Bernhard Kübler führt weiter den Skiverband Chiemgau

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Tobias Kastner (rechts) von der Sparkasse Berchtesgadener Land überreichte dem Vorsitzenden des SV Chiemgau, Bernhard Kübler, bei der Jahreshauptversammlung einen Scheck über 3500 Euro zur Unterstützung der Jugendarbeit in der Region. (Foto: Wegscheider)

Bernhard Kübler bleibt Vorsitzender des Skiverbands Chiemgau. Das ist das Ergebnis der Neuwahlen bei der Jahreshauptversammlung. Enttäuschend war die Teilnahme der Vereine: Nur 16 der 69 Clubs im Verband fanden den Weg in den Siegsdorfer Festsaal.


Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm fungierte als Wahlleiter. Küblers Stellvertreter sind für die nächsten drei Jahre Hans Häusler, Jürgen Gstatter und Sebastian Schwarz. Schriftführerin bleibt Claudia Hummel. Den Posten des Sportwarts Alpin übernimmt Markus Kreidler. Sportwart Biathlon und Sprung/Nordische Kombination bleiben Hans Rambold und Wasti Schwarz. Wasti Schöndorfer betreut weiter die Snowboarder. Gesucht wird noch ein neuer Schatzmeister. Helga Hofer übt das Amt nur noch kommissarisch aus.

Kampfrichter Alpin ist nach wie vor Wilfried Däuber, Nordisch macht nun Claudia Hummel, Biathlon Maria Wünn, Snowboard Christoph Behounek und Langlauf Christian Bösl. Um das Referat Lehrwesen nordisch kümmert sich weiterhin Reinhold Ramesberger, ebenso wie bei Alpin Richard Holzner und Skitour Ingrid Fendt. Pressewart ist nach wie vor Siegi Huber. Günther Strohhammer kümmert sich von nun an um das Thema Marketing. Kassenprüfer sind weiter Maxi Kurz und Claudia Daxenberger.

Thomas Kamm gratulierte allen Gewählten: »Danke für Euren Idealismus und das tägliche Engagement. Eure Arbeit ist wichtig, denn es gibt viele tolle Erlebnisse mit den Sportlern, die zudem in Betrieben wegen ihrer Einstellung gerne genommen werden.« Ebenso dankte der stellvertretende Landrat des Berchtesgadener Landes, Helmut Fürle, den Verantwortlichen für deren Einsatz im Sinne des Sports.

Bernhard Kübler bat um eine Gedenkminute für die in den letzten beiden Jahren Verstorbenen. Brigitte Reiter (langjährige Schatzmeisterin), Georg Anfang (Vorstand SC Bergen) und Gerhard Knopf (Vorstand SLV Bernau) waren mit dem Skiverband Chiemgau eng verbunden. Zudem standen Ehrung auf dem Programm (siehe eigenen Artikel).

Nur noch drei statt fünf Busse: Fuhrpark reduziert

Der Bericht der Schatzmeisterin Helga Hofer gestaltete sich ein wenig länger, da die letzten beiden Jahre in drei Zeiträume aufgegliedert wurden. Der SV Chiemgau hat sein Kassenjahr jetzt nämlich der Wintersaison angeglichen. Durch die hohen Kosten für die Busse ist es keineswegs einfach, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen, daher wurde der Fuhrpark nun von fünf auf drei Busse reduziert. Weitere hohe Ausgaben kommen von den verschiedenen Abteilungen, dem Lehrwesen und der Jugendarbeit. Kassenprüfer Maxi Kurz gratulierte Helga Hofer für die bestens geführte Kasse und lobte sie für ihre professionelle Arbeit.

Es gab auch eine Gesprächsrunde mit drei Sponsoren des SV Chiemgau. »Es ist für uns eine große Wertschätzung, dass ihr gekommen seid.« Der zweifache Weltcup-Gesamtsieger im Langlauf und Vizepräsident des Deutschen Skiverbands, Tobias Angerer, wollte von Armin Wagner (Bioteaque), Roger Pawellek (Kreissparkasse Traunstein-Trostberg) und Robert Klauser (infomax) deren Beweggründe wissen, warum sie sich für den Sport in der Region einsetzen.

