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Bereits ab 2019 in der Formel 1?

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Immer wieder vor der Konkurrenz: So präsentierte sich Sophia Flörsch (Nummer 125) schon bisher bei verschiedenen Kartrennen. Ihr großes Ziel ist nun die Formel 1. (Foto: ADAC Südbayern)

Es begann alles ganz harmlos: Weil ihr Vater Alexander gerne im Kart fuhr, durfte auch Sophia Flörsch als Sechsjährige in Garching einige Runden drehen. Doch bald schon hatte sie der »Motorsport-Virus« gepackt: Mit einer Sonderlizenz bestritt sie bereits als Siebenjährige erste Rennen, als Zehnjährige bereits international. Da reifte der Wunsch. »Ich will einmal Formel-1-Pilotin werden.« Inzwischen hat sie auch einen Zeitplan dafür, 2019 soll es in die Königsklasse des Automobilrennsports gehen.


Die mittlerweile 13-Jährige aus Grünwald scheint auf einem guten Wege dazu: Ende 2012 wurde sie dank ihrer Erfolge im Kart in den Förderkader der ADAC Stiftung Sport aufgenommen, Ende 2013 wurde sie zudem ins Simulator Driver's Programme (SDP) des Formel-1-Teams Red Bull aufgenommen. Daher ist sie nun fast jeden Monat einmal in der Formel-1-Fabrik in Milton Keynes, um dort im Simulator zu fahren und ein spezielles Fitnessprogramm zu absolvieren.

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Zum Förderprogramm des ADAC gehören dreitägige Seminare zum Anfang und zum Ende des Jahres, wobei neben Fitnesstests auch Ernährungsberatung und Medientraining auf dem Plan stehen.

Respekt »erfahren«

Auf der Rennstrecke musste sie schon von Beginn an großes Durchsetzungsvermögen zeigen. Denn den Buben passte es gar nicht, von einem Mädchen überholt zu werden. »Ja, es war auch immer mein erstes Ziel, nicht hinter einem Mädel zu landen – und ich hatte drei Jahre lang eine wirklich harte Konkurrentin«, lacht Motorradrennfahrer Markus Reiterberger. Sophia Flörsch hat sich inzwischen »auf der Rennstrecke den Respekt erfahren – die wissen jetzt, dass ich Speed habe.« Beim Umgang im Fahrerlager »passt es sowieso«, berichtet die EM-Zehnte des Vorjahres.

Heuer nimmt sie an EM-Läufen in vier Ländern teil, fährt demnächst (20. bis 22. Juni) beim ADAC Kart Masters in Ampfing (mit KSM Motorsport, dem Team der Schumacher-Brüder) sowie vom 27. bis 29. Juni bei der Deutschen Junioren-Kart-Meisterschaft in Wackersdorf (dort geht sie für das Weltmeisterteam Morsicani Racing s.a.s. an den Start). Hinzu kommen weitere nationale und internationale Läufe und als Krönung die WM.

Schule unterstützt Sportlerin

Kartrennen sind sehr zeitraubend. Dank der Unterstützung durch ihre Eltern, die sie abwechselnd an die Rennstrecken begleiten, ist das für Sophia aber zu meistern. »Schon mittwochs erfolgt die Anreise und Streckenbesichtigung, nach dem Finale am Sonntag geht es zurück«, beschreibt ihr Vater Alexander den Zeitplan bei internationalen Rennen. Da es bis zur Abreise oft spät wird, ist selbst montags oft kein Schulbesuch möglich.

Wie das zu meistern ist? Die Achtklässlerin hat am Gymnasium in Oberhaching »hervorragende Unterstützung«, berichten Vater und Tochter begeistert. Sowohl die Lehrer als auch die Freundinnen schicken ihr per E-Mail Hausaufgaben und Infos über die Schule, »und die Lehrer versuchen sogar, die Schulaufgaben so zu takten, dass diese dann stattfinden, wenn Sophia gerade im Lande ist«, lobt ihr Vater. Klar ist auch: »Ohne Internet wäre das gar nicht möglich, aber so geht es ziemlich gut.« Denn »weil an der Rennstrecke zwischendurch immer mal Zeit bleibt, kann Sophia da oft zwei Stunden pro Tag konzentriert was für die Schule tun«, weiß er. Das lohnt sich, denn auch in der Schule kommt Sophia gut voran.

Zu spät geboren?

Im Motorsport braucht sie nun Geduld. Zum einen, weil die Umgewöhnung vom Kart- zum Autorennsport gut ein Jahr dauert, zum anderen, weil sie im kommenden Jahr möglicherweise nicht im Rennauto fahren darf. Während im Kartsport das Geburtsjahr für Startgenehmigung und Klasseneinteilung entscheidend ist, gilt im Autorennsport meist das erste Rennen der Saison als Stichtag.

Da die junge Grünwalderin aber erst im Dezember 2015 ihren 15. Geburtstag hat, hat sie das geforderte Mindestalter (15) für die Formel IV in der nächsten Saison noch nicht erreicht. Untätig sein muss sie nicht, denn Fitnesstraining, Fahrten im Simulator sowie möglicherweise einige Kartrennen stehen auf dem Programm.

2015 soll es dann im Formel-IV-Auto losgehen, 2018 könnte das Abitur folgen, 2019 der Platz im Formel-1-Auto. Ein ehrgeiziger Plan: Aber bei dem Tempo, das Sophia in ihrer bisherigen Karriere vorgelegt hat, scheint er keinesfalls unrealistisch zu sein ... who

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