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»Bei Olympia 2018 soll es Medaillen geben«

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Der Inzeller Joel Dufter überzeugte mit dem Titelgewinn über 1000 Meter. (Foto: Wukits)

»Wir haben es geschafft, den Sportlern gute Bedingungen zu schaffen. Sie haben es optimal ausgenutzt«, freute sich der Chef der Inzeller Max-Aicher-Arena, Hubert Graf. Drei Tage lang ist Inzell Schauplatz der Deutschen Eisschnelllaufmeisterschaften auf den Einzelstrecken gewesen. Aus heimischer Sicht fällt das Fazit mehr als positiv aus. Die Starter vom DEC Inzell konnten sich drei Titel sichern, vier von ihnen haben sich die Fahrkarte für den ersten Weltcupblock gesichert. Roxanne Dufter, Gabi Hirschbichler und Joel Dufter holten den Titel. Diese drei und dazu Moritz Geisreiter sind damit im Weltcupteam.


»Vor allem die Jungs sind überragend gewesen«, meinte der Trainer der Inzeller Gruppe, Danny Leger. Große Freude hat ihm der jüngste im Team, Joel Dufter, bereitet. Nachdem er zuvor über 1500 Meter wegen eines dummen Übertretungsfehlers disqualifiziert wurde, holte er sich am Schlusstag den Titel über 1000 Meter. Im letzten Lauf bewies er Nerven und verwies im direkten Duell Nico Ihle auf den zweiten Platz.

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»Ich habe gewusst, wenn ich zwei schnelle Runden hinbekomme, kann ich ihn packen. In der letzten Kurve habe ich gemerkt, er kommt nicht mehr hinterher«, so der 21-Jährige. Mit 1:09,21 Minuten lief Dufter eine neue persönliche Bestzeit. Damit pulverisierte er seine bisherige Bestzeit, die er in der vergangenen Saison auf der Hochgeschwindigkeitsbahn in Calgary aufstellte. »Er zeigt tolle Fortschritte. Er hat allen gezeigt, dass demnächst auch international mit ihm zu rechnen sein wird«, lobte Leger den Auftritt seines jungen Musterschülers.

Geisreiter mit einer Kampfansage an Beckert

Sehr zufrieden ist Leger auch mit Langstreckenspezialist Moritz Geisreiter. Bei drei Starts kam er jeweils auf den zweiten Platz und das immer hinter seinen Dauerrivalen Patrick Beckert. »Ich freue mich natürlich darüber, weil auch die Zeiten gepasst haben. Trotzdem bin ich immer hinter Patrick gewesen«, schränkt Geisreiter ein. »Das ist ein nationales Duell und hat seine Reize, weil wir uns gegenseitig pushen«, so der 28-Jährige und schickt gleich eine Kampfansage hinterher: »Das lasse ich nicht auf mir sitzen. Er soll schon wissen, dass ich im Verlauf der Saison zurückschlagen will.«

Pechvogel der Meisterschaften ist Hubert Hirschbichler gewesen. Trotz der erfüllten Qualifikation über 1000 und 1500 Meter darf er zunächst nicht am Weltcup teilnehmen. Deutschland hat über diese Strecken nicht genügend Startplätze. Jetzt muss der 25-Jährige bis Ende Januar warten. Beim Weltcup in Berlin darf er dann starten. Mit jeweils dritten Plätzen über 1500 und 1000 Meter blieb Hirschbichler nach seiner Antibiotika-Behandlung im Vorfeld der Meisterschaften im Soll. »Ich bin sehr nervös gewesen, weil ich überhaupt nicht gewusst habe, wo ich stehe. Daher bin ich sehr zufrieden. Vor allem die Zeit über 1000 Meter (1:10,47) ist wirklich gut. Ich werde mich jetzt voll reinhängen und dann in Berlin eine gute Leistung abliefern«, so Hirschbichler.

Gedämpfter zeigte sich Danny Leger, was die Leistungen seiner Mädels betrifft und das trotz zweier Titel. »Das ist alles nicht ganz rund gelaufen. Da müssen wir noch am Feinschliff arbeiten«, meinte der Trainer. Dem pflichteten Roxanne Dufter und Gabi Hirschbichler selbstkritisch bei. »Natürlich ist es schön, wenn man Deutsche Meisterin wird. Insgesamt ist es aber nicht nach meinem Geschmack gelaufen«, so Gabi Hirschbichler und lieferte auch die Begründung: »Vor allem die 1500 Meter (2. Platz) sind nicht so gut gewesen. Da bin ich über 1000 Meter schön unter Druck gewesen, weil mir die Quali-Zeit für den Weltcup noch gefehlt hat. Jetzt freue ich mich, dass es da mit dem Titel und der Zeit (1:17,14) geklappt hat«, so die 34-Jährige.

»Ich freue mich, dass ich im Flugzeug nach China zum Weltcup neben meinem Bruder sitzen kann«, meinte Roxanne Dufter. Gleich am ersten Tag sicherte sie sich über 1500 Meter den Titel und mit 1:58,62 Minuten das Ticket für den Weltcup. »Das war mein erster nationaler Titel und damit ist die erste Spannung schon mal weg gewesen. Trotzdem bin ich nicht ganz zufrieden«, sagte auch die 24-Jährige. »Ich bin im Training viel schneller. Ich weiß, dass ich mehr kann, und will noch zulegen.« Letztendlich war Leger aber insgesamt mehr als zufrieden. »Die Umstellung im Training zeigt erste Früchte. Wobei wir hier in Inzell die vergangenen Jahre einen guten Job gemacht haben. Wir wollen dorthin, wo es Medaillen gibt. Der Weg dahin ist lang, aber bei Olympia 2018 soll es Medaillen geben«, so der Trainer.

Bleibt zum Schluss noch zu erwähnen, dass die Inzeller auch in den Massenstarts über 16 Runden alles gegeben haben. Bei den Damen kam Roxanne Dufter beim Sieg von Claudia Pechstein als Dritte ins Ziel. Hubert Hirschbichler wurde hinter dem Überraschungssieger Hendrik Dombeck Zweiter. Für die Weltcupstarter des DEC Inzell geht es nun zu den ersten Weltcups nach Harbin/China (11. bis 13. November.) und Nagano/Japan (18. bis 20. November). SHu