Wasti Schöndorfer begann als Snowboardtrainer mit den Berichten aus den Abteilungen. Er lobte den Götschen als Erfolgsgeschichte des Snowboardsports. »Früher war es nur Alpin, doch jetzt mit dem Kicker haben auch die Freestyler Top-Trainingsbedingungen. Das zeigt sich auch schon an den Erfolgen bei der Juniorenweltmeisterschaft. Der SV Chiemgau ist mit dem Götschen für die Snowboarder eine Bank. Ein herzlicher Dank an die Verantwortlichen für die Unterstützung.«

Hans Rambold berichtete über die vielen Trainingswettkämpfe der Biathleten im letzten Jahr, denn für die Schüler und Jugendlichen gab es so gut wie keine Wettkämpfe. Romy Groß-Angerer sprach von »keinem leichten Jahr« bei den Langläufern. »Wir mussten viel organisieren, telefonieren, Paragrafen nachlesen, um irgendwie ein Training abhalten zu dürfen, irgendwas haben wir uns immer einfallen lassen.« Besonders erfreut konnte sie davon berichten, dass durch einen Spendenlauf mit vielen Sportlern ein Betrag von über 11 000 Euro an einen achtjährigen Sportler aus Aschau übergeben werden konnte, der an Lymphdrüsenkrebs erkrankt war.

»Letztlich war es doch eine ganz gute Saison«

Wegen des kurzfristigen Rücktritts des alpinen Abteilungsleiters im November übernahm Günther Strohhammer kommissarisch dieses Amt. Zum Glück wurden aus seiner Sicht auf Drängen des Deutschen und Bayerischen Skiverbands die Kaderkriterien herabgesetzt, sodass auch jüngere Sportler trainieren durften. »Letztlich war es dann doch eine ganz gute Saison – allerdings ohne Wettkämpfe.«

Wasti Schwarz erzählte freudestrahlend über die Erfolge von Markus Eisenbichler, der nach seinen Erfolgen in Oberstdorf nun schon sechs WM-Goldmedaillen zu Hause hat. Aber auch sonst haben sich die jungen Sportler gut in Szene setzen können. »Ein großer Dank an Thomas Vorberg, der ein schlüssiges Hygienekonzept ausgearbeitet hat, wodurch wir auch Wettkämpfe in Berchtesgaden durchführen durften.«

Kritisch sieht Schwarz die Schanzensituation im Chiemgau und in Deutschland. »Letztes Jahr gab es in Deutschland nur eine sprungbereite 60-m-Schanze. Wir brauchen mehr Unterstützung vom BSV für die Sanierung. Die großen Schanzen in Ruhpolding liegen brach.«

Richard Holzner konnte als Lehrwart Alpin die Trainerausbildung für die Theorie mit 50 Anwärtern online durchführen und hofft nun, im kommenden Winter wieder auf Schnee Ski zu fahren. Die Lizenz der Übungsleiter wird automatisch um ein Jahr verlängert. Die Anträge können beim Landratsamt gestellt werden.

Als nächster Punkt stand die Erhöhung der Verbandsumlage auf dem Programm. Dies ist laut Kübler notwendig, um weiter handlungsfähig zu sein. »Wir haben sehr hohe Ausgaben mit den Bussen und den Reisekosten für die verantwortlichen Trainer und um konkurrenzfähig zu bleiben, haben wir keine andere Möglichkeit, die Gebühren zu erhöhen«.

Uli von Großmann vom SC Eisenärzt sprach sich gegen eine Erhöhung aus. »Es ist für uns zu kurzfristig, denn auch die Vereine müssen planen können.« Barthl Irlinger vom ASV Oberwössen appellierte an die Versammlung, die Gebühren entsprechend anzupassen. »Wir wollen auch weiterhin mit den anderen mithalten und zudem sind die Erfolge unserer Sportler auch eine gute Werbung für unsere Region.« Letztlich waren nur der SC Eisenärzt und der SC Tettenhausen gegen eine Erhöhung. Somit wird der Beitrag auf 3,50 pro Person erhöht und für die Folgejahre bis 2027 pro Jahr jeweils um zehn Cent. Die Endsumme beläuft sich dann auf vier Euro).

hw

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