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Besondere Maßnahmen vor besonderem Auftritt

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Eine Menge Arbeit wird wohl heute auf Kirchanschörings Torwart Dennis Kracker beim Bayernliga-Tabellenführer 1. FC Sonthofen zukommen. Das Team reiste bereits gestern Abend zum Auswärtsspiel an. (Foto: Butzhammer)

Tabellenplatz elf, zwei Punkte Vorsprung auf die Relegationszone, 15 Zähler Vorsprung auf den einzigen Direktabstiegsplatz: Der SV Kirchanschöring hat die Vorrunde seiner ersten Fußball-Bayernliga-Saison mit Bravour gemeistert.


Nun ist das Ensemble von Spielertrainer Patrick Mölzl heiß darauf, auch beim Herbstmeister zumindest einen Zähler mitzunehmen. Anstoß fürs Rückrunden-Auftaktspiel beim 1. FC Sonthofen ist am heutigen Samstag um 14.30 Uhr in der Baumit-Arena.

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In der Vorrunde gab's eine 1:2-Niederlage

In der Vorrunde, zum Saisonstart, waren die Allgäuer das klar bessere und vor allem reifere Team und landeten im Stadion an der Laufener Straße einen verdienten 2:1-Sieg. Doch schon damals hörte man aus dem Kirchanschöringer Lager optimistische Stimmen – wie etwa von Fußballchef Rudi Gaugler, der meinte: »Wir werden uns in dieser Liga akklimatisieren, davon bin ich überzeugt.« Und letztlich behielt er Recht, denn seit dieser Niederlage verbuchten die Gelb-Schwarzen eine absolut ausgeglichene 5-6-5-Bilanz.

Besonders markant ist der glänzende sechste Rang des SVK in der Auswärtstabelle, dagegen belegt man in der Fairnesswertung einen »Abstiegsrang« (16.). 46 Mal gab es Gelb, dreimal Gelb-Rot und zweimal Knallrot. Auch hier nimmt übrigens Sonthofen Rang eins ein.

Die Mannen von Trainer Esad Kahric kamen in den bisherigen 17 Partien mit 28 Mal Gelb – und ohne Platzverweis – aus. Bemerkenswert! Um dieser bärenstarken, gut strukturierten Truppe Paroli bieten zu können, haben sich die »Anschöringer« etwas Besonderes einfallen lassen: Die knapp 300 Kilometer lange Anreise in die Heimat des Slalom-Weltmeisters von 1987, Frank Wörndl, brachte der gelb-schwarze Tross schon gestern (Abfahrt war um 18 Uhr) hinter sich. In Bad Hindelang wurde übernachtet, sodass man heute nur noch die etwa sieben Kilometer in die Baumit-Arena zurücklegen muss.

»Um die fünfte Liga im deutschen Fußball halten zu können, sind besondere Vorbereitungen und Maßnahmen erforderlich«, sagt Michael Wengler aus dem Kirchanschöringer Medienteam, »Strapazen, die sportlichen Erfolg entgegenstehen, sollen weitestgehend vermieden werden.«

Da die SVK-Kicker mit ihrem Selfie zur Landesliga-Meisterschaft bei ihrer spontanen Jubelfeier im Mai in Kirchheim eine Freifahrt mit dem Erdinger-Weißbier-Teambus gewonnen haben, ist der SVK-Tross an diesem Wochenende mit dem Spezial-Bus des Co-Sponsors unterwegs. »Der Bus ist perfekt ausgestattet, wir können unter anderem das Bundesliga-Spiel des FC Bayern in Frankfurt als Anschauungsunterricht live verfolgen«, erklärte Wengler vor der Abfahrt. Für die Rückfahrt sei dann gleich die Video-Analyse mit den besten Szenen aus der Partie beim Spitzenreiter geplant.

Patrick Mölzl muss zwar heute neben den Langzeitverletzten auch Bernd Eimannsberger ersetzen und damit die in Pipinsried siegreiche Formation umbauen, dennoch ist der Spielertrainer optimistisch: »Wir müssen die in Pipinsried gezeigte Leistung – es war eines unserer besten Spiele in dieser Saison – in die nächste Begegnung übertragen. Dass wir gegen Mannschaften von oben mithalten können, haben wir in dieser Saison schon mehrfach bewiesen.«

Fünf der letzten sechs Spiele gewonnen

Allerdings spricht der aktuelle Lauf des Herbstmeisters nicht unbedingt für einen Außenseitersieg, denn: Der ausgeglichen besetzte und schwer auszurechnende Spitzenreiter – keiner seiner Akteure gehört zu den Top Ten der Torschützenliste – befindet sich in blendender Verfassung. Von den letzten sechs Begegnungen gewannen Andreas Maier, Anil Dikmen und Co. deren fünf, nur das Heimspiel vor 14 Tagen gegen den SV Pullach (0:1) wurde in den Sand gesetzt. Die Allgäuer werden somit alles versuchen, ihr Heimpublikum mit einem Sieg über den Neuling zu versöhnen. cs