute aufgetreten sind – und das war sehr gut.«

Für den SB Chiemgau geht es jetzt am Mittwoch (19.30 Uhr) gleich weiter, dann kommt der VfB Hallbergmoos zum Nachholspiel in den Jakob-Schaumaier-Sportpark. Und bei dieser Partie sind hoffentlich aller guten Dinge drei: Denn die Begegnung wurde zunächst ja wegen Regens abgesagt, die erste Nachholpartie musste dann wegen eines Gewitters abgebrochen werden. Dabei führte der SB Chiemgau gegen die Truppe seines Ex-Trainers Michael Schütz damals schon mit 3:1. Gegen dieses Ergebnis hätten die Traunsteiner auch am Mittwoch nichts einzuwenden, dann aber eben nach 90 Minuten.

SV Erlbach: Malec, Fischer, Bonimeier, Deißenböck, Galler, Eimannsberger, Maier, Salzinger, Hager, Penkner (75. Schreiner), Hahn.

SB Chiemgau Traunstein: Richter, Hrdlicka, Monaghan (66. Kraus), Karayün, Opara, Wittmann, Köberich, Matz (90. Frisch), Daniel, Mayer, Mauerkirchner (79. Seban).

Tore: 1:0 Hager (68.); 2:0 Hager (90. +2).

Gelb-Rote Karte: Köberich (64./SB Chiemgau).

Zuschauer: 230.

Schiedsrichter: Ilirjan Morina (FSV Landau). SB