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Bergener Trio reist zur WM

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Das Bergener Ju-Jutsu-Trio (von links) Sophie Büscher, Anja Guercke und Lukas Bombik war zuletzt erfolgreich bei der German Open in Hanau am Start. Dieses Wochenende treten sie für Deutschland in Abu Dhabi an. (Foto: TSV Bergen, Ju-Jutsu-Abteilung)

Ein Trio des TSV Bergen tritt bei der Ju-Jutsu-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi (19. bis 21. November/U 21 bereits vom 16. bis 18. November) an. Lukas Bombik, Anja Guercke und Sophie Büscher werden für Deutschland an den Start gehen. Denn das arabische Emirat ist dieses Jahr der Ausrichter für die Weltmeisterschaft. Ju-Jutsu ist ein moderner Kampfsport, welcher auf einer waffenlosen Selbstverteidigung basiert.


In der Grundschule Bergen wurde vor 36 Jahren dafür eigens ein Trainingsraum eingerichtet und damit die Ju-Jutsu-Abteilung des TSV Bergen gegründet. Die Ju-Jutsu-Abteilung des TSV wurde 1983 von Michael Baldau gegründet.

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Lukas Bombik zeigt sich zuversichtlich

Inzwischen ist Lukas Bombik Leiter der Ju-Jutsu-Abteilung und bei der anstehenden Weltmeisterschaft selbst Anwärter auf einen Podestplatz. Hoch motiviert wird er nach den jüngsten Erfolgen (2. Platz Europameisterschaft 2018, 3. Platz Weltmeisterschaft 2018) für Deutschland in der Gewichtsklasse bis 94 kg starten. »Nach den Top-Platzierungen bei den letzten internationalen Meisterschaften sind die Aussichten auf eine Goldmedaille entsprechend hoch«, fasst Bombik die Erwartungen an ihn und sein Team zusammen.

Denn mit Bombik starten ebenso Anja Guercke (+ 70 kg) und Sophie Büscher (U 21, -57 kg) bei der Weltmeisterschaft. »Auch wenn der Wettkampf im direkten Duell auf der Matte entschieden wird, darf man nicht vergessen, dass die Vorbereitungen im Team stattfinden. Wir pushen uns da gegenseitig. Aktuell absolvieren wir dazu sechs bis zehn Trainingseinheiten pro Woche, bestehend aus Mattentraining oder Lauf- und Fahrradeinheiten, um Kraft, Koordination und Schnelligkeit zu trainieren.«

Für den Leistungssport ist das Team mehrere 1000 Kilometer im Jahr unterwegs und auch finanzielles Engagement ist dabei gefragt. »Da kommt übers Jahr ganz schön was zusammen, aber wir haben das Glück, einige sportaffine Sponsoren in der Region zu haben. Es gibt viele, die sich der Disziplin, der Sportart und vor allem der Gemeinschaft im Verein verbunden fühlen«, weiß Bombik über die Förderer der Abteilung zu berichten.

Viele Proteine und Verzicht auf Schokolade

Auch im Privaten wird dabei den Sportlern einiges abverlangt. Anja Guercke kann in diesem Zusammenhang von proteinhaltiger Ernährung erzählen und auch von Schokoladenabstinenz. »Aber das gehört dazu. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, bei der Weltmeisterschaft teilzunehmen – und wer bekommt schon so eine Chance?«

Im Ju-Jutsu werden technische Fähigkeiten, Ausdauer und Fairness groß geschrieben. »Natürlich geht es bei uns auch mal hart zu, wir sind schließlich kein Schachverein. Im Wettkampf können wir uns messen, aber wir bieten auch die klassische Selbstverteidigung an und im Kinder- und Jugendtraining fördern wir Selbstvertrauen und stärken das Bewusstsein für eigene Fähigkeiten.«

Sophie Büscher ist das Nesthäkchen im Trio und bestreitet in der Mubadala-Arena ihre erste Weltmeisterschaft in der U 21. Büscher ist bereits seit zwei Jahren im deutschen Bundeskader und hat im Juli die Fachoberschule in Traunstein absolviert. Im September wird sie mit dem Studium beginnen und kann sich somit gerade verstärkt in der Jugendarbeit engagieren.

»Zusätzlich zum Leistungssport stehen wir jede Woche als Trainer auf der Matte. Die Eltern bringen ihre Kinder zu uns ins Training und sind immer ganz begeistert, wenn neben all der Wildheit ein richtiges Training stattfindet. Und am Ende bekommen sie ihre verschwitzten Kinder zurück, mit hochrotem Kopf und glücklich.«

»Da gibt es kein einheitliches Rezept«

Da Bombik in Abu Dhabi mit einem starken Teilnehmerfeld rechnet, wurden die Trainingseinheiten im Fighting intensiviert. »Als Vereins- und Landestrainer will ich die Athleten voranbringen. Da gibt es kein einheitliches Erfolgsrezept, weil jeder eigene Fähigkeiten und Schwächen hat«, berichtet der 27-Jährige – aber an der Zielsetzung ändert das natürlich nichts. »Wir wollen so weit kommen wie möglich und am besten wieder Medaillen holen.« fb

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